Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Dienstag, den 17. April 2012 um 00:00 Uhr

Nachdem wir die Ausreiseformalitäten in Mexiko hinter uns hatten, nahmen wir die Einreiseformalitäten für Belize in Angriff. Wir wollten direkt zur Zollstelle, doch wir wurden zurück gewiesen, d.h. parkieren und hinein ins Zollgebäude. Am ersten Schalter wurde unser Pass gestempelt, dann mussten wir an den nächsten Schalter um für unseren Huckepack eine Importerlaubnis zu erhalten. Die Beamten schwatzten immer wieder untereinander in Englisch-Kreolisch und wir verstanden natürlich nichts. Auf Englisch wurden wir gefragt ob wir Tiere, Früchte oder Alkohol einführen wollten. Als wir alles verneinten, wurde das Auto im Pass von Werni eingetragen und wir verliessen ganz entspannt das Zollgebäude. Bei der Zollstelle kam der Beamte, der die Papiere ausgefüllt hatte zu unserem Auto, ergänzte die Unterlagen mit der Stammnummer von der Kabine und den beiden Velos, nickte anerkennend zu unserem Huckepack und händigte und die restlichen Papiere aus. Spätestens da wussten wir, dass es hier anders läuft und wir am besten geduldig warten.

Belize ist etwa halb so gross wie die Schweiz. Die Bevölkerung (ca. 312‘000) setzt sich aus Kreolen (Afrika-Europa), Maya, Mestizen (Spanisch-Maya), Spanier, Mennoniten, Garifuna (Afrika-Karibik), Europäern, Nordamerikanern, Menschen aus dem Mittleren Osten, Ostindien und Asiaten zusammen. Die offizielle Landessprache ist Englisch, daneben wird Englisch-Kreolisch, Spanisch, drei Maya-Sprachen, Garifuna, Plautdietsch, Chinesisch und Hindi gesprochen. Ein Land das wirklich eine multi-kulturell-ethischen Bevölkerung hat.Die Landeswährung ist der Belize$ doch überall kann mit US$ bezahlt werden. 1US$ entspricht 2 Belize$ und so fällt auch die Umrechnung einfach aus. Die meisten Einwohner sind sehr arm und die Lebenshaltungskosten sind bedeutend höher als in Mexiko. Wir wurden gewarnt vor der hohen Kriminalität, erlebten aber nur fröhliche, freundliche und hilfsbereite Menschen und fühlten uns während des ganzen Aufenthalts sicher.

Da wir spätestens am 14. April in Guatemala City sein wollten, zahlten wir im nächsten Gebäude 14 US$ für eine einwöchige obligatorische Autohaftpflichtversicherung. Auf unsere Frage was damit gedeckt sei, wurden wir auf eine Telefon-Nummer verwiesen, die wir im Schadenfall anrufen könnten.

Na dann, keine Panne und keinen Unfall dachten wir und fuhren bis nach Orange Walk. Beim Polizeiposten fragten wir wo wir einen sicheren Übernachtungsplatz finden könnten. Zwei Polizisten diskutieren in Englisch-Kreolisch lange hin und her (wir verstanden natürlich überhaupt nichts), überlegten und verwarfen Möglichkeiten und erlaubten uns dann, direkt auf ihrem Parkplatz über Nacht stehen zu dürfen.

Am frühen Morgen fuhren wir auf dem Old Northern Highway zur Ausgrabungsstätte Altun Ha und konnten ganz alleine durch die Ruinen spazieren und natürlich auch wieder Stufen hinauf und hinunter steigen. Auch dieser Ort liegt mitten im Regenwald und uns fiel immer wieder auf, wie grün es überall ist.

Weiter fuhren wir nach Bermudian Landing und besuchten das Baboon Sanctuary. Ziel dieses Projekts ist der Schutz der Brüllaffen und die Erhaltung ihres Lebensraums. Die Projektmitarbeiter arbeiten auf Freiwilligenbasis und die Einnahmen kommen den Dörfern zugute, die Land zur Verfügung gestellt haben. Wir entschlossen uns zu einer Kanutour und unser Guide machte uns ausser auf Brüllaffen auch auf viele Vögel aufmerksam. Zwischendurch sahen wir Menschen im Fluss baden und spielen und erfuhren, dass das nur während ein paar Monaten möglich sei. Nach starken Regenfällen schwelle der Fluss so stark an, dass die Strömung kein Baden mehr zulasse. Für uns war es eine wunderschöne, ruhige Flussfahrt und wir hörten das Zwitschern der Vögel und die Geräusche des Regenwaldes.

