Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Peru 2 Drucken E-Mail
Dienstag, den 30. April 2013 um 00:00 Uhr

Nach einigen Strandtagen in Pacasmayo waren wir wieder fit für weitere Sehenswürdigkeiten. An der Küste Perus reiht sich ein Ruinenkomplex fast an den nächsten und um die Stadt Trujillo hat es besonders viele Fundorte.

Als Huaca werden Orte benannt, denen eine sakrale Bedeutung beigemessen wird. Oft sind es Berge oder Felsen. Darauf wurden oft die Tempelanlagen gebaut. Diese aus luftgetrockneten Lehmbausteine (Adobe) erstellten Gebäude wurden oft von der nächsten Kulturgesellschaft übernommen und dann erweitert. Wurden diese Orte verlassen, zerstörten Regen und Wind die Adobeziegel. Ihr Anblick erinnerte uns eher an verwitterte Erdhügel und nicht an ehemalige Pyramiden.

Schon von weitem sahen wir die Ausgrabungsstätte El Brujo. Der Komplex besteht aus drei Tempelpyramiden: Huaca Prieta, Huaca Cortada und Huaca Cao Viejo.  Im Zeremonialplatz der Huaca Cao Viejo stehe ein Modell, das die 3 Huacas in ihrer Umgebung zeigt. Zum ersten Mal konnten wir innerhalb des Komplexes umhergehen und auf die verschiedenen Plattformen hinaufsteigen. Ein Museumwärter erzählte uns, dass er an den laufenden Ausgrabungen auch teilnehme und erklärte uns die verschiedenen Symbole und Zeichnungen. Eine farbig dargestellte Gefangenenszene nimmt die ganze Stirnseite des Platzes ein. Dann zeigte er uns das Grab, in dem die Mumie einer Frau und eines Kindes gefunden wurde. Die Frau sei nur etwa 25 Jahre alt geworden. Sie sei in meterlange Baumwolle gehüllt und reich mit Gold und Edelsteinen geschmückt gewesen. Zum ersten Mal fand man im Grab einer Frau auch Waffen. Wahrscheinlich sei die Frau eine Schamanin oder Priesterin gewesen. Das Alter der Mumie wurde auf 1700 Jahre geschätzt. Es war sehr spannend den Erzählungen des Wärters zu folgen.

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Als nächstes besuchten wir Chan Chan. Die  einst grösste Stadt Südamerikas dehnte sich, mitten in der Küstenwüste, auf ca. 20 qkm aus. Mindestens fünf aufeinander folgende Kulturen waren am Aus- und Weiterbau beteiligt. Sie war mit einer Mauer aus Adobe umgeben. Zu ihrer Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert beherbergte sie schätzungsweise 50 – 80‘000 Einwohner. Das Wasser des Rios Moche wurde über Kanäle in die Stadt umgeleitet. Alle Stadtteile waren an ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem angeschlossen, das auch die ausgedehnten landwirtschaftlichen Anbauflächen mit dem notwendigen Nass versorgte. Umrisshaft sind zehn, als Zitadellen bezeichnete Stadtbezirke am Verlauf ihrer einst 9 m hohen und an der Basis 4 m dicken Wallmauern zu erkennen. Sie bilden das 6 qkm grosse Zentrum und wurden nach Archäologe und Entdeckungsreisenden benannt. Der bedeutende Hafen bestand aus rechteckigen Becken, die zum Meer hin mit Schleusen verschlossen werden konnten. Es wurden unermessliche Gold- und Silberschätze, aber auch Keramiken gefunden. Die Grabkammern waren mit reichen Schätzen ausgestattet. Die Stadt galt als uneinnehmbar. Den Inkas gelang die Eroberung der Stadt, weil sie in den Bergen die Wasserkanäle sperrten und so die Stadt austrocknen liessen. 1460 nahmen sie den König gefangen und deportierten ihn nach Cusco. Auch die besten Handwerker und Goldschmiede wurden nach Cusco verschleppt und die Strassen des ausgedehnten Reiches der Chimu wurden ins Netz des Reiches der Inka integriert. 1533 fanden die Spanier die Stadt nahezu verlassen und niemand weiss wohin die Bevölkerung verschwand. Die Grabkammern wurden durch die Spanier, später auch durch Grabräuber geplündert.

Alle Gebäude und Mauern waren aus Adobe erbaut. Durch heftige Erdbeben, Regenfälle und Winderosion wird die ehemalige Stadt weiterhin zerstört.

