Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

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Kolumbien – zum Wohlfühlen Drucken E-Mail
Dienstag, den 06. November 2012 um 00:00 Uhr

Weiterhin standen wir auf der Wiese des Renacer Guesthouse in Villa de Leyva. Wir brauchten viel Zeit für die Aktualisierung unserer Homepage. Seit wir in Kolumbien sind finden wir seltener Internetverbindungen und oft ist die Übertragung langsam. Sie reicht oft nur zum Mailen und manchmal noch zum Skypen.

Jetzt wollten wir uns noch Zeit nehmen zum Geniessen und vermehrt mit den vielen anderen Gästen plaudern, Erfahrungen und Tipps austauschen, bevor wir weiter fuhren. Bis anhin waren wir täglich einmal im Städtchen um einzukaufen und herumzuschlendern.

Nun wollten wir auch noch die Umgebung erkunden und wandern. Eine Wanderung führte uns steil die Hügel hinauf und immer wieder legten wir Pausen ein – auch um herum zu schauen, aber auch um Atem zu schöpfen. Wir drängten uns durch Büsche und suchten Halt an Steinen und Ästen, um uns bei besonders steilen Passage hinauf zu kommen. Wir wateten durch Wasserpfützen, Morast und überquerten das Flüsschen. Wieder einmal waren wir froh, dass wir die Gummistiefel angezogen hatten. Je höher wir kamen, desto mehr pfiff uns der Wind um die Ohren und die Wolkenbilder änderten sich innert kürzester Zeit. Schien die Sonne auf uns herab schwitzten wir noch mehr. Wir hofften, dass wir ohne Regenschauer die Wanderung beenden könnten. Die Häuser im Tal wurden immer kleiner und die Aussicht immer schöner. Alle Hügel waren mit einem saftigen grün überzogen. Als wir die Kreta erreicht hatten sahen wir auf der anderen Seite auf eine kleine Siedlung hinunter. Da muss eine Strasse sein, dachten wir und waren dankbar. Es gab sogar ein Restaurant und so kehrten wir ein. Wir waren froh, dass wir nicht den steilen und rutschigen Wanderweg zurück gehen mussten, sondern auch wenn es ein Umweg war, die Strasse nehmen konnten.

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Die Velos hatten wir vom Ständer genommen um damit ins Städtchen zu kommen. Jetzt wollten wir auch noch eine Velotour machen. In der Nähe gibt es ein Haus aus Terracotta und es interessierte uns, wie das wohl aussah. Also machten wir uns auf den Weg und holperten über eine Schotterpiste.

Schon von weitem ist das Haus sichtbar und sieht aus als wäre es für einen Märchenfilm gebaut worden. Durch die Form wirkt es sehr klein und eng, steht man jedoch im Haus, erkennt man, wie geräumig es ist.

Im Erdgeschoss hat es ein grosses Wohn/Esszimmer mit offener Küche. Abgetrennt sind verschiedene Schlafzimmer mit Dusche/WC. Über eine Treppe gelangt man auf eine Gallerie und sieht auf den offenen Wohnbereich hinunter. Hier gibt es ein weiteres grosses Schlafzimmer und Ausgänge auf Terrassen. Eine Treppe führt ausserhalb des Hauses zu weiteren Sitzflächen mit Feuerstellen. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf die Umgebung und es muss ein Genuss sein abends den Sternenhimmel betrachten zu können. Durch die Anordnung der Fenster ist das Haus lichterfüllt und es entstehen spannende Schattenspiele. Im Innern bleibt es angenehm kühl und eine offene Feuerstelle sorgt im Bedarfsfall für die nötige Wärme. Die Gitter der Fenster und Türen sind fantasievoll und stellen teilweise grossgeratene Insekten dar. Alle Sitz- und Liegeflächen sind aus Terracotta und selbst die Schränke haben Tablars aus diesem Material. Auf der Wiese stehen und liegen Figuren, neben die ich mich einfach stellen musste. Ausser Terracotta wird Eisen, Glas und weitere natürliche Materialien verwendet. Alles ist ohne Ecken und Kanten. Eine Solaranlage versorgt das Haus mit warmem Wasser und in Zukunft soll auch die Strom- und Wasserversorgung autonom erfolgen. Das Haus ist also bezugsbereit und zu unserem Glück ist noch kein Besitzer eingezogen. Doch die anwesenden Arbeiter nutzen die Infrastruktur der Küche.

Wir warten total fasziniert und verbrachten viel Zeit um möglichst alle Details bewundern zu können. Immer wieder fiel uns etwas auf, das wir dem andern zeigen mussten und Werni konnte kaum mehr aufhören zu fotografieren. Wir spürten mit wie viel Liebe, Sorgfalt und Fantasie geplant, gearbeitet und gestaltet wurde und wird.

Hinter dem Haus gibt es ein Anbau. Die Decke ist schwarz vor Russ und uns wurde mitgeteilt, dass die Bauarbeiten weiter gehen und dass immer wieder Kurse stattfinden. Damit ist klar, dass das Haus und die Umgebung sich auch künftig verändern.

