Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

German English French Italian Portuguese Spanish Swedish
Wir haben 89 Gäste online
Home Berichte Schotterstrassen – Einsamkeit - Fun
Schotterstrassen – Einsamkeit - Fun Drucken E-Mail
Freitag, den 19. August 2011 um 00:00 Uhr

Schon in British Columbia fuhren wir oft durch menschenleere Gebiete. Doch erst mit der Reise durch den Norden erlebten wir ganz viele unbewohnte Regionen. Das Strassennetz ist dünn. Tok in Alaska und Watson Lake in Yukon sind Orte, die man sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückreise durchfahren muss. Stundenlang fuhren wir auf Schotterstrassen, oft hin und zurück, weil es keine Weiterfahrt gibt. Wir genossen die Einsamkeit und Stille, die Begegnung mit der Natur und mit Tieren. Dieser Bericht beginnt mit einigen Zahlen, die zeigen wie viel Platz einem Einwohner in diesen Gegenden durchschnittlich zur Verfügung hat. Für die Schweiz musste ich den Massstab anders setzten, denn hier geht es um die Anzahl Einwohner die statistisch 1 km2 bewohnen. Ist das nicht beeindruckend?

Einwohner
pro km2
Total Einwohner
Fläche in km2
Yukon:
1
15
32‘714
482‘443
Northwest Territores:
1
27
43‘439
1‘171‘918
Alaska:
1
2.5
710‘231
1‘717‘854
Schweiz:
190
1
7‘866‘498
41‘285

 

Mit Watson Lake erreichten wir die erste Stadt des Yukon. Sie ist bereits die 3. grösste und zählt ca. 1600 Einwohner. Im Northern Lights Centre sahen wir einen eindrucksvollen Film zum Thema „Nordlicht“. Wenn ich nicht die Kälte so scheuen würde, wäre es schon toll, so etwas einmal in Natura zu sehen. Watson Lake ist vor allem berühmt für den „Sign Post Forest“. Nachdem ein heimwehkranker Soldat während den Bauarbeiten am Alaska Highway (Baubeginn 1942, Länge ca. 2230 km, Bauzeit 6 Monate) ein Schild aus seinem Heimatort aufhängte, folgten zuerst andere Arbeiter, Lastwagenfahrer und jetzt unzählige Touristen seinem Beispiel. Heute hängen weit über 60‘000 Schilder an Holzmasten rund ums Visitor Centre und es kommen täglich weitere dazu.

Werni befreite unseren Huckepack vom Dreck und Staub, während ich mit meiner Schwester telefonierte. Für die Weiterfahrt Richtung Dawson City wählten wir den Campbell Highway (Hwy), der als besonders schön und wenig befahren beschrieben wurde. Zwar rieten sie uns im Visitor Centre davon ab, denn von 580 km seien nur ca. 260 km asphaltiert. Wir mit unserem Landrover liessen uns nicht abhalten. Es war eine wunderbare Route durch eine kaum berührte Gegend. Es begegnete uns nur ganz selten ein Auto und wir waren erleichtert, dass an diesem Tag keine Lastwagen auf der Strecke waren. Zwischen durch regnete es ein bisschen, doch mehrheitlich war der Himmel nur bewölkt. Als wir am Übernachtungsplatz ausstiegen, sah unser Fahrzeug wieder so aus, als ob es eine Autowäsche dringend nötig hätte, nicht gerade zur Freude von Werni.

Watson Lake

Campell Highway

Frances Lake

In Ross River, so lasen wir, zweigt die verkehrsärmste Strasse im Yukon bis zur Grenze mit den Northwest Territories ab. Für Fussgänger gibt es eine Hängebrücke, für die Autos eine Gratisfähre über den Pelly River. Neugierig gingen wir hin. An der Anlegestelle sahen wir ein Womo und dahinter standen 2 riesengrosse Lastwagen mit je einem Backer auf dem Anhänger. Wir stiegen aus um uns die Fähre anzusehen. Die Männer der Lastwagen und der Fähre diskutierten und gestikulierten. Ja, wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass auf diese Fähre ein solcher Lastwagen passen würde. Doch es kam alles anders. Wir konnten nur staunen. Ganz langsam fuhr der erste Lastwagen auf die Fähre – jeder Millimeter wurde ausgenutzt. Dann fuhr die Fähre pannenfrei ans andere Ufer hinüber. Wir jedoch verzichteten auf die Überfahrt, denn wir hatten kein Interesse auf einer engen und geschotterten Strasse einen solchen Lastwagen zu kreuzen.

