Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Naturwunder in Utah, Arizona und Californien Drucken E-Mail
Freitag, den 02. Dezember 2011 um 00:00 Uhr
Wir haben eine fantastische Zeit hinter uns. Mehr als einen Monat verbrachten wir in den Nationalparks im südlichen Utah und in Arizona. Uns gingen die Superlative aus beim Betrachten und Bewundern dieser Naturschönheiten. Fanden wir, dass wir mit diesem Park wohl den Schönsten sahen, überraschte uns der nächste mit ganz anderen Landschaften. Wenn ich zähle, waren es mindestens 14 State- und Nationalparks, die wir in dieser Zeit besuchten.
Doch der Reihe nach. Als erste bewunderten wir den Arches NP. Durch die Erosion von Wind und Wetter entstanden Felsbögen, die der Landschaft eine besondere Note geben. Wir stapften durch Sand, zwängten uns durch enge Felspassagen und kletterten steile Felsen hinauf um zu den schönsten Bögen zu gelangen. Da waren zwischendurch immer wieder Pausen dringend nötig um Wasser zu trinken und Atem zu schöpfen.
Arches NP

Arches NP

Arches NP

Colorado- und Green River haben die Canyonlands gestaltet. Wie die Schenkel eines Ypsilon laufen die beiden Flüsse aufeinander zu und teilen die Landschaft in drei „Länder“.
„Island in the Sky“ ist von Norden her zugänglich. Tief unten sahen wir den Green River, wie er sich durch die Landschaft schlängelt. Vom Dead Horse State Park, der östlich von „Island in the Sky“ liegt, hatten wir einen wunderschönen Blick hinab in den Colorado River.
Der Zugang zu „The Needles“ erfolgt von Osten. Tatsächlich ragen die Felsen wie spitze Nadeln in den blauen Himmel hinein. Wieder einmal unternahmen wir Wanderungen und kletterten in diesen sagenhaften Felslandschaften herum.
„The Maze“ ist von Westen her und nur mit Jeeps zugänglich. Diesen zu erkunden hätte ein riesiger Umweg bedeutet und so liessen wir diesen Teil des Nationalparks aus.

Canyonlands NP

Dead Horse SP

Needles NP

Auf dem Weg zum Monument Valley besichtigten wir noch eine ehemalige Unterkunft von Cowboys. Unter einem windgeschützten Felsen richteten sie sich früher für einen kurzen Aufenthalt ein, bevor sie mit den Tieren und dem Hausrat weiter zogen.
Der Himmel war bedeckt und ein kalter Wind fegte über die Landschaft. Trotzdem meinten wir, dass nur die Sonne die Blätter der Bäume so zum Leuchten bringen könnte. Doch wir wurden vom Gegenteil überzeugt. So viel gelb auf einmal, hatten wir schon lange nicht mehr gesehen.
Als wir das Schild zum Newspaper Rock sahen, hielten wir an und versuchten die Nachrichten zu entziffern. Leider ohne Erfolg, sie waren auch nicht für uns bestimmt.
Je länger wir reisen, lernen wir auch immer wieder zu fragen und nachzufragen. Wir gehen öfter davon aus etwas nicht richtig verstanden zu haben. Das macht das Reisen für uns auch immer wieder auf’s Neue spannend und fördert den Kontakt.

Weg Needles NP

Needles NP

Weg Monument Valley

Auf der Weiterfahrt verdunkelte sich der Himmel immer mehr und in der Nacht erlebten wir auf dem Campingplatz des Monument Valleys ein Gewitter. Blitze erleuchteten den Himmel und liessen die Landschaft für Sekunden in gleisendem Licht erscheinen. Der Regen prasselte auf unser Dach und wir freuten uns im Trockenen zu sein. Am nächsten Morgen war der Regen vorbei, doch die Naturstrasse, die durch den Park führt glich einem Trampelpfad. Durch Pfützen und Schlamm fuhren wir den Scenic Drive und unser Huckepack war einmal mehr reif für eine Wäsche. Da hatten es die Reiter doch etwas einfacher. Nichts desto trotz, es war eine eindrückliche Fahrt und wir waren begeistert von den Felsformationen.