Der Architekt Octavio Mendoza Morales aus Bogota begründet den Bau dieses Hauses wie folgt. Schon als kleiner Junge habe er beobachtet, wie Handwerker das Material Erde in verschiedene Bausysteme umwandelten. Schon während seines Studiums habe er sich auseinander gesetzt wie er die natürlichen Ressourcen Erde, Luft, Wasser und Feuer nutzen und vereinigen könne. Er hätte bemerkt wie Baumaterialien für Gebäude verwendet werden, die unserem Planeten auch schaden. Mehrere Jahre des Nachdenkens über dieses Phänomen habe ihn dazu gebracht als Haupt-Material Heimaterde zu verwenden und so Bauten und Kunstwerke zu schaffen, die dem Schutz, der Ruhe und der Erholung des Menschen dienen. Auf diese Vorstellung konzentriert entwickelte er das Konzept, das ein Haus und alles, was man zum Leben brauche mit diesem Material zu vergleichsweise niedrigen Kosten hergestellt werden kann. Ein Terracotta Haus sei ein Lebensprojekt, das deshalb nie enden werde, sondern immer weiter wachsen, sich entwickeln und zum Lehren und Lernen anrege. Mit diesem Haus habe er einen Treffpunkt geschaffen der für alle offen sei und auch alle zu künstlerischen, handwerklichen und / oder menschlichen Auseinandersetzungen einlade. Ein Terracotta Haus sei erdbebensicher, weise eine gute Haltbarkeit auf, sei wasserfest und widerstandsfähig gegen Frost. Die Herstellung sei unkompliziert. da nur ein einmaliger Brand bei relativ niedrigen Temperaturen notwendig sei.

Nicht nur wir waren begeistert und verzückt, auch von den anderen Besuchern hörten wir mit wie viel Freude und Enthusiasmus sie dieses Haus und seine Umgebung entdeckten.

Wir folgten weiter der Strasse und freuten uns über genossen den Fahrtwind im Gesicht. Als wir jedoch über die Hügel fuhren und Gegenwind hatten, spürten wir dass die Luft in dieser Höhe doch dünner ist. Doch unsere Elektrobike halfen uns die Steigungen leichter zu nehmen.

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Villa de Leyva

In ein ganz anderes Jahrhundert tauchten wir bei der Besichtigung des Convento del Santo Ecce Homo ein. Das Kloster wurde 1620 gegründet. Mit Spendengeldern wurden Gebäude an einem Ort mit einem milden Klima errichtet, die älteren Mitglieder der dominikanischen Gemeinschaft als Pflegeheim dienen sollten. Die Kirche, das wichtigste Gebäude, wurde zwischen 1658 und 1661 gebaut. Sie und die angrenzenden Gebäude umschliessen einen quadratischen, wunderschön angelegten Innenhof. Es gehören ein Friedhof und weitere Gebäude zur Klosteranlage.

1816 wurden die Mönche vertrieben und das Kloster wurde erst 1868 den Dominikanern wieder übergeben. Nach 1910 wurde die Anlage mehrmals restauriert. 1998 wurde das Kloster als architektonisches Erbe in die Liste der Kulturgüter Kolumbiens aufgenommen.

Auf unsere Frage wie viele Mönche heute im Kloster leben, teilte man uns mit, dass es nur noch vier seien. Seit 1959 ist es offen, damit man an diesem Ort an Exerzitien und Einkehrtagen teilzunehmen kann bei Unterkunft und Verpflegungung.

Wir besichtigten die Innenräume der wunderschönen Kirche und sahen uns die Räume an, die als Museum eingerichtet sind. Sie zeigen Ausschnitte aus dem damaligen Leben der Bevölkerung und der Klosterbewohner. Schön war es im Garten zu wandeln und als uns ein Regenschauer überraschte, fanden wir Schutz unter den Arkaden.

Santo Ecce Homo

Santo Ecce Homo

Santo Ecce Homo

Von Günther und Doris hörten wir, dass es in Arcabuco ein Restaurant mit Metzgerei gibt, das von einem Schweizer Ehepaar geführt wird. Die Bratwürste, der Fleischkäse, der Speck und das Fondue seien ausgezeichnet, schwärmten sie. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und für uns war es nur ein kleiner Umweg auf der Fahrt nach Tunja. Doch wir brauchten für die Strecke wieder einmal viel mehr Zeit und kamen erst in der Dämmerung an. Wir parkten gegenüber der Kirche am Hauptplatz. Das Geschäft war geschlossen und wir hofften, dass es am nächsten Tag offen sein würde. Nun suchten wir ein anderes Restaurant, denn wir hatten keine Lust selber zu kochen. Als wir auf die Hauptstrasse kamen, sahen wir viele Menschen und die Polizei regelte den Verkehr. Uns interessierte, was es da so wichtiges zu sehen gab.