Es war schon mehr als beeindruckend durch einen Teil dieser Anlage zu laufen. Viel Zeit erbrachten wir im Tschudi-Palast, der nach dem Schweizer Südamerikaforscher Johann Jakob von Tschudi (1818-1889) benannt wurde. Er ist der besterhaltene und teilweise restaurierte Teil der Anlage. Die Adobebausteine sind teilweise mit Lehm verputzt und mit Motiven (Biberratten, Fische, Pelikane, Kormorane usw) geschmückt. Innerhalb der Mauern befindet sich ein grosser Zeremonialplatz. Durch labyrintartige Korridore gelangt man zu Gebetshallen, Lagerräumen für Vorräte, zu einem inneren Zeremonialplatz, zu einer Zisterne und zum Friedhof und über die Halle mit 24 Nischen wieder zum Eingang zurück. In diesen Nischen waren vermutlich Götterbilder aufgestellt. Immer wieder setzten wir uns hin, liessen die Räume auf uns wirken und stellten uns das damalige Leben vor. Bei der Zisterne, die heute ein Weiher mit einem Schilfgürten ist, sahen wir den Enten zu, wie sie gemütlich im Wasser herumpadelten.

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Um Chan Chan herum gibt es mehrere Huacas und wir besichtigten am nächsten Tag gleich zwei. Zuerst besuchten wir die Huaca La Esmerlda (den Smaragdtempel). Sie liegt mitten in einem Wohnquartier von Trujillo und lag bis 1923 unter Wüstensand begraben. Auch dieses Adobebauwerk wurde durch Regenfälle stark beschädigt. Trotzdem sieht man sehr gut, wie eine Tempelebene auf die darunter liegende aufgebaut war. Sie hat im Gegensatz zur Drachenpyramide einen trapezförmigen Grundriss. Die Motive und das Rautenmuster von Chan Chan wiederholen sich bei dieser Pyramide. Auch die Huaca del Dragon, die auch Huaca Arco Iris (Regenbogenpyramide) genannt wird, lag bis 1960 unter dem Sand verborgen. Für die Freilegung waren fünf Jahre notwendig. Durch ein Erdbeben wurde vieles beschädigt und wieder restauriert. In der Umgebungsmauer, die 2 m hoch ist, gibt es nur einen Zugang zu dieser Tempelanlage. Über Rampen gelangt man auf die zweistufige Pyramide hinauf. Überall an den Wänden bewunderten wir den herrlichen Wandschmuck. Auch wenn wir von all diesen Kulturen noch fast nichts verstehen, ihre Symbole selten deuten können, geniessen wir immer wieder ihren Anblick.

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Huaca del Dragon_02

Huaca del Dragon_04

In der Stadt Trujillo konnten wir unser Fahrzeug direkt am Plaza de Armas, also am Hauptplatz abstellen. Dieser wunderschön gestaltete Platz ist von Kolonialbauten, der ältesten Kathedrale Perus, dem Erzbischöflichen Palast und dem Rathaus umgeben. In der Platzmitte ist ein grosses Freiheitsdenkmal mit Simón Bolívar, der einige Zeit in dieser Stadt sein Hauptquartier hatte. Das Denkmal erinnert aber auch an die 1820 erfolgte Unabhängigkeitserklärung Perus.

Wir wurden von einer Touristenführerin angesprochen und durften das Rathaus von innen bestaunen und fühlten uns wie der Präsident, als wir auf dem Balkon standen. Auf der Strasse war ein langer Demonstrationszug und als wir nach dem Grund fragten, erklärte uns die Führerin, dass der Präsident immer wieder Menschen empfange, die Beschwerden vorzutragen haben. Diese Gruppe gehöre dem Gesundheitswesen an und sie seien mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden. Alles ging ruhig und friedlich zu und her. Die Polizei regelte den Verkehr und die Demonstranten warteten, bis sie Einlass erhielten.

Wir bewunderten noch viele Häuser und schön gestaltete Innenhöfe. Wir liessen uns Zeit und schlenderten durch die Strassen. Die Fassaden der Häuser leuchten in kräftigen Farben und wir sahen viele schön geschnitzte Erker. Vor Fenstern sind oft sehr geschmackvolle schmiedeeiserne Gitter angebracht. Speziell gut gefallen hat uns die Fussgängerzone, denn hier konnte man einfach stehen bleiben und Hausfassaden bewundern ohne auf den Verkehr achten zu müssen. Auch bei den andern Passanten war von Hektik kaum mehr etwas zu spüren. Die meisten Kirchen waren geschlossen und nur dank Renovierungsarbeiten in der Kathedrale konnten sie besuchen.