Weg Monument Valley

Monument Valley

Monument Valley

Die anschliessende Fahrt durch das Valley of the Gods führte uns im wilden Verlauf durch eine einsame, sensationelle Felslandschaft, die uns noch fast besser gefiel, als das doch ziemlich überlaufene Monument Valley.
Für die Übernachtung wählten wir den Goosenecks State Park. Hoch über dem San Juan River konnten wir gratis campieren und hatten einen fantastischen Blick in die Tiefe. Doch der Wind blies immer stärker und mitten in der Nacht parkierte Werni unseren Huckepack um, drehte die Stützen herunter und milderte so das Schaukeln unseres Gefährts. Trotzdem, viel Schlaf fand ich nicht und war froh, als es Morgen wurde.

Valley of the Goods

Valley of the Goods

Goosenezks NP

Pulsierende Gewässer formten zwei tiefe Schluchten und drei massive Brücken in den Sandstein, der einst das Ufer eines alten Meeres war. Unseren ersten Versuch im Natural Bridges National Monument in die Schlucht der zweitgrössten natürlichen Brücke der Welt hinunter zu steigen, gaben wir auf, als wir sahen, dass wir ausser einem extrem steilen Pfad auch noch eine Treppe und drei hölzerne Leitern überwinden müssten. So begnügten wir uns und stiegen über einen Pfad in die Schlucht hinunter und bewunderten die Owachome Natural Bridge hoch über uns. Wie lange wird es wohl noch dauern bis Wind und Regen diese Brücke zum Einsturz bringt? Wir hoffen, dass noch viele Menschen diese Naturwunder sehen dürfen.

Natural Bridge

Natural Bridge

Natural Bridge

Das Goblin Valley wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir hatten gelesen, dass es seinen Namen wegen seltsamen, von der Erosion geschaffenen Sandsteinskulpturen erhalten hatte. Und tatsächlich, inmitten dieser drolligen „Kobolde“ konnten wir campieren. Es war ein Genuss zwischen diesen Gestalten herum zu streifen und sich vorzustellen, dass sie in der Nacht zum Leben erwachen und sich über die Touristen lustig machen.

Gobelin SP

Gobelin SP

Gobelin SP

Auf dem Weg ins Capitol Reef sahen wir wieder Wandmalereien. Wir erfuhren, dass schon 700 n. Chr. Indianer der weit verbreiteten „Fremont Kultur“ entlang des Fremont Rivers jagten und Ackerbau betrieben und sich das Gebiet mit den Anasazi teilten, die im Süden lebten. Auf rätselhafte Weise verschwanden sie ca. 1250 n.Chr. und hinterliessen nur wenige Spuren ihres Lebenswandels.
Später jagten nomadische Indianer in diesem Gebiet. 1917 legte eine kleine Mormonengemeinde in Fruita durch geschickte Bewässerung des guten Talbodens Obstgärten an. Nach der Schaffung des Capitol Reef National Monument 1937 zogen die Familien in andere Gebiete. Übrig blieben einige Gebäude und die historischen Obstgärten.
Hinter dem Campingplatz genossen die Rehe sowohl am Abend als auch am Morgen die Äpfel, ohne sich von den Menschen um sie herum stören zu lassen. Für die lange Wanderung hinauf in die Hügel ernteten auch wir ein paar Früchte. Es waren die besten Äpfel, die wir in Amerika je assen.

Weg Capitol Reef NP

Capitol Reef NP

Capitol Reef NP

Auf der Weiterfahrt über Pässe und Hügel erlebten wir einen ersten Eindruck wie es hier im Winter aussehen könnte. Die Strassen waren trocken, aber viele Äste lagen am Boden. Sie hatten der Last des Schnees, noch bekleidet mit den Blättern, nicht stand gehalten.
Bill Clinton unterzeichnete 1996 ein Gesetz, das ein Gebiet von 6‘800 km2 unter Naturschutz stellte. Das Grand Staircase-Escalante National Monument kann erst auf wenigen wirklich „dirty Roads“ befahren werden und unser Huckepack holperte und schaukelte in die endlos erscheinende Weite hinein. Schränke mussten wieder eingeräumt werden. Zum Glück war die Türe zum Geschirrschrank geschlossen geblieben. Trotzdem, es war eine aufregende und eindrückliche Fahrt und liess uns die Vielfalt an Naturwundern zwischen Hochgebirge, Wüste und tiefen Canyons nur erahnen.