Ein Lastwagen war von der Strasse abgekommen und kam kurz vor der Hauswand zum Stillstand. Wir konnten uns nur vorstellen, dass der Fahrer am Steuer kurz eingeschlafen war. Am nächsten Morgen gingen wir zur Hauptstrasse zurück und sahen erst jetzt die tatsächliche Verwüstung an 2 Häusern, die der Lastwagen angerichtet hatte. Eingeklemmt und ziemlich zerdrückt war auch ein Personenwagen zwischen dem Lastwagen und der Hauswand. Holzbretter wurden gelegt, um den PKW zu bergen. Am Lastwagen wurden Bestandteile demontiert. Nicht nur wir sahen zu und fotografierten das Geschehen.

Die Metzgerei und das Restaurant öffneten ihr Pforten auch an diesem Tag nicht und so zogen wir weiter ohne unseren Kühlschrank mit Köstlichkeiten gefüllt zu haben.

Normalerweise sind die Kolumbianer liebenswürdig, hilfsbereit, freundlich und relaxt, doch wenn sie ein Steuerrad in den Händen halten kennen sie kein Pardon. Bergauf und bergab liefern sich die Lastwagen Elefantenrennen und auch vor unübersichtlichen Kurven wird überholt, was das Zeug hält. Es wird gehofft, dass niemand entgegenkommt oder dass man sonst schon noch rechtzeitig auf die eigene Fahrbahn zurück findet. Es ist von Vorteil, wenn man immer selber in Bremsbereitschaft ist um eine Kollision zu vermeiden. Wir fuhren schon an einige Autos und Lastwagen vorbei, die in einem Strassengraben gelandet sind. Jedes Mal sind wir dankbar, wenn wir unfallfrei am Ziel angekommen.

Arcabuco

Arcabuco

Arcabuco

Das Wort „Tunja“ leitet sich vom Namen „Hunza“ ab. Die Muiscas Indianer, die bis zur Eroberung das Gebiet bewohnt und regiert hatten, bezeichneten damit das Fürstentum der Zaque,

Zusammen mit dem spanischen Eroberer und Anwalt Jiménez de Quesada erreichte Capitán Gonzalo Suárez Rendón 1537 die Hochebene. Der General aus Málaga hatte auf verschiedenen Schlachtfeldern in Europa gegen Suleiman I. gekämpft und wurde hier von seinem Befehlshaber zum „Kapitän und Grossrichter“ ganz Neugranadas ernannt. 1539 gründete er die neue Stadt Tunja auf den Grundfesten von Quimuinza, dem unterworfenen Residenzbezirk der Muiscas Indianer.

Santiago de Tunja ist heute die Hauptstadt der Provinz Boyacá. Mit 2800 ist sie die höchstgelegene Hauptstadt eines kolumbianischen Departements. Von der indigenen Vergangenheit ist kaum mehr etwas erhalten. Doch hier sahen wir herrliche Kolonialbauten mit einzigartigen Decken- und Wandgemälden und Kirchen, die in purem Gold erstrahlten. Die meisten Gebäude und Kirchen durften wir nur mit einer Führung besichtigen und fotografieren in den Innenräumen ist häufig verboten. Eine andere Eigenheit hier in Kolumbien ist, dass die Kirchen häufig nur bei Sonnenaufgang und -untergang offen sind, denn dann finden Gottesdienste statt. Deshalb stehen wir oft vor verschlossenen Türen.

Wir fanden einen Parkplatz bei einem kleinen Park und beschlossen auch über Nacht zu bleiben. So konnten wir zu Fuss ins Zentrum gehen und während 2 Tagen die Sehenswürdigkeiten in Ruhe ansehen.

Wir besuchten das „Casa del Fundador Gonzalo Suárez Rendón“ an der Ostseite der Plaza Bolívar. Dieser Wohnsitz wurde in den 1550er Jahren für Rendón nach andalusischem Vorbild erbaut. Man betritt das einstöckige Anwesen durch ein Renaissancetor. Im Innenhof sind schöne Wege zwischen Blumenbeeten und schattenspendenden Bäumen angelegt. Im Erdgeschoss befanden sich die Lagerräume für die Lebensmittel, die Gesindestube und der Unterstand seiner Rassenpferde. Vom Kreuzgang im Obergeschoss überblickt man den üppig bewachsenen Patio. Die Wohnräume der Familie befinden sich im ersten Stock und sind jetzt als Museum hergerichtet.

Die Eingangstür war geschlossen und wir setzten uns in den Garten um die Ruhe und Abgeschiedenheit zu geniessen. Als wir später wieder in den 1. Stock hinauf stiegen öffnete uns eine Angestellte die Eingangstür. Absolut überrascht wurden wir von den Gemälden, die die hohen Decken des Hauses zieren. Exotische Tiere in einer märchenhaften Umgebung blickten auf uns herunter. Wir sahen einen eigenartigen Mix aus Ritterburgen, Urwaldbäumen, Vogelschwärmen, Giraffen, Kamelen, Nashörnern, Wildkatzen, Affen, Hasen und Elefanten. Auch alte Familienwappen und griechische Gottheiten waren in den Bildern vertreten. Erst 1964 entdeckte man die Malereien unter verschiedenen Farbschichten.

Auf unsere Frage, ob wie auch fotografieren dürfen, erlaubte es die Angestellte. Etwas später kam die Aufsichtsperson des Museums um den Eintritt zu kassieren und verbot umgehend das Fotografieren. Zum Glück hatten wir schon ein paar Bilder gemacht.