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Von Trujillo aus besuchten wir die Huaca del la Luna und Huaca del Sol. Sie sind wahrscheinlich die grössten Heiligtümer von Südamerika. Die Mochica, ihre Herrschaft dauerte ca. 1000 Jahre, waren die Baumeister von diesen beiden Pyramiden. Man schätzt, dass die Huaca del Sol aus etwa 140 Millionen von Adobebausteinen gebaut wurde. Ursprünglich hatte sie eine Basis von 345 auf 160 m, war 48 m hoch und setzte sich aus fünf übereinander liegende Plattformen zusammen (je nach Quelle sind diese Angaben unterschiedlich). Diese Pyramide kann nicht mehr bestiegen werden. Als wir aber auf der Zufahrtsstrasse zur Huaca de la Luna an ihr vorbei fuhren bekamen wir einen Eindruck von der Grösse dieser Pyramide und auch von der Plattform der  Huaca de la Luna, die nur 500 m gegenüber der Huaca del Sol erstellt wurde, zeigte sich die gewaltige Dimension. Zwischen den beiden Huacas sahen wir die Fundamente einer alten Siedlung. Hier lebten vermutlich die Töpferbauern.

Die Lehmziegel haben verschiedene Formen und wurden von der herstellenden Dorfgemeinschaft mit Ursprungsmarkierungen versehen. So konnte die vorgeschriebene Ablieferungsmenge kontrolliert werden. Bis heute sind mehr als 60 verschiedene Erzeugersiegel bekannt. Das Bild von einem Tier, ein Zeichen oder  der Abdruck des gleichen Fusses diente als Erkennungsmerkmal.

Wir genossen es die einzigartig erhalten Wandreliefs zu bewundern. Nach all den Jahrhunderten  kommen sie in einer Schönheit und Farbenpracht daher, die man kaum für möglich hält. Immer wieder wird die Gottheit Aia-Paec dargestellt. Sein dämonisches Gesicht mit den wulstigen Augenbrauen und den gebleckten Fangzähnen sieht man oft und es beherrscht auch viele farbige Reliefs. Gefangenenszenen werden dargestellt. Mit einer Zeichnung wird demonstriert, wie das Blut eines Gefangenen dem Herrscher zum Trunk dargeboten wird, damit die Kraft des Getöteten auf ihn übergeht. Ganz besonders gut gefallen hat uns das Wandrelief, das eine solche Vielfalt von Symbolen, Tieren, Menschen und Pflanzen beinhaltet, dass man stundenlang davor verbringen könnte und immer noch nicht alles gesehen hätte.

Man rechnet, dass an dieser Stätte noch lange weitere Ausgrabungen und Entdeckungen gemacht werden können.

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An der Küste war es oft sehr heiss und stickig. Doch auch Sand und Staub drangen ins Auto, in die Kabine und in jede noch so kleine Ritze. Doch bevor wir die Küstenregion verlassen und in die Cordillera Blanca  fuhren, besuchten wir noch die Ausgrabungsstätte Cerro Sechin. Sie wurde erst 1937 vom peruanischen Archäologen Julio C. Tello entdeckt. Auf einem Rundweg stiegen wir zuerst auf einen Hügel hinauf. Von dort überblickten wir die Tempelanlage. Sie entstand zwischen 1700 und 1300 v. Chr. Der Hauptbau ist umgeben von einer Mauer aus Granitblöcken. Als wir auf der anderen Seite wieder zur Anlage hinunterstiegen, sahen wir die in den harten Granit eingekerbten Figuren. Dargestellt sind Szenen von merkwürdig gekleideten Menschen, Figuren, die sich wie in Prozessionen von beiden Seiten auf den Eingang hinzubewegen. Man erkennt abgetrennte Köpfe mit wehendem Haar, Gliedmassen und Rumpfteile. Die Forscher sind sich nicht einig, ob es sich um Schreckensbilder oder um eine mythenhafte Darstellung einer von Ahnen siegreich bestandenen Schlacht handelt. Leider haben wir von dieser beeindruckenden Ausgrabungsstätte keine Fotos, sie waren auf dem Chip der geklauten Kamera (was uns sehr ärgert).