Weg Escalante

Escalante

Escalante

Obwohl wir schon so viele imposante Landstriche gesehen hatten, war der Besuch des Bryce Canyon National Park ein überwältigendes Erlebnis. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und standen ehrfürchtig vor den atemberaubenden Formen der erodierten Sandsteine. Es fällt .mir ausserordentlich schwer nur drei Bilder für diesen Bericht auszuwählen.
Wir liefen am Rim entlang und sahen in die Weite und Tiefe. Wir stiegen in die Schlucht hinunter und fühlten uns unendlich klein zwischen all den aufragenden Felswänden. Vom Himmel sahen wir nur einen schmaler Streifen, wenn wir unsere Blicke entlang der Felswände nach oben gleiten liessen. Der Aufstieg war steil und anstrengend und, obwohl wir so taten als würden wir die Landschaft bewundern, dienten uns die Pausen hauptsächlich dazu, Atem zu schöpfen.

Bryce Canyon NP

Bryce Canyon NP

Bryce Canyon NP

Die Erosion des Gesteins, wirkt sich auch auf die Bäume aus. Beeindruckend zu sehen, wie tapfer sie sich festklammern müssen um aufrecht zu stehen. Wieder vorbei an Seen, Hügeln und Bergen die teilweise schon ein winterliches Kleid trugen, näherten wir uns dem Zion Nationalpark.

Bryce Canyon NP

Weg Zion NP

Weg Zion NP

Wieder sah die Landschaft ganz anders aus. Als erstes hiess es das Auto auf dem Besucherparkplatz abstellen. Von dort fahren Shuttle die 7 km lange Stichstrasse. Sie führt entlang des Virgin River und beidseitig ragen die steilen Felswände in die Höhe. Es gibt acht Haltepunkte von denen Trails wegführen.
Am Strassenende beginnt der Riverside Walk. Auf dem befestigten Weg gingen wir bis dieser zwischen Felsen und Fluss keinen Raum mehr liess. Obwohl der Wasserstand niedrig war hatten wir keine Lust unsere Schuhe und Socken auszuziehen und durchs kalte Wasser ans andere Flussufer zu waten.
Der Weg von dort zum wirklichen Zion Canyon Narrow wird als mühsames Waten und Kraxeln und nur Leuten mit guter Kondition und Balance im fliessenden Wasser beschrieben. Zu dieser Spezies zählen wir uns nicht. Auch anderen Trails, die aufgrund der Steilheit als Herausforderung für sportliche Wanderer beschrieben sind, unterliessen wir.
Wir begnügten uns, ausser dem Riverside Walk, zu den Emerald Pools zu wandern und genossen ansonsten die Landschaft.

Zion NP

Zion NP

Zion NP

Bei schönstem Wetter fuhren wir zum North Rim des Grand Canyons. Der Campingplatz liegt mitten im Wald und es hatte nur noch wenige Besucher. Von der Terrasse der Lodge genossen wir den traumhaften Blick ins Tal hinunter und sahen den Südrand im Dunst des Sonnenlichtes.
Der 23 km lange North Kaibab Trail führt 1‘700 m weit hinunten bis zur Phantom Ranch. Von dort führt der 11 km lange South Kaibab Trail hinauf zum Südrand. Dabei sind wieder 1‘335 Höhenmeter zu überwinden. Also nichts für uns, denn wir spürten bei den kurzen Wanderungen die Anstrengung in der Höhe von 2‘500 m.
Wir fuhren zu den verschiedenen Aussichtspunkten erfreuten uns am Blick in die Tiefe des Canyons wo wir das Wasser des Colorado glitzern sahen. Als wir am Sonntagnachmittag vom Campingplatz in die Lodge gingen um auf der Terrasse in der Sonne nochmals etwas zu trinken, hatten wir Pech. Alles war geschlossen, die Wintersaison hatte begonnen. So stapften wir unverrichteter Dinge fast eine Stunde durch den Wald hindurch wieder zurück zu unserem Huckepack.

