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National Parks und Las Vegas – zwei faszinierende Welten Drucken E-Mail
Mittwoch, den 30. März 2011 um 00:00 Uhr

Der Radius, in dem wir uns während des Monats März bewegten, war relativ klein doch die Unterschiede in den Erlebnisse könnten kaum grösser sein. Einerseits entdeckten wir Las Vegas, den Strip mit all seinen Casinos, Hotels und Shops, andererseits genossen wir die grossartigen Nationalparks mit ihren landschaftlichen Reizen.
Das Death Valley ist der trockenste Nationalpark der USA und sein tiefster Punkt „Badwater“ liegt 85.95 m unter dem Meeresgrund. Das Tal ist von mehreren Gebirgen umschlossen wobei der „Telescope Peak“ mit 3366 m der höchste Berg ist. Durch diese Gebirgsketten wird der Regen mehrheitlich abgehalten und nur selten entstehen Gewitter, wobei dann viel Regen in kurzer Zeit fällt. So entstanden auch viele Canyons die erwandert werden können. Vor ca. 3000 Jahren entstand eine Salzpfanne durch das Austrocknen eines ehemals bis zu 200 m tiefen Sees. Vom Aussichtspunkt „Dante’s View“ auf ca. 1750 m sieht man ins Tal hinunter und auf die immens grosse weisse Salzschicht. Gelangt man an das Ufer dieses Sees, lässt es sich wunderbar auf dem trockenen Salz laufen. Wir spürten schon die Hitze in der Ebene und wurden vom Weiss geblendet. Spannend von der Nähe anzusehen ist die Struktur der Salzkristalle.

Death Valley

Death Valley

Death Valley

Wir durchfuhren und erwanderten die verschiedenen Canyons und waren überrascht von der Vielfalt der Formen und Farben der Gesteine. Besonders schön war der Mosaic Canyon, Artist’s Drive, Natural Bridge und Golden Canyon.

Death Valley

Death Valley

Death Valley

Wir kletterten in den „Ubehebe Crater“ hinein. Er entstand vor über 300 Jahren durch eine massive Vulkan Explosion. Es war lustig im Geröll die ca. 200 m hinunter zu rutschen. Doch der steile Aufstieg erwies sich als sehr beschwerlich und ich zählte immer wieder 100 Schritte ab, bevor ich anhalten durfte um meine Beinmuskeln zu entspannen und wieder zu Atem zu kommen. Die Pausen habe ich nicht gezählt, es genügte mir zu wissen, dass ich bei jeder Pause dem Kraterrand und damit dem Parkplatz näher bin. Ausser uns stiegen nur noch 2 junge Leute hinunter und ich nehme an, dass sie so freundlich waren und unten blieben. So wurden wir nicht überholt, was mich sicher demoralisiert hätte. Ja, ja, so macht sich das Alter und die fehlende Kondition bemerkbar und führt zu guten Vorsätzen ;-)!
Von dort ging‘s weiter zu Scotty’s Castel. Walter Scott wurde zu einer legendären Figur des Death Valleys. Schon als 11 jähriger lief er von Zuhause weg und nach zahlreichen Jobs reiste er ab 1890 mit Buffalo Bills Cody’s Wild West Show als Stuntreiter um die Welt. Er brachte mehrere reiche Businessleute dazu Geld in seine (fiktive) Goldmine zu investieren. Zwischen ihm und einem seiner Investoren, Albert Johnson, (einem Versicherungsmagnat und sehr religiösem Mann aus Chicago), entstand eine lebenslange Freundschaft. Johnson schätzte die lustigen Geschichten, die Scott erzählte und die gute Laune, die er verbreitete. Das Ehepaar Johnson reiste 1904 ins Death Valley um die Mine zu besichtigen. Obwohl der offensichtlichen Betrug Scotts schnell erkannt wurde entschlossen sie sich aufgrund des trockenen und sonnigen Klimas regelmässig das Tal und Scott zu besuchen. 11 Jahre später liessen die Johnson‘s eine komfortable Ranch bauen, die eine ausgeklügelte Wasser- und Energieversorgung hatte. Eine Wasserturbine erzeugte den Strom. und Warmwasser auch für den riesigen Swimmingpool wurde durch Solarenergie gemacht. Es störte die Johnson’s auch nicht, dass eine allmähliche Umbenennung der Ranch in Scotty’s Castle stattfand, Der Börsenkrach 1929 hinderte Johnson sein Bauvorhaben vollends umzusetzen und als 1933 seine Versicherungsgesellschaft bankrottging, vererbte er das Castle einer religiösen Institution mit der Auflage, dass Scott lebenslanges Wohnrecht erhielt. Natürlich schauten wir uns auch den Wagenpark an und waren erfreut zu sehen, dass die ausgestellten Autos auch tatsächlich benutzt worden waren und nicht aufpolierte Museumsstücke waren.

