Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Freitag, den 11. März 2011 um 00:00 Uhr

Unser Aufenthalt in der Schweiz war kurz und intensiv. Schön war, dass wir nach mehr als 7 Monaten Familienangehörige und Freunde wieder sahen.
Die Hochzeit von Stefan und Manuela war natürlich der Höhepunkt unseres Besuches. Man spürte, dass mit viel Liebe und ohne einen Aufwand zu scheuen dieser grosse Tag für die Beiden vorbereitet worden war. Alles funktionierte reibungslos und es war ein sehr schönes Fest. Sogar das Wetter spielte bei der standesamtlichen und auch bei der kirchlichen Trauung mit. Wir wünschen den Beiden, dass sie noch oft so strahlend, fröhlich und glücklich den Tage geniessen und voller Zuversicht in die Zukunft blicken.
Bei Jngeborg waren wir in Kilchberg bestens aufgehoben und durften wieder den Dachstock belegen. Wir hatten viel Zeit zum Plaudern, nur die Nacht war meistens zu kurz und der nächste Morgen kam zu schnell. Mit Marianne und Walter genossen wir für eine kurze Zeit Flums. Ihre Gastfreundschaft kennt keine Grenzen und die Betten sind jederzeit für uns bereit. Vielen Dank auch an Hansjörg, dass er während unserer Anwesenheit das Tschofentreffen organisierte und wir so an einem Tag alle zusammen sitzen und plaudern konnten. Rösli stellte uns ihr Auto gewaschen und sogar mit einer Autobahnvignette versehen zur Verfügung, damit wir unabhängig vom ÖV waren. Unsere Freunde richteten sich nach unserem Terminkalender um uns zu treffen. Euch allen vielen Dank für die Zeit und die Gespräche. Es tut gut zu erleben, dass bei einem Treffen sofort wieder Nähe entsteht.
Nun sind wir wieder in den USA. Die Einreise erfolgte problemlos und wir erhielten ein Visum, das bis Ende August gültig ist. Unser Huckepack wartete unversehrt auf dem Parkplatz in Los Angeles und unser Gepäck war schnell ins Auto gestellt. Wir studierten den Wetterbericht und entschieden uns für’s Death Valley, weil dort viel Sonne und sommerliche Temperatur angesagt war. Nachdem wir uns von den Strapazen der Fliegerei erholten, bin ich jetzt bereit in der Zeit zurück zu gehen und von unseren Erlebnissen vor dem Schweizer Aufenthalt zu berichten.
Nur selten ist der Sand so weiss und fein wie wir ihn am Strand von St. George Island vorgefunden haben. Ein Grossteil der Insel ist in Privatbesitz, aber das gesamte Ostende der ca. 48 km langen Insel ist ein State Park-Gebiet. Dort lässt es sich wunderbar Campen. Wir genossen lange Spaziergänge durch die Dünen und am Strand entlang. Kein Wunder, dass diese Umgebung auch zum Bauen von Sandburgen animiert.

St Georg Island

St Georg Island

St Georg Island_04

In New Orleans verbrachten wir einige Tage. Wieder einmal konnten wir auf einem Walmart Parkplatz stehen und hatten eine prima Busverbindung ins Zentrum. Diese Stadt ist voller Leben und Musik. Vom Hurrikan Katrina spürten wir nichts mehr. Wir nahmen aber auch nicht an einer „Post Katrina Tour“ teil. Vielmehr genossen wir es durch das French Quarter zu bummeln und neugierig alles auf uns wirken zu lassen. Vor allem die reich verzierten, schmiedeeisernen Balkon- und Arkadengitter im ersten und zweiten Stock der Gebäude konnten wir nicht genug bewundern. Und dann die Musik. Aus den Kneipen und Musikclubs, aus den Gartenrestaurants und von den Plätzen hört man Jazz, sieht die Musikanten spielen und nicht nur Erwachsene, auch Kinder lassen sich zum Tanzen verführen. Wenn wir müde vom Laufen waren, stiegen wir in einen Streetcar und liessen uns an den Sehenswürdigkeiten vorbei fahren. Leider war die Natchez (das ansehnlichste Mississippi Riverboat) noch nicht in Betrieb, sonst hätten wir darauf meinen Geburtstag gefeiert. In der Fotogalerie sind natürlich noch ganz viele Bilder von New Orleans.