Auch das „Casa del Escribano del Rey Don Juan de Vargas“ durften wir nur mit einer Führung besuchen. Es war die Residenz des Königlichen Schriftgelehrten und Stadtchronisten. Auch hier zeigt sich ein blumengeschmückter Patio vom Kreuzgang aus. Im Obergeschoss gibt es wiederum beeindruckende Deckengemälde, die farbenprächtig Szenen aus der griechischen Mythologie darstellen. Andere Bilder zeigen Wappen in Blumenkränzen. Symbolträchtige Tiere wie Nashörner und Elefanten scheinen als Vorbilder aus Buchillustrationen gedient zu haben. Beeindruckt hat uns die Mitteilung, dass Tierknochen dem Fussboden den nötigen Halt geben.

Doch nicht nur diese alten Kolonialbauten mit ihren Innenhöfen und Malereien sind eine Augenweide, auch die Kirchen und Klöster entzückten uns. Doch es ist schwierig sich all die Details zu merken, wenn keine Fotos gemacht werden dürfen.

Doch die „Iglesia de Santo Domingo“ vergisst man nicht wieder. Von aussen fällt sie überhaupt nicht auf, tritt man jedoch ins Innere, so ist man überwältigt. Vor allem die Capilla del Rosario ist eine Augenweide. die wunderschön geschnitzten Holzornamete sind allesamt mit Blattgold überzogen. Die Kapelle funkelt wie ein goldener Stern im Sonnenlicht. Indianische und europäische Handwerkskunst verbinden sich auf höchstem Niveau.

Einzig im „Claustro de San Augustin“ durften wir dann wieder fotografieren. Dieses ehemalige Kloster dient heute als Bibliothek. Es hat Lesesäle und viele Besucher hielten sie darin auf. Es gehört der „Banco de la República- Tunja“ und ist rundum renoviert. Alte Wandmalereien wurden freigelegt und der Innenhof ist schön angelegt. Es gefiel uns unter den Arkaden zu flanieren.

Tunja

Tunja

Tunja

Nach so vielen Sehenswürdigkeiten sehnten uns nach Erholung. Wir fuhren nach Paipa das immer noch auf über 2500 m liegt. Dort gibt es viele Thermalquellen und Thermalbäder. Wir stellten uns auf einen grossen Parkplatz und lösten Eintrittskarten. Wie viele die anderen Besucher genossen wir das warme Thermalwasser in den Swimmingpools und sahen den Kindern beim Plantschen zu . Zwischendurch gab es immer wieder mal einen Regenschauer, aber das konnte das Vergnügen nicht trüben, nur die Liegestühle blieben dann leer.

Eines Tages machten einen Ausflug um die Laguna de Tota. Diese liegt auf gut 3100 m und die Fahrt erlaubte immer wieder atemberaubende Blicke über den See und die grüne, hügelige Umgebung. Unser Huckepack musste sich sehr anstrengen um die kurvenreiche Strasse zu überwinden. Zum Glück waren nicht viele Autos unterwegs und so konnten wir die Aussicht geniessen und am Abend entspannten wir uns wieder im warmen Wasser der Pools.

Doch der Schreck war gross, als wir zurück ins Womo kamen und Licht machen wollten. Es tat sich nichts. Beim Licht der Campinglampe kochten wir und gingen früh schlafen.

Am nächsten Morgen nahm sich Werni des Problems an. Als er die Abdeckung eines Lichtschalters weg nahm, krochen kleine Käfer heraus. Seit Villa de Leyva begleiteten uns diese Bewohner und trotz Gifteinsatz blieben sie uns treu. Jetzt wussten wir wenigsten, wo sie sich versteckten und sprühten die Hohlräume ein in der Hoffnung, dass sie unser Heim verlassen würden. Als das Licht dank Wernis Können wieder funktionierte und sich der Parkplatz mit immer mehr Autos füllte, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt.

Laguna de Tota

Laguna de Tota

Laguna de Tota_06

Simón Bolívar, der grosse südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer und Nationalheld wurde 1783 in Caracas (heute Venezuela) geboren und starb 1830 bei Santa Marta (Kolumbien). Er war von den Ideen der Französischen Revolution beeinflusst und kämpfte gegen die spanische Kolonialherrschaft. In jeder Stadt, in fast jedem Dorf gibt es eine Statue des „Libradors“, so auch auf der Plaza de Bolivar in Tunja.

Als ich an einem Morgen ins Städtchen ging, begegneten mir immer wieder Soldaten. Auf dem Platz waren Militärfahrzeuge. Ich beobachtete wie Kanonen, Gewehre und sogar Räder und Felgen von Fahrzeugen wurden auf Hochglanz poliert wurden. Ich schaute Soldaten zu wie sie ihre Schuhe putzen und wie einige Liegestützen und andere Körperübungen machten. Dann fiel mir eine Soldatin auf, die auf einem Stuhl sass und ihre Stiefel bei einem Schuhputzer reinigen liess. Der Grund für das Grossaufgebot interessierte mich nicht, doch ich musste die Szene einfach fotografieren: Die Statue des Libradors inmitten von Soldaten.