Nun fuhren wir über Chimbote zurück, um dann dem Rio Santa zu folgen. Anfangs war die Strasse noch geteert, dann folgte eine Erdstrasse, die die ehemalige Trasse der stillgelegten Eisenbahn benutzt. Immer wieder durchfuhren wir Tunnels und waren jedes Mal dankbar, dass uns kein Auto entgegen kam, besonders bei den Tunnels, die eine Krümmung aufwiesen und wir das Ende nicht sehen konnten. Wir fuhren vorbei an kleinen Siedlungen und sahen Halden, an denen teilweise noch Steinkohle abgebaut wurde. Doch auch viele verlassene Dörfer und zerfallene Häuser prägten das Bild. Anfangs war die Landschaft noch grün. Nicht nur Reis und Zuckerrohr, sondern auch Mais- und Baumwollfelder prägten das Bild. Doch je tiefer wir in die Schlucht hinein fuhren, desto karger und steiniger waren die Berghügel. Wir fuhren auf ca. 2000 m wieder durch ein Landwirtschaftgebiet und freuten uns ob der grüne Umgebung mit den vielen Feldern. Dann führte uns die Strasse wieder hinunter auf ca. 1000 m.

In Huallanca war uns die Weiterfahrt durch den berühmten Cañón del Pato, die Entenschlucht, verwehrt. An der engsten Stelle in dieser Schlucht werden die beiden Kordillerenzüge, die Cordillera Negra von der Cordillera Blanca nur noch durch den reissenden Rio Santa getrennt. Die Brücke wurde in der Regenzeit beschädigt und war noch nicht befahrbar.

So mussten wir den Umweg über Huayls nehmen, um nach Caraz zu kommen. In endlosen Serpentinen führte uns eine ziemlich schmale Strasse auf  2800 m hinauf. Auch hier hatten wir zum Glück kaum Gegenverkehr. Auf der Passhöhe machten wir eine ausgiebige Pause um uns von der anstrengenden Fahrt etwas zu erholen. Gegen Abend erreichten wir endlich Caraz, das auf 2280 m liegt.

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Wir beschlossen ein paar Tage auf der Wiese des Hostal Los Pinos zu campieren und zu entspannen. Da mein Notebook immer noch nicht einwandfrei funktionierte und das Hostal WiFi hatte, konnte ich notwendige Software herunter laden und installieren. Wir genossen es auch, dass wir skypen konnten und so wieder telefonischen Kontakt zu unseren Lieben hatten. Ausserdem war das Wetter sehr gut und wir blicken schon beim Frühstück auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca und die schwarzen der Cordillera Negra. Gegen Abend wurden die Berggipfel durch Wolken verhüllt, doch am nächsten Tag leuchteten sie wieder mehr oder weniger in den blauen Himmel hinein.

Am Ostersonntag wachte ich schon  vor 6 Uhr auf, denn ich meinte Feuerwerkskörper zu hören. Da ich sowieso den Sonntagsmarkt besuchen wollte, stand ich auf. Als ich dann auf den Hauptplatz kam, sah ich die Osterprozession. Aus der Kirche hatten starke Männernverschiedene Heilige getragen und es hatten sich zwei Prozessionszüge  formiert. Sie umrundeten den Platz bis sie sich auf der anderen Seite wieder vereinten. Dort stand der Priester und hielt eine Predigt. Immer wieder stiegen Leuchtraketen in den Himmel, die Heiligen wurden mit Blumen beworfen und die Menschen beteten. Nach einiger Zeit wurde die Prozession durch das Dorf fortgesetzt.

Ich ging zum Marktplatz und es war eine Freude all die Menschen zu sehen, wie sie Handel betrieben, schwatzten oder an den Essständen ihren Hunger stillten. Vor allem Frauen in traditionellen Kleidern setzten auch hier wieder Farbtupfer in die Eintönigkeit der westlichen Kleider.

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Von Caraz machten wir einen Ausflug zur Laguna Paron. Auf einer Strecke von nur 32 km schlängelte sich die Strasse von 2280 auf 4190 m hoch. Von unten sahen wir oft nicht, wo die Strasse weiter ging, so steil ragten die Felsen in den Himmel hinauf. Und wieder hatte die Strasse viele Schlaglöcher und wir kamen nur ganz, ganz langsam voran. Bei der Lagune hat es eine Wiese und so konnten wir dort übernachten. Der Blick auf die  Lagune, die schneebedeckten Gipfel und die Wasserfälle war grandios. Besonders gut schliefen wir in dieser Nacht nicht, denn unser Körper hatte sich noch nicht an diese Höhe gewöhnt. In der Nacht hatte es auch geregnet und am Morgen stiegen Nebelschwaden aus dem Tal herauf und Wolken bedeckten teilweise die Gipfel. Wir hofften, dass wir die Berggipfel noch ohne Nebel sehen würden. So machten wir einen Spaziergang zur Lagune hinunter. Der Aufstieg erwies sich als sehr anstrengend und es waren mehrere Pausen notwendig, bis wir wieder bei unserem Fahrzeug angelangt waren. Immer wenn wir abfahren wollten, sah es aus, als ob in den nächsten paar Minuten der Nebel die Aussicht frei geben würde. Irgendwann hatten wir genug von der Warterei und machten uns auf den Rückweg.