New Orleans

New Orleans

New Orleans

In San Antonio (Texas) schalteten wir nur kurz eine Fahrpause ein. Quer durch die Innenstadt hat es einen Kanal auf dem auch Touristenboote verkehren. Beidseitig führt ein Riverwalk an Boutiquen und Restaurants vorbei und es lässt sich herrlich flanieren und unter freiem Himmel Kaffee trinken. Der nationale Stolz jedes Texaners ist jedoch The Alamo, was dem Besucherstrom anzumerken war. 1836 hielten rund 180 Unabhängigkeitskämpfer tagelang die befestigte Mission gegen 4000 mexikanische Soldaten, bevor sie aufgerieben wurden. Übrig geblieben sind die Kapelle und die Long Barracks, in denen sich heute ein Museum befindet. Aber wirklich erheitert waren wir vom Buckhorn Saloon. Kitsch an Kitsch und Schnickschnack in jeder Menge sind hier zu finden.

San Antonio

San Antonio

San Antonio

Aussergewöhnlich sind White Sands am nördlichen Rande der Chihuahua Wüste von New Mexico. Grosse, wellenartige Dünen aus Gipssand haben riesige Gebiete der Wüste mit glitzerndem weissen Sand unter sich begraben. Ständig verändern sich die Formen und die Dünen sind immer in Bewegung. Eine 13 km lange Strasse führt durch einen kleinen Teil der Dünen und überall hat es Parkplätze, damit das Auto verlassen und zu Fuss herumgelaufen werden kann. Die Besucherstrasse muss an windigen Tagen mit Schneepflügen freigehalten werden. Bei unserem Besuch war es windstill, doch am nächsten Morgen sahen wir wie der Wind wie bei einem Schneesturm den Sand herumwirbelte. Ich hätte nicht den Mut mich zu weit in diese weisse Welt hineinzubegeben, da sich auch die Spuren durch den Wind schnell verwischen. 

White Sands

White Sands

White Sands

Landschaftlich ganz anders erlebten wir den Joshua Tree National Park in California. Den Namen erhielt der Park vom baumartigen Joshua Tree (ein Yucca), der grosse Areale der Halbwüste bedeckt. Die eigenartige Felslandschaft verleiht dem Nationalpark einen unverwechselbaren Reiz. Wir unternahmen eine längere Wanderung zur Lost Horse Goldmine um die noch erhaltene Anlage der Mine zu sehen. Da Meilen nicht Kilometer sind und wir von verschiedenen Annahmen ausgingen, wanderten wir weiter. Zwei Orangen retteten uns vor dem Verdursten und nachdem Werni auch noch zurück ging um seine verloren gegangene Windjacke zu holen, waren wir froh, endlich im Huckepack bei Kaffee und Kuchen die Beine zu strecken und unseren Ausflug zu verdauen. In Wandern verhalten wir uns absolut laienhaft.