Nur 14 km südlich von Tunja befindet sich die legendäre Brücke von Boyacá. Hier hatte Simón Bolívar und seine Mitstreiter am 7. August 1819 den spanischen Royalisten eine entscheidende Niederlage zugefügt. Die Brücke ist eine Rekonstruktion einer typischen altspanischen Brücke, die sicher keine Ähnlichkeit mit der damaligen Brücke hat. Diese Brücke ist ein Nationalheiligtum und die Strasse zwischen Tunja und Bogotá führt daran vorbei.

So besuchten auch wie das Nationaldenkmal. Ich fuhr von der falschen Seite auf den Parkplatz und als wir ausstiegen, wurden wir von einer kolumbianischen Familie umringt und sie fragten uns interessiert, woher wir kommen. Gleichzeitig wollten die anwesenden zwei Polizisten unsere Papiere sehen. Während Werni die Ausweise suchte, beantwortete ich die Fragen der Kolumbianer. In meinem Rucksack habe ich immer Luftballons und ich schenkte einen einem dem ca. 3 Jahre alten Knaben. Er strahlte über sein ganzes Gesicht, zeigte den Luftballon herum und kam dann zu mir zurück. Er schenkte mir seine „Guetsli“ als Dank für den Luftballon. Als ich sie ihm zurück geben wollte, nahm er eines aus der Packung und überliess mir die andern. Ich war total beeindruckt und dankte ihm.

In der Zwischenzeit hatten die Polizisten unsere Ausweise kontrolliert, wünschten uns einen guten Aufenthalt in Kolumbien und setzten sich wieder in ihr Auto. Kein Kommentar fiel zu meiner Fahrweise.

Ein anderes nationales Denkmal Kolumbiens liegt 8 km südöstlich von Paipa. Dort fand am 25. Juli 1819 eine andere blutige Schlacht im Befreiungskrieg statt. Bolivars Truppen mussten unter Coronel James Rooke vor den Royalisten immer wieder zurückweichen. Bolivar befahl Juan José Randón, dem Befehlshaber der venezolanischen Lanzenreitern „das Vaterland zu retten“. Dieser sprengte mit 14 seiner besten Leute vorwärts und ihnen schlossen sich andere an. So konnten sie die Niederlage doch noch abwenden. Rodrigo Arenas Betancur schuf 1969 diese Monumentalstatue zu Ehren der Lanzenreiter. Es ist das gewaltigste Denkmal Kolumbiens und wird von vielen Kolumbianern besucht.

Die Provinz Boyacá gilt als „Cuna de la Libertad“ - Wiege der Freiheit, denn diese zwei wichtigen Entscheidungsschlachten gegen die spanischen Royalisten besiegelten die Unabhängigkeit Kolumbiens.

Puente de Bojaca

Paipa

Tunja

Unser nächstes Ziel war die Laguna de Guatavita. Sie liegt auf über 3000 m und knapp 60 km nordöstlich von Bogotá. Als wir den Feldweg, der zur Lagune führt, erreichten, begann es zu regnen. Es war Sonntagmittag und es kamen uns schon sehr viele Autos entgegen. Bald sahen wir vor uns eine lange Autoschlange, denn der Regen hatte den Feldweg aufgeweicht und immer wieder gab es tiefe Pfützen. Das machte das Ausweichen mehr als kompliziert. Als wir ca. 2 km vor unserem Ziel zu einem Restaurant kamen, fuhren wir hinein auf die Wiese und fragten, ob wir bis zum nächsten Morgen dort stehen bleiben dürfen. Das wurde uns ohne Bedingung erlaubt. Im Restaurant hatte es ein offenes Feuer und wir waren hungrig. Köstlich waren die gebratenen Forellen und da wir nicht mehr weiter fuhren, konnten wir auch Bier trinken. Gegen 6 Uhr schloss das Restaurant und wir stiegen in unseren Huckepack. Noch immer regnete es und wir stellten die Heizung an. Doch sie liess sich nicht in Betrieb nehmen und so zogen wir warme Jacken an. Liegt es an der Höhe oder sind auch dort die Käfer am Werk? fragten wir uns. Auf jeden Fall konnten wir im Moment und an diesem Ort nichts unternehmen und wir vertrösteten uns auf später.

Am nächsten Morgen schien die Sonne und wir fuhren hinauf zum Eingang. Die Laguna ist ein heiliger See und rituelles Zentrum der Muisca Indianer. Vom Eingang führt ein ziemlich steiler Weg die Hügel hinauf. Diesen Weg darf man nur mit einem Führer machen.

Während des Aufstiegs machte Führer uns mit der Geschichte der Muiscas vertraut. Die Zipa, die in der Region vom heutigen Bogotá leb(t)en waren die Nachfahren des Mondes, die Zaque aus der Region des heutigen Tunja die Nachfahren der Sonne. Sie lebten von der Landwirtschaft und säten mit Hilfe eines astronomischen Kalenders aus. Sie waren wahre Meister im verarbeiten von Gold, handelten mit Smaragden, Salz und Keramik.