death valley

death valley

death valley

In Stovepipe Wells hat es riesige Sanddünen aus feinstem Quarzsand und genau so stellt man sich eine Wüste vor. Die Wanderdünen erstrecken sich auf dem sonst flachen Talboden auf einer Fläche von insgesamt ca. 36 Quadratkilometern. Zum Glück war es noch nicht so heiss. Eigentlich denkt man, dass es nur ein paar Schritte bis zu den Dünen sind, dann aber mussten wir doch ziemlich weit laufen um die höchste Düne zu erklimmen. Als wir oben sassen und etwas Wind aufkam, verschwanden die allgegenwärtigen Fussabdrücke ziemlich rasch und es bildeten sich wieder die typischen Wellenmuster. Auch eine entdeckte Tierspur konnten wir im Sand nur für ein kurzes Stück verfolgen. Viel Spass hatten wir beim Hinunter rennen von der Düne, aber auch jede Ritze in unseren Schuhe war anschliessend mit Sand gefüllt und wir erzeugten unsere eigene Sanddüne beim Entleeren auf dem Parkplatz.

Death Valley

Death Valley

Death Valley

Ganz anders ist die Landschaft im Valley of Fire. Er ist der älteste State Park Nevadas und erhielt seinen Namen von den roten Sandsteinformationen, die sich vor Millionen von Jahren aus grossen Wanderdünen formten. Ausser Sandstein hat es auch Kalkstein, Schiefer- und Konglomeratgestein. Zwischen 300 v.Chr. bis 1150 nach Chr. war das Gebiet zunächst von den Basketmaken, dann von den Anasazi Indianern aus dem nahen Moapa Valley besiedelt. Der Wind, die Sonne, der Regen, die Hitze und Kälte haben die verschiedensten Formen hervorgebracht. Es ist herrlich, durch diese Landschaften zu laufen und immer neue Formen und Farben zu entdecken. Wir sahen auch Felszeichnungen der Anasazi-Indianer.

Valley of Fire

Valley of Fire

Valley of Fire

Da wir in der Nähe waren, besichtigten wir auch die Hoover-Staumauer, die zwischen 1931 und 1935 gebaut wurde. Was wir uns kaum vorstellen können ist, dass in dieser Staumauer ca 2,6 Mio Kubikmeter Beton und fast 44 Tonnen Stahl verbaut sind. An der Verwirklichung des Projektes arbeiteten ca. 16‘000 Personen. Dadurch wurden während der Weltwirtschaftskrise viele Arbeitsplätze geschaffen. Bei der Errichtung starben 96 der am Bau tätigen ca. 5‘000 Arbeiter infolge von Arbeitsunfällen, Hitzschlägen oder Erschöpfung. Der Hoover Dam staut den Colorado River zum 640 km2 grossen Lake Mead. Der Colorado-River verliert durch die Aufstauung seinen ursprünglichen Charakter. Die Fauna und Flora wird nachhaltig beeinflusst. Einheimische Fische werden verdrängt und manche sind vom Aussterben bedroht. Nach mehreren niederschlagsarmen Jahren und durch den hohen Wasser- und Energieverbrauch von Las Vegas ist der Pegel des Lake Mead um über 30 m gesunken. Der helle Uferbereich zeigt den Wasserstand, wenn der See voll ist. Um die Strasse über die Staumauer zu entlasten wurde eine Brücke gebaut und 2010 dem Verkehr frei gegeben. Die Grenze zwischen Arizona und Nevada verläuft in der Mitte der Staumauer. Dies hat zur Folge, dass es in Arizona Mountain Time und in Nevada Pacific Time ist. Die eine Stunde Zeitunterschied lässt sich an zwei Uhren, die sich an den vorderen Entnahmetürmen befinden ablesen.