Ross River

Ross River

Ross River

Dann erreichten wir den Klondike Hwy. Von diesem führt ein Abstecher über Mayo, Elsa nach Keno City. Der Silver Trail endet nach 111 km mehrheitlich Schotterstrasse in Keno City. In dieser Region gab es riesige Silbervorkommen und erst der Preiszerfall in den 1980er Jahren führte 1989 zur Schliessung aller Silberminen. Da die Preise für Silber wieder stiegen sahen wir von weitem, dass eine Mine wieder aktiviert ist. In Mayo (heute ca. 400 Einwohner) wurden die silberhaltigen Erze auf Boote verladen und über den Stewart River und Yukon River verschifft, bevor der Transport auf der Strasse möglich war. Wir fuhren von Keno City auch noch die letzten 10.5 km die Schotterstrasse hinauf bis zum Keno Hill (1849 m) und hatten einen ausgezeichneten Übernachtungsplatz für uns ganz allein bei einer Aussicht auf schroffe Berge und tiefe Täler. Auch ein Wegweiser fehlt nicht. Er zeigt Richtung und Distanz zu Orten in aller Welt. Am nächsten Morgen besichtigten wir in Keno City (1920 ca. 500 Einwohner, heute noch 15) das Mining Museum, das mit Fotos und Relikten an vergangene „bessere“ Zeiten erinnert.

Keno Hill

Keno Hill

Keno Hill

40 km vor Dawson City zweigt der Dempster Hwy ab. Bis nach Inuvik sind es 740 km Schotterstrasse. 1959 wurde mit dem Bau begonnen und sie wurde erst nach 20 Jahren fertig gestellt. Wenn der Untergrund nicht felsig ist, verläuft die Strasse auf einer isolierenden Schotterschicht über dem Permafrostboden. Die klimatischen Bedingungen sorgen für eine ständige Erosion und vor allem schwere Trucks hinterlassen tiefe Löcher. Mehrheitlich ist die Strasse einspurig und zum Glück gibt es breite Ausweichstellen. Es wird empfohlen 2 Ersatzreifen mitzunehmen. Auf unsere Nachfrage hin hiess es, dass die Strasse in einem verhältnismässig akzeptablen Zustand sei.

Auf dem Dempster Hwy erlebten wir einmal mehr die Einsamkeit des Nordens. Es gibt nur 3 Ortschaften, die erste ist Fort McPherson nach 550 km, die zweite, Tsiigehtchic liegt abseits der Strasse bei km 608 und dann kommt Inuvik. Erst nach 369 km erreicht man eine Tankstelle und dort gibt es auch ein Hotel. Zwei Flüsse müssen mit der Fähre überquert werden, die bei Hochwasser und Unwetter nicht verkehren.

Ausserdem ist es die einzige Strasse in Kanada, die über den Polarkreis hinaus führt. Und wir freuten uns Nächte zu erleben in denen die Sonne nicht untergeht. Dass dabei der Schlaf zu kurz kam, störte uns nicht im Geringsten. Mit Verwunderung stellten wir Abend für Abend fest, dass Mitternacht schon lange vorbei war obwohl es noch Taghell war.

Nach 70 km erreichten wir das Tombstone Park Interpretive Centre und erhielten von einer sehr freundlichen Parkangestellten viele Informationen und Unterlagen. Wir erlebten Höhepunkt um Höhepunkt. Der Blick über Berge und Täler war sagenhaft. Wir fuhren über Pässe, durch Tundravegetation in schier endlos erscheinende Landschaft, an Seen und Flüssen vorbei und standen dann am Polarkreis. Bei der Rückfahrt wählten wir diesen speziellen Punkt als Übernachtungsplatz. 60 km später wechselten wir vom Yukon in die Northwestterritorien und stellten unsere Uhren eine Stunde vor. Wir überquerten den Peel River und dann den Mackenzie River auf den kostenlosen Fähren. Wartezeiten gab es keine, denn nur wir wollten jeweils ans andere Ufer geschifft werden. Die letzten 130 km führen durch das riesige Delta das der Mackenzie River schuf. Nach 4 Tagen erreichten wir Inuvik. Mit 3‘400 Einwohnern ist sie Kanadas grösste Stadt nördlich des Polarkreises.. Die Stadt entstand ab 1955 und ist nicht besonders attraktiv. Sie ersetzt Aklavik (heute noch ca. 600 Einwohner), das langsam im Sumpf des Mackenzie River versinkt. Heute ist Aklavik nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar.