Laguna Paron_01

Laguna Paron_05

Laguna Paron_03

Unser Ziel waren die Lagunen von Llanganuco. Wieder über schlechte und enge Serpentinenstrassen kamen wir bis zum Eingang des Parque Nacional Huascarán. Dort konnten wir unseren Huckepack in einer Strassennische abstellen und verbrachten die Nacht auf etwa 3500 m. Am nächsten Morgen lösten wir den Parkeintritt und fuhren zum ersten See, der Lagune Chinancocha. Auch an diesem Tag war es wieder neblig und so machten wir nur einen kleineren Spaziergang am See entlang. Wir hofften den Huascarán von dort aus zu sehen. Mit seinen 6395 m ist er der höchste Berg Perus. Leider hüllten auch hier Nebel und Wolken die Bergspitzen ein. Zwischendurch zeigte sich die Sonne, doch es reichte nie um die Gipfel zu sehen. So fuhren wir weiter zur Lagune Orconcocha. Die Sicht und das Wetter änderten sich immer noch nicht und wir beschlossen weiter zu fahren. Von der Lagune auf 3850 m bis zum Pass Portachuelo de Llanganuco sind es fast 900 Höhenmeter. Die Strasse schlängelt sich sehr steil hinauf und so konnten wir immer wieder Blicke in Tal und auf die Lagunen hinunter werfen.  Wir sahen, wie Nebelschwaden aufstiegen und dann hatten wir wunderschöne Ausblick auf die Lagunen und die niedrigeren Berge. Doch die schneebedeckten Bergspitzen sahen wir nicht.

Wir hofften, dass das Wetter auf der anderen Seite der Anden besser wäre, doch das war nicht der Fall. Wir waren schon zufrieden, dass es nicht regnete. Für eine kurze Strecke war die Erdpiste in einem etwas besseren Zustand und wir freuten uns darüber. Doch dann folgte wieder eine Piste mit tiefen Schlaglöchern und vielen schlammigen Passagen.  Und so ging es endlos weiter. Sahen wir Wasser den Berghang herunterlaufen, wussten wir, dass demnächst eine Schlammpassage uns die Weiterfahrt erschweren würde, oder dass ein Bächlein die Strasse überqueren würde. Meistens fuhren wir im Schritttempo, den Blick auf die Strasse gerichtet. Zum Glück regnete es nicht, so mussten wir wenigstens nicht mit Erdrutschen rechnen. So ging es weiter über San Luis, über den 4350m hohen Huatsuccocha Pass nach Huari.  

Von dort aus führte eine Teertrasse uns nach Chavin de Huantar. Doch auch auf dieser Strasse kamen wir nur langsam vorwärts. Unverhofft hatte es Schlaglöcher, Bodenunebenheiten oder es kam ein Stück Erdpiste. 

Wir fuhren vorbei an vielen kleinen Siedlungen und Höfen. Überall waren kleine Felder zu sehen und wir konnten uns vorstellen wie hart das Leben und Arbeiten in dieser Höhe ist. Wir bewegten uns immer zwischen 3100 und knapp 4500 m.  Die Häuser waren alle aus Adobeziegeln gebaut, manche hatten Blechdächer, andere waren mit Gras bedeckt.  Selten konnten wir die Landschaft geniessen und wir waren froh, als wir endlich in Chavin de Huantar auf ca. 3000 m ankamen. Für diese 200 km brauchten wir mehr als 3 Tage, obwohl wir jeweils nur kurze Pausen einlegten. Am Abend waren wir  jeweils müde und ausgelaugt und wünschten uns nur Ruhe und Schlaf. 

Weg San Louis_06

Weg San Louis_07

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Julio C. Tello entdeckte die Ruinen und begann 1919 mit archäologischen Untersuchungen.  1945 wurden die Ruinen durch eine Schlammlawine teilweise und der östliche Teil 1993 durch ein Hochwasser zerstört.  Die Tempelburg gilt als ältestes Steinbauwerk in Peru. Untersuchungen zeigten, dass mit dem  Bau ca. 1000 v. Chr. begonnen und bis ca. 200 v. Chr. weiter gebaut wurde und sich die Bebauungsspuren auf einer Fläche von über 50 ha ausdehnen.  Besichtigen kann man das Areal vom Zentralplatz aus, der dann zum Alten und von dort zum Neuen Tempel führt.