Altun Ha

Bermudian Landing

Bermudian Landing

Auf dem Weg zum Barton Creek begegneten wir blauäugigen und blonden Menschen, die dem Glauben der Mennoniten angehören. Die Konservativen lehnen noch heute alle modernen Errungenschaften ab und Pferde ziehen die Wagen. Die Frauen tragen lange, geblümte Kleider mit einer weissen Haube, die Männer kleiden sich in lange blaue Hosenträger-Hosen mit weissem Hut. Die Kinder sind wie die Erwachsenen gekleidet. In Spanish Lockout leben jedoch mehrheitlich die „modernen“ Mennoniten, die die gesamte Maschinenbau-Branche von Belize in ihrer Hand haben. Interessant für uns war, dass in beiden Gebieten die Anwesen weit auseinander liegen und es keinen Ortskern gibt. Wir verbachten zwei ruhige Tage bei Mike’s Place und genossen es im kühlen Fluss zu baden.

Weg Caracol

Barton Creek Cave

Barton Creek Cave

Bei Graham, der ausserhalb von San Ignacio eine Landrover Werkstatt hat, liessen wir den Service und neue Bremsbeläge machen. Den kaputten Stossdämpfer konnte er jedoch nicht ersetzen, denn wir konnten nicht warten bis eine Lieferung aus Amerika in Belize eintrifft. Er vertröstete uns auf Guatemala, denn dort sei es einfacher und der Zoll für den Import sei viel tiefer.

Dann fuhren wir zu den Maya-Ruinen von Caracol. Für die knapp 60 km brauchten wie mehr als 2 ½ Stunden auf einer sehr holperigen Strasse. Doch die Fahrt hat sich gelohnt. Die Ruinen liegen wunderschön eingebettet im Regenwald und sind teilweise hervorragend restauriert. Doch man sieht auch, wie der Dschungel alles überwucherte und jedes Gebäude heute durch mühsame Arbeit freigelegt werden muss.

Caracol

Caracol

Caracol

So schnell verging unsere Belize Woche und wir waren gespannt, was uns in Guatemala erwartet.

Die Ausreiseformalitäten waren schnell erledigt und wir tauschten die Pesos, Belize Dollars und auch noch US Dollars in Quetzales. Bevor man die Einreiseformalitäten für Guatemala tätigen kann braucht man Quetzales um das Auto in einer grossen Halle desinfizieren zu lassen. Problemlos erhielten wir in unseren Pässen den Stempel für eine Aufenthaltserlaubnis von 90 Tagen in den 4 Staaten Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua. Für die Einfuhrbewilligung des Huckepacks mussten wir noch verschiedene Fotokopien anfertigen lassen, Gebühren bezahlen und dann hatten wir auch diese Papiere in unseren Händen.

Überrascht vom guten Zustand der Strassen fuhren wir nach Tikal und konnten auf dem Campingplatz direkt neben dem Eingang zu den Ruinen übernachten. Es war das Osterwochenende und ausser anderen Touristen besuchten viele Maya diesen Ort. Wir durften zusehen, wie sie in traditionellen Kleidern Zeremonien vorbereiteten und abhielten. Auch auf dem Campingplatz übernachtete eine ganze Gruppe in Zelten und wir kamen mit einigen von ihnen ins Gespräch. Sie teilten uns mit, dass sie aus Guatemala City kämen und das Wochenende gemeinsam verbringen um die verschiedensten Orte ihrer Vorfahren zu besuchen und dort jeweils entsprechende Zeremonien abhalten.

Am Abend hörten wir dem Gezwitscher der Vögel zu, freuten uns über ihre Flugkünste und während der Dämmerung und im Morgengrauen hörten wir wieder die Brüllaffen.