Wir machten einen Zwischenhalt in einer runden Bambushütte. Dort erklärte der Führer, dass jede Hütte eine Öffnung gegen Westen, die als Eingang ins Leben und eine Öffnung gegen Osten, als Ausgang aus dem Leben gilt. Für die Muiscas bedeute der Tod der Übergang in eine andere Welt. Deshalb wurden dem Toten Nahrungsmittel, Kleider und nützliche Gegenstände mitgegeben, damit er für das Leben in der anderen Welt ausgestattet war. Die vier Elemente – Wasser, Feuer, Luft und Erde- bedeuteten ihnen eins sein mit der Schöpfung. Sie verehrten die Tiere und Pflanzen, die ihnen als Nahrung dienten und brachten allem Liebe und Achtung entgegen. Die von den Spaniern aufgezwungene Religion konnten sie mit ihrem Weltbild überhaupt nicht in Einklang bringen. Auch wurde ihnen per Dekret verboten in Chibchacum zu sprechen, was dazu führte, dass diese Sprache verloren ging.

Als wir oben bei der Lagune ankamen, sahen wir in der Tiefe den See. Wenn am Mittag die Sonne scheint, soll er tief grün leuchten – leider sahen wir das nicht. Der Führer erzählte uns von den verschiedenen Theorien (Einschlag eines Meteoriten, Vulkanausbruch oder die Verschiebung der Erdplatten), die zur Bildung dieses Sees geführt hätten, aber jede Theorie konnte genauso gut widerlegt werden. So bleibe die Entstehung diese Lagune ein Geheimnis. Auch gebe es verschiedene Legenden, die diese Lagune zu einem heiligen Ort werden liess. Dann erzählte er uns von Ritualen, die von den Muiscas durchgeführt wurden. Eine wichtige Zeremonie fand wie folgt statt; Aus Gold und Smaragden wurden Opfergaben (Vögel, Miniaturflosse, -möbel, -schemel, -figuren) hergestellt. Zur Initiation brachte der Hofstaat den jungen, über und über mit Gold bestäubten neuen Zipa auf einem Binsenfloss in die Mitte der Lagune. Dort badete er und die Opfergaben wurden im heiligen Wasser versenkt.

Diese Zeremonien wurden nach dem Eindringen der Spanier bekannt und führten wahrscheinlich zur Legende von El Dorado. Die gierigen Europäer versuchten schon im 16. Jahrhundert den See leer zu pumpen um an die Schätze heran zu kommen. 1898 versuchte der Engländer Hartley Knowles an den Schatz heran zu kommen und liess einen Tunnel durch den Berg bohren um das Wasser abfliessen zu lassen. Der Seespiegel senkte sich, doch das Gewicht des Berges liess den Tunnel einstürzen. Im Laufe der Zeit war der Seespiegel wieder auf den alten Level gestiegen.

Und so liegen bis heute nicht nur auf dem Grund dieser, sondern auch in anderen, heiligen Lagunen eine unbekannte Anzahl Kunstgegenstände aus Gold und aus Smaragden.

Ein grosses Gebiet um die Lagune de Guatavita ist heute unter Naturschutz und darf nur zusammen mit einem Führer betreten werden. Nicht nur die „Goldgräber“ sondern auch der unkontrollierte Tourismus hätte viel zerstört. Durch diese Schutzmassnahmen sollen sich Flora und Fauna wieder erholen.

Laguna Guatavita

Laguna Guatavita

Laguna Guatavita

In Bogota besuchten wir dann das Goldmuseum. Es gehört der Banco de la República und hat die grösste existierende Sammlung präkolumbischer Gold-, Platin-, Tumbago- (eine Legierung insbesondere aus Kupfer und Gold) und Silbergegenständen. Die spanischen Eroberer hatten die gestohlenen Objekte mehrheitlich zu Barren geschmolzen (und dadurch unwiederbringlich vernichtet) um diese nach Europa zu transportieren. Wie gross muss der tatsächliche Schatz der von den indigenen Völkern hergestellten Artefakte gewesen sein, wenn das nur ein Bruchteil davon ist?

Wir gingen von Schaukasten zu Schaukasten, von Saal zu Saal, von Stockwerk zu Stockwerk und fühlten uns geblendet von all den goldenen Kunstwerken. Wir waren völlig überwältigt von der Schönheit, Feinheit und Eleganz, die all die Meisterwerke ausstrahlten.

Am meisten waren wir natürlich gespannt das Floss von Eldorado zu sehen. Dieses Balsa Muisca bedeutet der Höhepunkt der Sammlung und es erhielt einen ganzen Saal für sich allein. 1969 wurde das Floss in einer Höhle südwestlich von Bogotá von einem Bauern entdeckt. Diese ca. 18 cm lange Plastik besteht aus purem Gold. Sie gibt die Zeremonie auf dem See von Guatavita wieder. Auf dem Floss befinden sich elf aufrecht stehende Figuren. Auf einem Thron sitzt eine Person, die die anderen überragt. Sie trägt Ohren- und Nasenschmuck. Wahrscheinlich stellt sie den Muisca König dar.