Hier ist nichts aus Adobe gebaut, sondern die Bausteine stammen vom Kawish-Pass und man vermutet, dass wie während der Regenzeit herunter geflösst wurden.

So schritten wir von der Flussseite zu den Tempeln hinauf. Von oben sahen wir auf den Zentralplatz hinunter in den ein quadratischer Zeremonialplatz eingelassen war. Beim Alten Tempel hat es einen vertieften Rundhof. Dort ist auf einer Reliefplatte ein Schamane eingraviert, der einen halluzinogenen San-Pedro-Kaktus in der Hand hält.  Es wird vermutet, dass auch hier geheimnisvolle Riten abgehalten wurden.

Vom Alten Tempel gelangt man über Treppen zum Neuen Tempel. Er scheint mit dem Alten Tempel verwachsen zu sein.  An verschiedenen Orten konnten wir in ein Labyrinth von unterirdischen Gängen hinunter steigen. Sie führten zu Kammern, Treppen, Korridoren und Nischen. Kanäle leiteten das Wasser durch diese unterirdischen Stollen. Obwohl diese Verliesse im Hügel drinnen sind, herrscht kein Modergeruch. Ein ausgeklügeltes, horizontales Belüftungssystem  lässt die Luft zirkulieren.  Wir waren froh, dass der Weg genau gekennzeichnet war und können uns nicht vorstellen, wie man ohne Markierung dieses Labyrinth wieder verlassen könnte. Für Werni war es natürlich wieder eine Qual sich in diesen niedrigen Gängen zu bewegen und nicht immer den Kopf irgendwo anzuschlagen.

In den unterirdischen Gängen befindet sich auch El Lanzón. Dieses Kunstwerk ist 4.50 m hoch und steht als einziges an seinem ursprünglichen Platz, im Schnittpunkt von vier schmalen, kreuzförmig angeordneten Galerien. Die Figur hat die Form eines Messers, das mit dem Griff nach oben. Sie zeigt ein Raubtiergesicht mit Fangzähnen und Schlangen als Haare. Auch von seinem Gürtel hängen zwei Schlangen am Rücken herab. In dieser Umgebung ist es fast bedrohlich sich vorzustellen, was für geheimnisvolle Riten hier durchgeführt wurden.

Dann gingen wir an der Aussenmauer vorbei. Hier sieht man die Öffnungen der Belüftungskanäle. Entlang der Aussenmauer waren ursprünglich vollplastische Dämonenköpfe angebracht. Nach den Naturkatastrophen schmückt nur noch ein einziger die Aussenmauer. 

Auf dem Gelände ist auch der Tello Obelisk und die Raimondi-Stele ausgestellt.

Nach dem Rundgang gingen wir ins Museum. Dort konnten wir noch viele Dämonenköpfe (Cabeza Clava), Steinreliefplatten, Tongefässe und Tonfiguren bestaunen. Besonders gefallen haben uns die Muscheln mit ihren eingeritzten Zeichnungen.

Wir waren uns einig, dass sich die anstrengende Fahrt, um an diesen Ort zu gelangen, gelohnt hatte.

Chavin de Huantar_13

Chavin de Huantar_11

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Doch wollten wir wieder auf die andere Seite der Anden gelangen. Das bedeutete, dass wir über den 4450 m hohen Kawish Pass fahren mussten. Am Vormittag hatten wir  endlich wieder etwas Sonnenschein und wir fuhren früh ab. Die Strasse war nach wie vor in einem sehr schlechten Zustand, doch nachdem wir durch den Tunnel gefahren waren, gab es eine einwandfreie Teerstrasse. Zum Glück, denn es begann zu regnen und das hätte die Fahrerei noch um einiges schwieriger gemacht. Wir fuhren über Cátac hinunter, doch dann ging es wieder bergauf bis wir die Laguna Conococha auf 4100 m erreichten. Langsam hatten wir uns an die Höhe gewöhnt und wir schliefen für einmal tief und fest.

Am nächsten Morgen schien zwar zwischen durch die Sonne und endlich konnten wir wieder Bergspitzen sehen, doch wir waren uns einig. Wir hatten genug von den Bergen  und wollten wieder an die Küste zurück.

Auf dem Weg nach Lima besuchten wir noch die Fortalleza Paramonga. Die Ruine liegt inmitten eines Zuckerrohrgebiets und in der Ferne sahen wir das Meer. Während wir die Ruine besichtigten, putzte der Kassenwärter ohne unsere Aufforderung das Auto. Nach dieser Fahrt hatte es eine Reinigung nötig und wir waren dankbar, dass wir wieder ein ansehnlicheres Fahrzeug hatten. Der Wärter war dankbar für das Geld, das wir ihm gaben. So war allen gedient und wir konnten weiter fahren.