Joshua Tree NP

Joshua Tree NP

Joshua Tree NP

Als wir vom Einkaufen zurück kamen sprach uns ein Fan von Allrad-Offroad Rennen an. Er komme jedes Jahr von Chicago herunter um an diesem Treffen dabei zu sein. Unser Vehikel hätte ihm so gefallen, dass er auf dem Parkplatz wartete um uns auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Er zeichnete uns auf der Karte den Veranstaltungsort ein. Da dieser auf der Strecke nach Los Angeles lag, fuhren wir am nächsten Tag. Über ein grosses Terrain verteilt standen die verschiedensten Wohnmobile viele mit Anhänger für die Vehikel mit denen sie im Sand herumblochen würden. Auf dem zentralen Platz gab es alle Arten von neuen Fahrzeugen zu bewundern und in Zelten konnte alles gekauft werden, was das Herz von Fans höher schlagen lässt. Diese Grösse und den Andrang hatten wir nicht erwartet. Die verrücktesten Autokonstruktionen waren zu bewundern und überall wurde an den Maschinen noch gearbeitet. Leider sahen wir nur dem Start von wenigen Fahrzeugen zu, die zur Vorentscheidung starteten. Die eigentlichen Rennen fanden erst am Wochenende statt und es wäre sicher sehr amüsant gewesen zuzusehen wie diese Autos die Sandhügel rauf und runter gefahren wären. Wir konnten nicht warten, denn wir hatten in Los Angeles ein Hotelzimmer gebucht und wollten unseren Huckepack beim Flughafen sicher parkiert wissen

Johnson Valley

Johnson Valley

Johnson Valley

In Los Angeles ankommen heisst vorgängig stundenlang (nordwest-südöstliche Ausdehnung über 100 km) auf 10 bis 12 spurigen Freeways durch die Vororte zu fahren und wir waren einmal mehr froh um den TomTom, der uns sicher ans Ziel führte. Werni ist auch nervenstark genug nötigenfalls die Spur zu wechseln. Zufrieden stellten wir unser Fahrzeug auf dem reservierten Platz beim Marriott Hotel ab. Jetzt mussten wir nur noch den Weg finden um ins gebuchte Hotel am Hollywood-Boulvard zu kommen. Auch das schafften wir, indem wir immer wieder fragten, in Busse ein- und ausstiegen und schlussendlich mit der Metro unser Ziel erreichten. Da uns vor dem Abflug nur 2 Tage blieben, konzentrierten wir unsere Besuche auf Downtown und die Universal Studios.
Wir schlenderten zwischen den Hochhäusern hindurch, betraten die Hallen des Westin und Biltmore Hotel und standen dann vor der avantgardistischen Walt Disney Concert Hall, der Heimat des Los Angeles Philharmonic Orchestra. Als Podcast haben wir die Sendung Sternstunde Kunst abonniert und im letzten November gab es ein Filmporträt über Frank O. Gehry. So waren wir über ihn und seine Bauten schon etwas informiert. Aber es ist absolut überwältigend dann vor diesen Bau zu stehen und ihn zu besichtigen. Sowohl innen als auch aussen kann man treppauf und treppab gehen und entdeckt immer wieder neue Details. Immer wieder gibt es Nischen, Wasserspiele und die Ausblicke auf die Stadt sind einmalig. Auch die Cathedral of our Lady of the Angels ist ein weiteres architektonisches Meisterwerk. Der Komplex besteht aus der Kirche, einem grossen Platz, einem Klostergarten und einem 50 m hohen Glockenturm. Im Innenraum hat es riesige Wandgemälde und sonderbare Leuchter. Leider hörten wir keine Musik von der 6000-Pfeifen-Orgel. Im riesigen Mausoleum, das sich im Untergeschoss befindet, hat es noch viele freie Plätze. Wir haben uns jedoch noch nicht eingekauft.