Bogota hat 8 Mio. Einwohner und wir halten uns nicht gerne In Grossstädten auf.

Museo de Oro

Museo de Oro

Museo de Oro

In Zipaquirá wird seit alters her Salz abgebaut. Von Bogotá kann man mit dem „Tren de la Sabana“, ein, von einer alten Dampflokomotive gezogener Zug, diese Stadt erreichen. Ein schneeweisses, 1927 in klassizistischem Stil erbautes Gebäude dient als Eisenbahnstation. Über einen Park führt die Strasse steil hinauf zum Eingang der berühmten, unterirdischen Salzkathedrale.

Minenarbeiter trieben unter Anleitung von deutschen und kolumbianischen Ingenieure seit dem 19. Jahrhundert tiefe Stollen in den Salzberg hinein. In Seitenstollen entstanden erste unterirdische Kapellen und 1954 wurde die erste Salzkathedrale eröffnet. 1992 wurde sie für Besucher wegen Einsturzgefahr geschlossen.

Seit 1995 ist die neue Salzkathedrale wieder offen. Sie gehört zu den grössten religiösen Bauwerken der Welt. Es ist unvorstellbar, wie viel Sprengstoff nötig war und wie viel Material aus dem Berg herausgeschält werden musste um eine so gewaltige Höhlenkirche zu schaffen.

Anfangs läuft man einen langen Gang entlang. Von diesem aus blickt man in Seitenkapellen. Jede ist einer der 14 Stationen des Kreuzweges gewidmet. Unterschiedlich sind die aus Salz gehauenen Kreuze, manche in einer Negativ- andere in einer Positivform. Das Licht ist gedämpft und die Schritte und man hörte das Echo der eigenen Schritte. Am Ende führt eine Treppe in die Hauptkirche, die aus drei Kirchenschiffen besteht. Sie tragen die Bezeichnung „Geburt und Taufe“, „Leben und Tod“ und „Die Auferstehung“ und jedes Schiff hat seinen eigenen Altar. Alles ist aus Salzkristall heraus gemeisselt (wir haben uns davon überzeugt). Die Beleuchtung ist aber äusserst wirkungsvoll. Es gibt zahlreiche monumentale Kreuze, zierliche Engel und Madonnen. Wir waren begeistert.

Zipaquira

Salz Kathedrale

Salz Kathedrale

Nach so viel Kultur suchten wir wieder einen Ort um etwas zur Ruhe zu kommen. Der Rio Claro schien uns dafür geeignet. Er gilt als schönster Fluss des Bezirks Antioquias und wir kamen wirklich in ein kleines Paradies. Das Naturreservat liegt auf 350 m und so konnten wir unsere Badehosen wieder auspacken. Wir konnten unseren Huckepack hinter dem Restaurant abstellen. Zu Fuss wanderten wir flussaufwärts durch den Dschungel, vorbei an Höhlen bis wir zu einem kleinen Sandstrand kamen. Dort konnten wir im glassklaren Wasser baden, den Vögeln zuhören und an der Sonne dösen. So verbrachten wir ein paar Tage zufrieden mit uns und der Welt.

Rio Claro

Rio Claro

Rio Claro

Ausgeruht nahmen wir die nächste Etappe in Angriff. Wieder ging es in die Höhe hinauf. Guatapé liegt auf über 2000 m. In den 1970er Jahren wurde der Stausee Embalse del Peñol aufgefüllt um die 50 km westlich gelegene Provinzhauptstadt Medellin mit Strom versorgen zu können. Es ist fast unglaublich wie viel der Stausee von den zerklüfteten Tälern zwischen den Gemeinen El Peñol am Südwestufer und Guatapé am Ostufer bedeckt. Es entstand eine künstliche Landschaft mit unzähligen Inseln und Halbinseln. Wohlhabende Kolumbianer bauten hier ihre Feriendomizile. Segel- und Motorboote, Windsurfer und Wasserskifahrer finden hier die besten Voraussetzungen um ihre Freizeit zu verbringen. Fährt man von El Peñol in Richtung Guatapé sieht man schon von Weitem den Piedra del Peñol, ein 200 Meter hoher, grauer Granitmonolith. Schon vom Parkplatz aus ist die Aussicht grandios, steigt man dann aber die über 700 Treppenstufen (uff) zur Spitze des Felsen hinauf, wird die Grösse und das Ausmass der Überflutung erlebbar. Es ist schon gewaltig und bewundernswert, dass Arbeiter diese Treppe angelegt haben um uns Touristen das Vergnügen der Vogelschau zu gönnen. Danke!

El Penol

El Penol

El Penol

Unser Landrover fährt uns seit er neue Stossdämpfer in Guatemala erhalten hat ohne zu murren durch die Gegend. Doch es wird Zeit, dass auch er zu seinem Recht kommt. Ein Ölwechsel ist fällig und die Bremsscheiben wollten wir kontrollieren lassen.