Bevor wir uns auf den Weg nach Lima machten, stoppten wir für 2 Übernachtungen im Nationalpark Lomas de Lachay.

Dann fuhren wir weiter nach Lima. Wir hatten von anderen Reisenden die Adresse des „Club Germania“ erhalten mit dem Hinweis, dass sie dort auf der Wiese stehen konnten. Wir waren froh, dass wir eine Adresse hatten, denn schon vor Lima nahm der Verkehr stark zu. Es ist sowieso nicht einfach in den Städten von Peru Auto zu fahren, doch in diese 10 Millionen-Stadt hinein zu fahren war wirklich kein Vergnügen. Rechts und links wirst du überholt, Mototaxi zwängen sich in die kleinste Lücke und dabei musst du noch ein recht rassiges Tempo fahren. Dank Garmin erreichten wir unser Ziel problemlos und wurden sehr freundlich empfangen.  Wir durften unseren Huckepack hinter dem Fussballplatz abstellen. Auf dem Gelände hat es aber auch einige Tennisplätze, ein Schwimmbad mit Liegewiese, diverse Sitzgelegenheiten in und um die Gebäude  und auch ein Restaurant fehlte nicht.

Wir blieben fünf Tage und hatten einiges zu erledigen. Ich musste auf die Botschaft um ein Formular beglaubigen zu lassen. Werni brauchte eine neue Kamera und ich musste bei Sony meinen E-Reader kontrollieren lassen. Ausserdem hatte ich mit meinem neuen Notebook immer noch Probleme und im Club gab es eine sehr gute WiFi Verbindung.

Nur einmal fuhren wir zur Plaza Mayor. Wir machten einen kleinen Altstadtrundgang, doch dann fuhren wir mit dem Taxi wieder zurück zum Club. Wir waren einfach nicht in Laune für Besichtigungen.

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Wir wollten die Gastfreundschaft nicht länger beanspruchen und entschlossen uns wieder in die Berge zu fahren. Wir hatten gelesen, dass eine absolut spektakuläre Strasse von Lima über La Oroya, Huancayo nach Ayacucho führe.  Und es war wirklich einmalig. Die Strasse führt  über den 4818 m hohen Abra Anticona und wir hatten mehrheitlich gutes Wetter und kamen sehr gut voran. Wir übernachteten auf einem ruhigen Plätzchen auf 3500 m. Viel Schlaf fanden wir in dieser Nacht nicht, denn so von Meereshöhe auf 3500 m war für unseren Körper zu viel. Doch gutgelaunt fuhren wir weiter.

Das Tal wurde wieder breiter und wir staunten, dass auf über 3000 m noch so viel Land- und Viehwirtschaft betrieben werden kann. So sahen wir ausser Feldern mit Mais, Kartoffeln, Rüebli und Getreide auch ausgedehnte Artischockenfelder.

In Santa Rosa de Ocopa besuchten wir das Franziskanerkloster.  Es wurde zwischen 1724 und 1744 erbaut und steht in einer sehr schönen Parkanlage.  Es ist das älteste und besterhaltene Franziskanerkloster Perus und vermutlich wurde es erst kürzlich renoviert. Der Friedhof, der sich neben der Kirche befindet, sah etwas verwahrlost aus. In diesem Kloster wurden die Mönche für ihren Missionseinsatz im Amazonasgebiet vorbereitet. Bei Besichtigungen von Kirchen und Klöstern denke ich oft an die Folgen, die die Missionsarbeit für die indigene Bevölkerung hatten.

Santa Rosa de Ocopa_14

Santa Rosa de Ocopa_13

Santa Rosa de Ocopa_1

Im San Jéronimo de Tunan besichtigten wir die Barockkirche. Welch ein Unterschied zum Franziskanerkloster. Von aussen sieht sie erhaben und prächtig aus. Im Innern scheint vieles renovierungsbedürftig zu sein. Das Kirchendach ist an einigen Stellen undicht. Das zeigt sich an den Wasserflecken am Boden. Verschiedene Seitenaltäre werden mit Holzbalken gestützt, damit sie an der Wand bleiben. Doch die Holzschnitzarbeiten und die filigranen Silberarbeiten sind wunderschön. Auch die aus Holz gefertigte Dachkonstruktion hat uns sehr gut gefallen.