Dempster Hwy

Dempster Hwy

Inuvik

Leider sahen wir unterwegs nur einige Tiere und die machten sich aus dem Staub, bevor wir Fotos machen konnten. Nur ein Wolf war neugierig genug und auch ein Hase war so gnädig, dass wir ein Erinnerungsfoto schiessen konnten. Und dann sahen wir auf dem Bergrücken ganz klar einen Elefanten.

Dempster Hwy

Dempster Hwy

Dempster Hwy

Von weitem sahen wir auf den Midway Lake hinunter. Dort standen eine riesengrosse Bühne und eine ziemlich grosse Ansammlung von kleinen Barackenhäuschen. Ein idealer Ort für eine Übernachtung, dachten wir und fuhren hin. Keine Menschenseele war zu sehen, alle Gebäude standen leer, teilweise ziemlich verlottert. Ein Openair findet jeweils Anfang August dort statt und dann wimmelt es sicher von Menschen. Doch was wollten wir mehr. So hatten wir den See zum Baden für uns ganz allein und auch für andere Bedürfnisse war gesorgt. Wir genossen die Sonne und als es kühler wurde, verzogen wir uns in unsere gute Stube. Als Werni jedoch ausstieg um noch eine Birne am Auto auszuwechseln, stellte er fest, dass noch andere anwesend waren. Neugierig schaute ein Bär aus einem Häuschen heraus und verschwand dann sofort im Gebüsch. Später kam er zurück um nachzusehen, ob die Störenfriede immer noch hier seien und als er Werni wieder sah, verzog er sich endgültig. Ich sah ihn leider nicht und er stellte sich auch nicht für ein Foto zur Verfügung. Doch wir verbrachten eine absolut ruhige Nacht.

Midway Lake

Midway Lake

Midway Lake

Mit einem frischgewaschenen Huckepack hatten wir uns auf den Weg gemacht. Naja, wir hätten wir es ja wissen können und die Erfahrung mit Schotterstrassen hatten wir ja auch. Wenn es nur Staub gewesen wäre, aber nein, an einem Tag musste es auch noch regnen. Die Strasse wurde so matschig, dass das Fahren ausserordentlich anstrengend wurde. Dazu kam, dass nicht nur entgegenkommende Autos mit Dreck um sich spritzten, sondern dass die Räder bei jedem Loch, bei jeder Pfütze das eigene Fahrzeug voll pflasterten. Für die Frontscheibe gibt es zum Glück die Scheibenwischer. Die Seitenfenster und die Rückspiegel waren jedoch nach kurzer Zeit so verdreckt, dass auf beiden Seiten kein Blick nach draussen mehr möglich war. Was blieb da anderes übrig als aussteigen und putzen, ohne Rücksicht wie stark es regnete und wie dreckig die eigenen Schuhe wurden. Als wir in Dawson City ankamen, fuhren wir auf einen Campingplatz mit Autowaschvorrichtung und machten uns an die grosse Reinigung.

Dempster Hwy

Dempster Hwy

Dempster Hwy

Trotzdem wir würden den Dempster jederzeit wieder fahren. Und auch er hielt uns nicht davon ab weiterhin Schotterstrassen zu wählen, auch wenn wir jedesmal kiloweise Dreck wegwaschen, Fenster putzen und auch in den Innenräumen aus allen Ritzen den Staub entfernen müssen. Auf diesen Strassen erleben wir, dass eben der Weg das Ziel ist, dass wir jederzeit anhalten und inne halten können um die Stille und Einsamkeit zu geniessen.

Im Touristenbüro von Dawson City wurden wir als Erstes gefragt, wie viele Reifen wir gewechselt hätten. Dass wir keine Panne hatten, war fast unglaublich. Auch hätten Leute, die 3 Tage vor uns zurück kamen bei den Fähren warten müssen bis das Hochwasser zurück ging, bevor sie ihre Fahrt fortsetzen konnten. Als wir das hörten waren wir froh, dass wir nur an einem Tag Regen hatten und die Strasse sich in ein Schlammbett verwandelt hatte.

Dawson City war zur Zeit des Klondike Goldrush die bedeutendste Stadt nördlich von Vancouver. Sie wuchs 1898 auf über 30‘000 Einwohner an. Der Boom dauerte nur wenige Jahre und die Stadt schrumpfte zum Dorf. Unter der Regie von „Parks Canada“ wurden historische Häuser restauriert und der gut ausgebaute Klondike Hwy bringt vor allem im Sommer viele Touristen. Heute sind es wieder ca. 1‘300 Menschen, die hier leben. Wir besuchten noch die verschiedenen Museum, schlenderten durch die Strassen und genossen die Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlt.