Grand Canyon Nord

Grand Canyon Nord

Grand Canyon Nord

Beim Nest Marble Canyon führt eine Stichstrasse hinunter nach Lees Ferry. Das ist eine grüne Oase mit ein paar Häusern am Ufer des Colorado und ist Ausgangspunkt für Rafting Trips durch den Grand Canyon. Leider herrschte auch hier schon Nachsaison und es war leer und still.
Als wir wieder oben waren blickten wir von der einzigen Brücke die zwischen Glen Canyon und Hoover Dam den Colorado überquert in den River hinunter. Sicher ist es eindrücklich, wenn man von dort aus die Boote tief unten durch fahren sieht.
Das nächste Mal sahen wir den Colorado bei Horseshoe Bend wieder und bewunderten, wie er sich seinen Weg auf eindrückliche Art und Weise bahnt.

Lee's Ferry

Lee's Ferry

Horseshoe Bend

Am Lake Powell machten wir eine kurze Pause um Platz für die nächsten Eindrücke zu schaffen. Platz war genug vorhanden und wir konnten nahe am Wasser campieren. Wir genossen ein paar Tage am See, lagen in den Liegestühlen und wagten uns sogar ins Wasser, obwohl es ziemlich erfrischend war.
Dann fuhren wir nach Page und wurden von einer anderen Wirklichkeit eingeholt. Dass neben diesen rauchenden Kraftwerksschloten aber der Eingang in eine atemraubende Canyonwelt war, war die perfekte Überraschung.

Lake Powell

Lake Powell

Antelope Canyons

Uns fehlten die Worte, als wir diese Antelope Canyons besichtigten. Wir staunten, freuten uns über all die Farben und Formen. Wir zwängten uns durch Spalten hindurch, stiegen Treppen hinunter und waren gefangen vom Licht, das alles in eine Zauberwelt verwandelte. Von überall her ertönte das Klicken der Fotoapparate. Für Werni würde es keine einfache Aufgabe werden aus den vielen Fotos auszuwählen, das wussten wir. Leider konnten wir diese Canyons nur mit einer Führung besichtigen und so war die Zeit des Aufenthalts beschränkt.

Antelope Canyons

Antelope Canyons

Antelope Canyons

Am South Rim des Grand Canyons unternahmen wir lange Wanderungen und sahen hinüber zum North Rim, wo wir auch die Lodge wieder entdeckten. Eindrücklich war es wieder in der Tiefe den Colorado River und Boote darauf treiben zu sehen. Von einigen Stellen aus konnten wir den Weg erspähen und Wanderer auszumachen, die sich klein wie Ameisen bewegten.
Glücklich und begeistert sahen die Menschen aus, die auf Schusters Rappen oder getragen von Maultieren, oben ankamen. Das auch zu erleben reizte uns. Da sich aber trotz velofahren und wandern unsere Kondition nicht verbessert hatte, mussten wir auf dieses Abenteuer verzichten. Mich auf ein Maultier zu setzen und diesen steilen Weg nach unten und nach oben zu reiten, mutete ich mich auch nicht zu. In dieser Umgebung den Sonnenuntergang zu erleben krönte unseren Aufenthalt.

Grand Canyon Village

Grand Canyon Village

Grand Canyon Village

Nun fehlte uns noch die berühmte Route 66, die einst Chicago mit Los Angeles verband. Mindestens ein Stück wollten wir selber erkunden. So fuhren wir die 75 Meilen von Seligmann über Klingman und Oatman nach Topock. Die Strecke führt teilweise durch reizvolle und einsame Landschaften und nur wenige Autos Motorräder begegneten uns. Uns gefiel es so gemütlich durch die Gegend zu gondeln. Besonders Seligman mit seinen skurrilen Geschäften und witzigen und originellen Überbleibseln aus der „guten alten Zeit“ hatte es uns angetan.

Seligman

Seligman

Seligman

Eine weitere Pause von ein paar Tagen legten wir im Organ Pipe Cactus National Monument ein. Wohltuend war dieser Aufenthalt zwischen den unzähligen Kakteen. Beim Aussteigen entdeckten wir dieses Tierchen zum Glück frühzeitig und kamen ihm mit unseren Füssen nicht zu nahe. Wer weiss, was sonst passiert wäre.
Auch hier waren nur ein paar andere Camper und am Abend breitete sich eine tiefe Ruhe aus. Wieder einmal konnten wir den Untergang der Sonne und die vielen Sternen bewundern.