Los Angeles

Los Angeles

Los Angeles

Einen Tag verbrachten wir in den Universal City Studios.
Der Complex besteht aus drei Teilbereichen:
Im Upper Lot befinden sich jede Menge Shops und Restaurants. Ausserdem hat es ein Entertainment Center. Dort sieht man 3- und 4-D-Filme, kann durch ein Horrorhaus gehen und hört live den The Blues Brothers zu. Ganz besonders die Trick- und Actions-Show Waterworld hat es uns angetan, denn die Gags erinnerten uns an Karl’s Kühne Gassenshow.
Im Lower Lot machten wir den Raft Trip durch den Jurassic Park mit, wobei Werni, weil er an der Aussenseite sass, völlig durchnässt die Bahn verliess. Dann bestiegen wir die Revenge of the Mummy und rasten wie auf einer Achterbahn durch die Dunkelheit, stoppten vor einer im Blitzlicht aufleuchtenden Mauer und rasten dann im Rückwärtsgang ans Ziel.
Durch das Gelände des Studios geht es per Studio Tram Tour. Während einer Stunde werden pausenlos die Filme erläutert, die in den Stadtattrappen und an künstlichen Seen gedreht wurden. Für Spass und Schrecken ist gesorgt. Man fährt durch die Vorstadtidylle aus Desperate Housewives. Dann kommt man an einer gerade abgestürzten, noch vor sich hin qualmenden Boeing vorbei. Dann gerät mach in eine anrollende Flutwelle. Brennende Autos nach Verfolgungsjagten werden gezeigt. Auch der  Weisse Hai greift an. Dann fährt man bei einem Erdbeben in eine U-Bahn Station ein in der es brennt und erlebt, wie auf der einen Seite Wasser in den Schacht kommt und auf der anderen Seite ein Tankwagen einstürzt und kurz vor dem Explodieren ist. Und zu guter Letzt  treibt auch noch King Kong sein Unwesen.

Wir besuchten alle Shows und amüsierten uns köstlich und unkritisch. Doch nach diesem Tag hatten wir genug vom Jubel und Trubel und freuten uns auf ein gemütliches und ruhiges Nachtessen in einem kleinen thailändischen Restaurant.

Los_Angeles

Los Angeles

Los Angeles

Auf dem Weg ins Death Valley besuchten wir Calico Ghost Town. Die aus dem 19. Jahrhundert rekonstruierte Silberminenstadt liegt in einer malerischen Umgebung. Sogar ein Schulhaus wurde gebaut und natürlich durfte das Haus des Sheriffs nicht fehlen. Eine kleine Bahn fährt durch das Gelände. Die „Bevölkerung“ trägt historische Kleider. Im Saloon hat es auf den Tischen Schüsseln mit Erdnüssen und die Schalen werden auf den Boden geworfen. Natürlich musste ich die Bohnensuppe essen, Werni begnügte sich mit einem Hamburger. Den Parkplätzen zufolge ist in der Hochsaison hier einiges los und wir waren wieder einmal froh ausser der Saison hier zu sein.

Geisterstadt Calico

Geisterstadt Calico

Geisterstadt Calico

Weiter auf dem Weg ins Death Valley stoppten wir auf dem Campingplatz von Tecopa. Der Ort besteht aus 2 Campingplätzen und einem Resort. In diesem Gebiet gibt es heisse Quellen und wir freuten aufs baden in den Pools. Es gibt je 2 Pools mit verschiedenen Wassertemperaturen. Das Wasser fühlt sich seifig an, denn neben Borax hat es auch noch andere Mineralien, die darin gelöst sind. Doch wir konnten nicht gemeinsam diesem Vergnügen frönen, da Nacktbaden Vorschrift ist und deshalb Männer und Frauen getrennt werden. Trotzdem, zum ersten Mal in Amerika konnten wir alle Hüllen fallen lassen und uns sogar nackt in die Sonne legen.

Dann waren wir endlich im Death Valley. Vom Aussichtspunkt Dantes View blickt man ins Tal hinunter auf die riesigen Salzflächen von Badwater. Auch die ausserordentlich vielfältigen Felsformationen bei Zabriskie Point begeisterten uns. Dann stellten wir unseren Huckepack auf dem Campingplatz bei Furnace Creek ab und Werni konnte mich für keinen Ausflug begeistern. Noch nie auf unserer Reise erlebte er mich so passiv und bei jedem von seinen Vorschlägen drückte ich mich mehr in den Liegestuhl.
 

Death Valley

Death Valley

Death Valley

Doch nun sind wir wieder on the road, haben die Fotos und den Bericht bearbeitet und suchen einen McDonalds, damit wir die Homepage aktualisieren können. Ins Death Valley werden wir zurückkehren, denn von dort werden wir Richtung San Francisco fahren.

Doch jetzt wartet Las Vegas auf uns und wir werden uns im Glücksspiel versuchen. So long!