Dawson City

Dawson City

Dawson City

Dann überquerten wir mit der Fähre den Yukon River. Der „Top oft the Word Hwy“ mit seinen 127 km Länge wollte gefahren werden. Wieder Landschaft pur und wir trafen noch jemanden, dem diese Strasse zu gefallen schien. Nach der Grenze zu Alaska heisst die Strasse „Taylor Hwy“ und wir erlebten Schlaglöcher, für die dieser Begriff ganz genau zutrifft. Da wir es nicht eilig hatten fuhren wir den über 100 km langen Abstecher nach Eagle. Es war eine kurvenreiche attraktive Fahrt mit vielen Haarnadelkurven hinab in Täler und hinauf in baumlose Höhen. Am Yukon gelegen erlebte sie zur Zeit des Goldrausches ihre Blüte und ist heute ein verschlafenes Dorf. Nach einer einsamen Nacht auf dem menschenleeren Campingplatz wollten wir noch unsere Bremsen prüfen lassen. In der Werkstatt teilten sie uns mit, dass sie an einem Landrover nichts machen würden und alle Bremsen so quietschen. Mehr oder weniger beruhigt fuhren wir wieder auf den Tayler Hwy zurück. Nach über 100 km trafen wir auf den Alaska Hwy.

Top of the World Hwy

Top of the World Hwy

Eagle

Als erstes besuchten wir eine Büffelherde und dann fotografierten wir das unübersehbare Monument für das offizielle Ende des Alaska Highways. Warum es Werni plötzlich so eilig hatte, konnte sicher nicht an diesen zwei niedlichen Tierchen liegen.

Tok

Tok

Tok

In Fairbanks gingen wir als erstes zu einer Autoreparaturwerkstätte, denn wir wollten Gewissheit über den Zustand der Bremsen. Wir erfuhren, dass die Beläge für die Hinterradbremsen erneuert werden müssen. Die Teile müssen bestellt werden und das daure 2 Tage. Natürlich war uns das Glück hold, das Wochenende stand bevor und so wurden wir auf Dienstag vertröstet.

Wir machten das Beste aus der Situation und gingen in ein bekanntes, spezielles Restaurant essen. Als wir wieder zum Huckepack kamen, fanden wir eine Notiz unter dem Scheibenwischer. Doug sah unser Auto als er mit Sonja das Restaurant verliess. Er erinnerte sich, dass wir in den USA auf einem Parkplatz beim Beobachten von Wild miteinander gesprochen hatten. Damals empfahl er uns unbedingt den Denali Hwy zu fahren, wenn wir in Alaska seien. Wir waren total überrascht und riefen an. Sogleich wurden wir eingeladen, sie in ihrem Haus zu besuchen. Sie leben in einem wunderschönen Haus etwas ausserhalb von Fairbanks und sind umgeben von der Natur. Liebevoll werden die Gemüse, Salatpflanzen und Blumen gepflegt. Sehr zum Leidwesen von Sonja, erklärte uns Doug, lieben auch die Moose das frische Gemüse und die Setzlinge, Wir assen Pizza, einen selbstgebackenen Blaubeerkuchen und genossen die wunderschönen Stunden. Wir erhielten viele Tipps, die unseren Aufenthalt in Alaska bereicherten. Hier nochmals ein herzlicher Dank für die Gastfreundschaft.

Fairbanks

Fairbanks

Fairbanks

Antje und Heiko waren zum Einkaufen auf dem Walmart Parkplatz gekommen und wir sprachen zusammen. Sie erzählten uns, dass sie seit vielen Jahren im Sommer in Alaska seien und die Winter in Deutschland verbringen. Spontan schenkten sie uns eine Nussschokolade, sie sei zwar aus Deutschland, aber wir freuten uns über das Geschenk von „fast“ daheim. Spontan luden sie n ihr Blockhaus ein. Auch sie wohnen etwas ausserhalb von Fairbanks. Wir sassen auf der Terrasse und genossen Wassermelone, Kuchen und Kaffee. Sie erzählten uns, dass das bestellte Blockhaus beim Hersteller gebaut werde. Dann wird es wieder zerlegt und die Einzelteile werden nummeriert. Erst auf dem Grundstück wird die Lage festgelegt und wenn alles zusammengesetzt ist, werden die Fenster herausgeschnitten. Auch der ganze Innenausbau wird dann festgelegt. Sie haben uns alles gezeigt und wir waren sehr beeindruckt. Sie haben ihr Haus sehr liebevoll und gemütlich eingerichtet und wir spürten wie viel Arbeit und Überlegungen sie sowohl bei der Planung als auch beim Ausbau hinein gesteckt haben. Um das Haus herum hat es viel Wiese und grosse Bäume schirmen es gegen die umliegenden Häuser ab. Neben dem Haus gibt es noch ein kleineres Gebäude, das vor allem Platz für ein amerikanisches Womo hätte haben sollen. Wenn man weiss, wie gross so ein Womo ist, kann man sich vorstellen, dass auch die Garage entsprechend gross sein musste. Das Womo kam nicht, der Pickup hat genügend Platz und es hat neben einer professionell eingerichteten Werkstatt auch noch Nebenräume. Heiko zeigte uns, wie er mit von ihm umfunktionierten Gegenständen ganze Lachsseiten räuchern kann. Im oberen Stock über eine Aussentreppe erreichbar zeigte er uns eine wunderschöne und optimal eingerichtete Ferienwohnung. In diesen paar Stunden haben wir sehr viel über das Leben in Alaska erfahren. Zum Abschied schenkten sie uns noch Fischfilets und Elchwürstchen, die wir sehr genossen haben. Auch ihnen danken wir an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft.