Organ Pipe

Organ Pipe

Organ Pipe Cactus

Nun wollte auch unser Landrover zu seinem Service kommen und wir fuhren nach Tucson. Aus dem Internet hatten wir die Adresse von einer Landrover Werkstatt, die unabhängig von der offiziellen Vertretung ist. Auch hier trafen wir kompetente Mechaniker, die sich auch mit Dieselmotoren auskennen. Die Garage war zu niedrig und so konnten wir die Kabine auf dem Parkplatz neben der Werkstatt abstellen. Mit dem Bus fuhren wir in die Stadt, während unser Landy kontrolliert und gewartet wurde.
Beim Bummeln durch die Stadt fiel uns dieses originelle Wartehäuschen auf. Dann kamen wir an einem Park vorbei, in dem Anhänger der „Occupy Walstreet“ Bewegung ihre Zelte aufgeschlagen hatten und in der Hitze des Nachmittags im Gras lagen. Vielleicht war der wachhaltende Soldat der Grund, dass weit und breit kein Polizist zu sehen war ;-).
Am Abend erwischten wir den falschen Bus. So kamen erst nach einem weiten Umweg und bei völliger Dunkelheit wieder bei unserer Kabine an. Auch in den Städten gib es kaum Strassenbeleuchtung und wir beobachteten, dass Passagiere für den Heimweg die Taschenlampe bereit hielten.
Als wir unseren Huckepack wieder startklar gemacht hatten, fuhren wir an der immensen Freifläche der Davis Monthan Air Force Base vorbei. Dort stehen Tausende eingemotteter und ausgeschlachteter Flugzeuge in Reih und Glied.

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Bei Green Valley besichtigten wir das Titan Missile Museum. Wir nahmen an einer Führung teil und sahen das komplette Abschusssilo einer mit Atomsprengköpfen bestückten Titan-II- Interkontinentalrakete. Sie war von 1963 bis 1984 rund um die Uhr einsatzbereit. Als das Gelände zu einem Museum wurde, blieb der Schacht für längere Zeit offen, damit aus der Luft die Unschädlichkeit der Rakete überprüft werden konnte.
Von den technischen Details der Anlage, die während der Führung erwähnt wurden, verstand ich praktisch nichts. Erschreckend für mich war zu sehen, dass es sich bei dieser Einrichtung um keine Filmattrappen handelt, sondern dass alles real existiert(e).

Titan Missile Museum

Titan Missile Museum

Titan Missile Museum

Wir hatten einen Reiseführer für Mexiko und einen E-Book-Reader bestellt. Auch Marianne und Walter hatten wir die Adresse der Hauptpost in San Diego angegeben, damit sie uns etwas postlagernd zuschicken konnten.
Die Wartezeit bis wir die Post abholen konnten, wollten wir an einem schönen Ort verbringen. Im Süden Arizonas, in Ajo, fanden wir einen kleinen Campingplatz mit geheizten Aussenpools. Ein guter Ort um auch Rückschau zu halten bevor wir nach San Diego reisen würden und von dort weiter nach Mexiko.
Werni reduzierte die weit über 1000 Bildern auf eine immer noch stattliche Anzahl von knapp 300. Ich verbrachte viel Zeit mit Schwatzen, Nichtstun und immer wieder mit dem Vorsatz den Bericht zu schreiben.
Den grösseren Pool nutzten wir nur kurz für ein paar Schwimmzüge. Viel lieber lagen wir im Whirlpool und genossen das heisse Wasser und die Massage. Da konnten wir entspannt lachen und uns erholen.
Am ersten Tag lud uns Kent ein am frühen Abend zum Pool zu kommen um an einer Überraschungsparty teilzunehmen. Seine Frau Donna habe Geburtstag und das soll mit Glace und Kuchen gefeiert werden. Als wir ankamen waren ausserdem Ann, Jim, Gerhard, Mary und Jerry dort. Es wurde gegrillt und dazu gab es Salate. So wurden auch wir überrascht. Es wurde ein lustiger Abend und wir genossen unsere Zeit in dieser angenehmen Gesellschaft zu verbringen.
Der Geburtstagskuchen war so gross, dass wir uns für den nächsten Morgen zum Kaffee verabredeten. Wir brachten den Kaffee aus unserer italienischen Kaffeemaschine mit. Unter viel Gelächter und mit viel heissem Wasser verdünnt lobten sie unseren Kaffee. Es ist schon toll, dass wir solche Menschen kennen lernen und mit ihnen Zeit verbringen dürfen.