Wir hatten Medellin, die Provinzhauptstadt Antioquias auserkoren, denn im Internet hatten wir die Adresse einer Werkstatt für Landrover gefunden. Wieder einmal verirrten wir uns trotz Garmin im Grossstadtgewirr (vielleicht verständlich bei einer Bevölkerung von 2.5 Mio.). Entnervt fanden wir einen Parkplatz und dazu genau vor dem Touristenbüro. Hilfsbereit wie die Kolumbianer sind, telefonierten sie für uns um die genaue Anschrift zu erhalten. Es war jedoch keine Werkstatt, sondern ein Geschäft, das Zubehör für Landrover verkauft. Doch wir erhielten die Adresse einer Werkstatt. Da wir nicht nochmals erfolglos in der Stadt herum fahren wollten, nahmen wir ein Taxi, das uns dort hin brachte. Im und vor der Werkstatt von Taller Tolentino standen mehrere Landrover herum. Das war für uns ein gutes Zeichen. Señor Tolentino versprach uns, dass sie am nächsten Tag die Arbeiten an unserem Auto machen können und wir über Nacht in seinem Innenhof stehen könnten.

Geschickt wie wir in der Zwischenzeit sind, hatte Werni den Garmin dabei und so konnten wir die Position speichern. Per Taxi fuhren wir wieder zu unserem Huckepack zurück und erkundeten zu Fuss die nähere Umgebung der Plaza Mayor. Gegen Abend fuhren wir zur Werkstatt und waren froh, dass wir unser Auto abstellen konnten.

Am nächsten Morgen wurden die Vorderräder abmontiert. Die Bremsscheiben sind noch in Ordnung und unsere Anwesenheit nicht mehr nötig.

Wir machen uns auf zur Metro, die in Mendellin oberirdisch fährt. Unser Ziel war die Metrocable, eine Seilbahnlinie, deren Gondeln über das dicht bevölkerte Armenviertel schweben. Aus der Vogelperspektive schaut man hinab auf Dächer und von Menschen wimmelnde Gassen und Strassen. An der Endstation kann man umsteigen auf eine weitere Seilbahn. In dieser Kabine schwebt man endlos über einen Nadelwald und kommt schlussendlich im ökologischen Parque Arvi an. Da wir vorher nichts darüber gelesen hatten, waren wir total erstaunt was alles angeboten wird. Der Park hat vier verschiedene Bereiche, doch an diesem Tag war nur einer offen. Man kann Velos mieten, mit Bussen herum fahren oder einfach wandern. Wir schlossen uns einer geführten Gruppe an, die eine Wanderung durch den Park machte. Die Führerin sprach nur spanisch, doch in der Gruppe war ein Schweizer, der für uns übersetzte und so lernten wir einige Pflanzen kennen.

Als wir am Abend in der Werkstatt ankamen, teilten sie uns mit, dass der Ölfilter in Bogota bestellt werden musste und erst am nächsten Tag in Medellin sei. Na ja, ein weiterer Tag in Medellin konnten wir gut brauchen um noch mehr von der Stadt zu sehen. Mehr oder weniger ziellos genossen wir es durch Strassen und Gassen zu schlendern und waren froh, dass wir keinen Stellplatz suchen mussten. Eine Änderung am Keramikfilter benötigte ein weiterer Tag Anwesenheit. Da die Solaranlage nicht viel Sonne erhielt, hatten wir am Abend kein Licht mehr. Hilfsbereit wie Señor Tolentino war, legte er ein Kabel ins Haus. Doch oh Schreck – war jetzt auch noch der Stromumwandler kaputt gegangen? Doch Werni fand schlussendlich die Fehlerquelle. Beim Versuch die Heizung funktionstüchtig zu machen, gab es Schalter, die er nicht zuordnen konnte. Beruhigt gingen wir schlafen.

Am nächsten Morgen wurde der Keramikfilter wieder montiert, doch dann entdeckten wir, dass der Vorderreifen kaum mehr Luft hatte. Das Rad wurde abgenommen und es steckte eine Schraube im Reifen. Der Arbeiter brachte das Rad zu einem Pneuhändler, der das Loch flicken sollte. Nach etwa 2 Stunden war das Rad wieder montiert und wir verliessen Medellin.

Medellin

Medellin

Medellin

Nach so vielen Erlebnissen suchten wir wieder einen Ort, an dem wir uns erholen können. Hier in Salento auf 1900 m haben wir ihn gefunden. Es ist wunderschön, fast wie in der Schweiz nur viel wärmer (mindestens 19 Grad auch bei Bewölkung). Wir sind seit über einer Woche hier und lernen viele Reisenden kennen.

Die Liste der Aufgaben ist kürzer geworden. Werni hat alle Bilder, und diesmal sind es sehr viele, bearbeitet und ins Netz gestellt. Es lohnt sich sie anzusehen. Ich beende endlich den Bericht und stelle ihn auch auf unsere Homepage.

Die Wäsche ist gewaschen. Werni hat die Heizung geflickt. Wir hoffen, dass die Käfer unser Heim definitiv verlassen haben.

Salento

Salento

Salento

Kolumbien gefällt uns – allen Unkenrufen zum Trotz – wir haben uns noch nie bedroht gefühlt im Gegenteil, wo wir stehen und hinkommen, wir sind willkommen.