Fairbanks

Fairbanks

 

 

 

 

 

 

 

 

Was für ein Glück! An diesem Wochenende wurden auch noch die „Golden Days“ gefeiert. Dieses Fest soll an die Goldfunde um 1902 erinnern. Während 3 Tagen fanden Rennen, Wettbewerbe, Paraden und Umzüge in Kostümen aus dieser Zeit statt. Wir besuchten den Höhepunkt: Das „Gifts Rubber Duckie Race“ Von der Brücke werden tausende Badezimmerenten in den Fluss geworfen und das Rennen beginnt. Dieses Gerangel, jede will die schnellste sein und die Entenbesitzer feuern durch Zurufe an. So schnell wie möglich möchte man an die nächste Brücke gelange um die erfolgreichste Ente zu sehen. An der Ziellinie stehen Boote, um die Enten wieder heraus zu fischen. Die 10 schnellsten Enten gewinnen je einen Preis. Das Fest findet auch auf dem Hauptplatz und in den umliegenden Strassen statt. Neben Livebands hat es zusätzlich verschiedene andere Attraktionen, wobei uns eine am Meisten gefiel. Trifft der Ball mit einer Stärke auf die Zielscheibe wird ein Mechanismus ausgelöst und die Person fällt vom Stuhl ins Wasserbecken. Die Abwurfline ist abhängig vom Alter. Als ca. 5 jährige Kinder ihr Glück versuchten, half die Standbesitzerin nach und löste den Mechanismus aus - sehr zur Freude dieser Kinder.

Golden Days

Golden Days

Golden Days

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem nicht genug! Es fanden auch noch die „Eskimo-Indian-Olympics 2001 Games“ statt. Welche Namen die verschiedenen Disziplinen doch hatten: z.Bsp. One Hand Reach; Eskimo Stick Pull; Men’s Blanket Toss; One Foot High Kick (Canadian Style); Ear Weight; Ear Pull! Da wollten wir wenigstens ein paar Wettkämpfe sehen.

Beim „One Foot High Kick“ muss der an der Schnur hängende Ball mit dem Fuss gekickt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Athlet, die Athletin anschliessend wieder auf den Füssen steht und nicht umfällt. Wir waren beim Final dabei und erlebten, dass der Olympiasieger seinen eigenen Rekord überbot.

Beim „Men’s Blanket Toss“ wurden Zuschauer aufgerufen das Sprungtuch zu halten. Umgehend ergriffen genügend Männer die Gelegenheit. Mit vereinten Kräften gelang es ihnen, dass der Athlet in luftiger Höhe seine Kunststücke vorführen konnte.

Unter „Ear Pull“ konnten wir uns nun gar nichts vorstellen. Doch dann sahen wir zu, wie sich die WettkämpferInnen gegenüber auf den Boden setzten, die Schnur ums Ohr banden und durch zurücklehnen hofften, dass die fremde Ohrmuschel nachgeben würde. Dass bei dieser Disziplin nach ein paar Wettkämpfen hinter den Ohren auch Blut floss und das sehr schmerzhaft ist, erlebten wir vor allem bei einem Wettkämpfer live mit.

Eskimo-Indian Olympics

Eskimo-Indian Olympics

Eskimo-Indian Olympics

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten auch genügend Zeit Museen zu besuchten und durch Parks und Strassen zu schlendern. Auf einem Feld beobachteten wir Kraniche, die sich auf ihrem Weiterflug vorbereiteten. Und noch nie hatten wir um Mitternacht am fast blauen Himmel einen solchen Mond gesehen.

North Museum Fairbanks

Fairbanks

Fairbanks