La Siesta Bekanntschaften

Ajo

Ajo

Doch es wurde Zeit nach San Diego zu fahren. Ausser dem Reiseführer konnten wir alles abholen. Vor allem freute uns auf die wunderschöne Karte, die wir von Marianne und Walter erhielten. Lange ist es her, dass wir persönliche Post in unseren Händen hielten.
Wir machten auf uns auf die Stadt zu erkunden. Wir spazierten an Stränden entlang und fuhren den Scenic Drive durch die Stadt.
Im Balboa Park, hat es nach Washington DC die zweitgrösste Ansammlung von Museen. Bei einem Bummel zwischen diesen Gebäuden könnte man meinen man sei irgendwo in Europa. Natürlich ist auch hier die Weihnachtsvorbereitung in vollem Gang.
Über Ingeborg erfuhr ich, dass ein Bekannter in San Diego ein Restaurant führt und übers Internet fanden wir die Adresse des „Living Room Cafe“. Wir fuhren hin und lernten Beat Wick und seinen Partner Urs Baumann kennen. Am Sonntag besuchten wir den Farmersmarkt in La Jolla. Dort haben Urs und Ursula einen Stand und wir verköstigten uns mit feinen Omeletten und einem ausgezeichneten Apfelstrudel. So ein bisschen Heimat erfreut und erwärmt zwischendurch nicht nur das Herz.

San Diego

San Diego

San Diego

Inzwischen hatte Werni auch die Autoversicherung für Mexiko abgeschlossen. Da es bis zum 3. Dezember dauern kann, bis unser Buch ankommt, beschlossen wir einige Tage in der Wüste zu verbringen. In Borrego Springs sahen wir Offroad Fans zu, wie sie die Dünen hinauf- und hinunter fuhren und eine Dunstwolke legte sich über die Wüste. Ganze Familien treffen sich und schon die Kleinsten haben einen motorisierten Untersatz. Ist es ein Töff, so wird mit Stützrädern nachgeholfen, damit sie zwischen den Eltern ihre ersten Erfahrungen sammeln können.
Nach 3 Tagen hatten wir genug gesehen und gehört und wir fuhren in den Anza Borrego Desert State Park. Dort unternahmen wir lange Wanderungen und besuchten unter anderem einen Palmgarten. Auf dem Weg begegneten wir einer Herde Bighornsheeps, die uns ganz nahe heran liessen und sich für den Fotografen in Position setzten. Die Nächte verbrachten wir abseits von Strassen und Lärm in der Einsamkeit der Wüste. Wunderschön war der Sternenhimmel so ganz ohne Fremdlicht und der Mond zeigte sich nach dem Sonnenuntergang für eine kurze Zeit, bevor auch er hinter den Hügeln verschwand.

Anza Borrego

Anza Borrego

Anza Borrego

Nun sind wir wieder in San Diego. Das Buch ist immer noch nicht angekommen, dafür habe ich Zeit diesen Bericht fertig zu schreiben und Werni bearbeitet die Bilder, die er im November aufgenommen hat.
Habt ihr schon bemerkt, dass ein neuer Banner unsere Homepage ziert? Das ist Wernis Werk. Endlich ist es unser Huckepack und er steht in einer Landschaft, die wir besucht haben.
Vor 15 Monaten sind wir in Halifax in unseren Huckepack gestiegen und haben viele Gebiete in Canada und den USA bereist. Wir können auf eine wunderbare Zeit zurück blicken. Wir trafen ganz viele liebenswerte Menschen, schlossen Freundschaften und lernten ganz viel dazu. Besonders angetan sind wir von der Offenheit der Menschen. Überrascht sind wir, dass wir nie Neid spürten. Vielmehr sprachen sie uns an, interessierten sich zu hören wo wir überall schon waren und freuten sich mit uns über das Erlebte. Sicher haben auch wir uns verändert. Auf jeden Fall freuen wir uns weiterhin darauf Neues zu entdecken. Reisen bleibt eine spannende Angelegenheit. Für all das sind wir dankbar und uns bewusst welches Glück wir haben, dass wir dieses Projekt gemeinsam erleben dürfen.
Unser nächster Bericht wird von den Erlebnissen in Mexiko erzählen. Als erstes besuchen wir Baja California und hoffen auf viel Strandleben. In diesem Sinn: Hasta luega!