Früh am nächsten Tag schlenderten wir durch die riesige Anlage von Tikal. Wir erklommen wieder Tempel um Tempel und waren beeindruckt von all dem, was sich um uns herum sowohl in der Nähe als auch in der Ferne zeigte.

Tikal

Tikal

Tikal

Wir bewunderten Horden von Brüllaffen, die sich über uns von einem Ast zum nächsten angelten. Wir begegneten Nasenbären und beobachteten, wie einer mit einem weggeworfenen Apfel im Gebüsch verschwand. Wir sahen Papageien miteinander „schnäbeln“.

Tikal

Tikal

Tikal

Leider änderte sich der Strassenzustand rapide als wir zu den Grutas de Lanquin fuhren. Nach einigen ganz schlimmen Löchern rissen zwei Halterungsriemen von unserer Kabine und wir konnten sie nur noch notfallmässig befestigen. Entsprechend angespannt war die Weiterfahrt.

Bei den Grutas stellten wir auch noch fest, dass der Ring bei der Federung auf der einen Seite des Landrovers nicht mehr richtig lag. Zum Glück fanden wir eine Werkstatt, die das wieder in Ordnung brachte und uns garantierte, dass wir Guatemala City problemlos erreichen werden.

Doch der Besuch der Tropfsteinhöhle brachte uns auf andere Gedanken und wir bewunderten das atemberaubende Innere. Riesige Dome erheben sich bis zu einer Höhe von 50 Metern und bizarre Tropfsteine verleihen den Hallen ein unwirkliches Aussehen. Man sieht zwischen den Kalkblöcken in tiefe Löcher hinunter und kann nur raten wie weit es sowohl unten wie auch oben weiter geht.

Grutas de Lanquin

grutas de lanquin

Grutas de Lanquin

Doch bei der Weiterfahrt holte uns die Realität schnell wieder ein. Die Schlaglöcher waren oft nicht weniger tief und unsere Kabine wackelte bedenklich auf der Ladebrücke. Der Weg nach Guatemala City war noch weit und es wurde Abend. In El Chol durften wir auf dem Parkplatz neben der Kirche über Nacht stehen bleiben und ein hilfsbereiter Securitas führte uns zu einer Eisenwarenhandlung, damit wir neue Spannriemen kaufen könnten. Leider hatten sie keine und wir besannen uns, dass wir ja die Riemen und die Spannvorrichtung noch hatten. Er brachte uns zu einem Schneider, der die kaputten Riemen wieder zusammen nähte. So umrahmt von Autos und Motorrädern machten wir uns auf eine eher laute Nacht gefasst und genossen trotzdem die Abendstunden auf einer Parkbank mit Blick auf den Spielplatz.

El Chol

El Chol

El Chol

Uns wurde versichert, dass die Strasse bis Guatemala City in einem viel besseren Zustand sei. Teilweise traf dies zu, doch immer wieder mussten wir Schlaglöchern ausweichen oder diese ganz langsam überwinden. Endlich erreichten wir die Hauptstadt und fanden auch den Händler für Stossdämpfer problemlos. Wir bestellten die Stossdämpfer und neue Spannriemen und hoffen, dass sie in 3 oder 4 Wochen von Amerika ausgeliefert werden.

Dann fuhren wir zum Flughafen und fanden auch einen Parkplatz, der während 24 Stunden bewacht wird.

Aus der Stadt heraus zu fahren und nach Antigua zu kommen erwies sich ohne Navigationsgerät unmöglich und so fanden wir 30 km südlich der Hauptstadt endlich einen Campingplatz für die nächste Nacht.

Am nächsten Morgen fanden wir dann auch den Weg nach Antigua und können auf dem Parkplatz der Touristenpolizei stehen. Das ermöglicht uns den Bericht zu schreiben, die Fotos zu bearbeiten und alles ins Internet zu stellen bevor wir am Mittwoch ins Flugzeug steigen und Richtung Europa abheben. In der Schweiz warten sie auf uns, damit wir an der Taufe von Luana und am traditionellen Familientreffen teilnehmen.

Wir freuen uns natürlich Freunde und Bekannten wieder zu sehen und Zeit mit ihnen zu verbringen.