Hover Dam

Hover Dam

Hover Dam

Am Lake Mead erholte ich mich von meiner Erkältung. Zum Glück war Werni gegen meine Bazillen immun, pflegte mich und übernahm die ganze Hausarbeit.

Lake Mead

Lake Mead

Lake Mead

Las Vegas, entstanden um eine Oase, war bis 1930 nur ein kleines Mormonenstädtchen mit Bahnstation an der Strecke Los Angeles-Salt Lake City. 1931 wurde das landesweit geltende Glücksspielverbot in Nevada aufgehoben. Fast gleichzeitig begannen die Bauarbeiten am nur ca 45 km entfernten Hoover Dam. Scharen von Arbeitskräften strömten in die Region und es ist kein Wunder, dass die Casinos besonders schnell aus dem Wüstensand wuchsen. Die Fertigstellung der Hoover-Kraftwerke sorgte für preiswerten elektrischen Strom, eine Voraussetzung für das betreiben von Klimaanlagen und die üppige Beleuchtung der Leuchtreklamen, Fassaden und Spielsäle.
Unser Quartier in Las Vegas schlugen wir auf dem Parkplatz vom Excalibur Hotel auf. So ein Märchenschloss zu bewohnen, war schon immer mein Traum. Jetzt konnten wir durch die Fenster unseres Huckepacks die Sicht geniessen.
Von Las Vegas hat sicher jede Person eine Vorstellung. Unsere Eindrücke sind in den vielen Fotos festgehalten. Wir liefen den Strip im Touristenstrom hinauf und hinunter.
Wir lauschten den Sirens of TI, die mit ihren Gesängen die Piraten kampfunfähig machten. Schwimmend retteten sie sich auf das Deck des Schiffes der Sirenen und tanzten während sie ihr eigenes Schiff untergehen liessen.
Wir genossen vor den Toren des Bellagio Pasastes ein „Wasserballett“ (Werni hat einen Film gedreht und auf unsere Homepage gestellt).
Wir liessen uns mit dem Lift auf das Observationsdeck des über 300 m hohen Stratosphere Towers bringen und genossen den weiten Blick über die Stadt hinaus bis Lake Mead und die Fels- und Wüstenlandschaften der Umgebung.
Wir gingen in die Hotelhallen und Casinoräume der Luxus-Superlative und sahen Wasserfälle, Wintergärten mit überquellender Blütenpracht und ein Schmetterlingshaus, erhaschten eine Blick in traumhafte Poollandschaften und sahen den Menschen zu, wie sie gewannen und verloren.
Nicht zuletzt besuchten wir die Show des Zauberkünstlers David Copperfield und wir waren fasziniert von seinen Fähigkeiten mit der Magie. Immer wieder wurden wir überrascht von seinen Zauberkünsten und genossen die Welt der Illusion. Diese Show werden wir nicht vergessen.
Zum Schluss wollen wir euch verraten, dass wir leider nicht reich wurden, sondern unseren ganzen Einsatz innert kürzester Zeit und ohne ein einziges Mal beim Roulette zu gewinnen, dem Casino vermachten.

Las Vegas

Las Vegas

Las Vegas

Gestern erfuhren wir, dass es im März in der Region von San Francisco so viel geregnet hätte, wie schon seit 22 Jahren nicht mehr. Wir hoffen, dass wir uns lange genug in der Wüste aufgehalten haben und erwarten auf unserer Fahrt Richtung Sacramento, San Francisco und dann der Küste entlang Vancouver entgegen frühlinghaftes Wetter. Trotz den schneebedeckten Gipfeln besuchen wir auf dem Weg die Nationalparks Sequoia, Kings Canyon und Yosemite und werden sehen, welche Strassen schon offen sind.