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Hätten wir auf dem Weg von Pampas und Colcabamba nicht so viel Pech mit unserem Auto gehabt, würde ich die Fotos mit viel Freude ansehen. Es war wirklich eine tolle Fahrt. Wir hatten schönes Wetter und die Landschaft war sehr abwechslungsreich.  Wir sahen grüne, bepflanzte Felder so weit das Auge reichte. In der Ferne leuchteten die weissen Bergspitzen in den blauen Himmel. Immer wieder liefen Kühe, Schafe, Hunde und Hühner über die Strasse.  Auf einer Wiese waren Decken zum Trocknen ausgelegt. Menschen sassen beieinander und sortierten Kartoffeln. Wir sahen aber auch die harten Arbeitsbedingungen unter den die Menschen arbeiten müsse und sahen die Hütten in denen sie leben. Natürlich schimpften wir über die schlechte Piste, die nicht enden wollte. Wir waren schon Stunden unterwegs und Colcabamba wollte einfach nicht kommen, obwohl diese Ortschaft auf unserer Karte kurz nach Pampas eingetragen war. Als dann aber das Chassis einen Riss hatte und die Kabine hinten sehr nahe der Strasse war, war fertig lustig und wir wollten nur noch im nächsten Dorf ankommen.

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Als dann endlich unser Huckepack wieder fahrtauglich war, machten wir uns auf den Weg nach Ayacucho. Die Strasse blieb weiterhin mehr oder weniger schlecht und ich blickte immer wieder in den Rückspiegel um mich zu vergewissern, dass noch alles bestens sei. Langsam beruhigte ich mich und so konnte ich die Umgebung wieder geniessen. Wir sahen Lamaherden und als wir ausstiegen um Fotos zu machen, kamen sie näher und schauten uns zu. Später sahen wir am Horizont viele Lastwagen stehen und dachten schon, dass dort eine Strassenblockade sei. Als wir aber näher kamen stellten wir fest, dass hier oben im Niemandsland ein Pferderennen abgehalten wurde. Wir schauten eine Zeitlang zu und fuhren dann weiter. An einem wunderschönen Plätzchen auf 4200 m stellten wir unseren Huckepack ab und hatten eine absolut ruhige und sternenklare Nacht. Gegen Mittag fuhren wir weiter und die Landschaft änderte sich drastisch. Wir sahen weit ins Tal hinunter und dann durchfuhren wir eine mit verschiedenen Kakteen und Agaven gespickte Landschaft und die Felswände zeigten sich in den verschiedensten Farben. In einem kleinen Dorf fanden wir unseren nächsten Übernachtungsplatz.

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Am nächsten Vormittag erreichten wir Ayacucho und konnten wiederum unweit des Hauptplatzes parkieren. Im Touristenbüro teilte man uns mit, dass es nur 3 km ausserhalb der Stadt ein Centro Recreativo habe und wir dort problemlos über Nacht stehen könnten. So zogen wir gut gelaunt durch die Strassen, besichtigten einige von den über 30 Kirchen und sahen den Kindern zu, die vor der Kathedrale auf grellgrünen Plastikstühlen sassen und zeichneten. Später schleckten wir Eis in einem Café mit einem wunderschönen Innenhof. In einem andern Innenhof entdeckten wir eine Darstellung von der Geburt Jesus bis zur Kreuzigung. Es war so bunt, dass wir es unbedingt fotografieren mussten. Dann bummelten wir durch die Fussgängerzone und als wir wieder auf den Hauptplatz kamen, sahen wir einen Trauerzug. Vorne weg waren zwei Leichenwagen, dann folgten viele Menschen und mitten drin wurde ein Sarg von vier Männern getragen. Begleitet wurde der Trauerzug von Musikanten. Es war ein eindrückliches Bild.

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Als wir gegen Abend aufbrachen um zum Übernachtungsplatz zu kommen, war das Tor geschlossen.  So fuhren wir zur Stadt hinaus und machten uns auf den Weg wieder Richtung Pazifik. Eine einwandfreie Teerstrasse führte uns bis zur Zahlstelle für die Strassengebühr. Dort konnten wir auf knapp 3500 m die nächste Nacht verbringen. Am nächsten Morgen stieg die Strasse wieder steil hinauf bis wir den Abra Apacheta Pass auf 4700 m erreichten.  Nach einer Kaffeepause setzten wir unser Fahrt fort. Über dutzende von Kilometern fuhren wir an Felsen vorbei mit herrlich bunten Farben. Später passierten wir mächtige Kalksteinterrassen. Eine Serpentinenstrasse führte uns ins Tal hinunter, wo uns ausgedehnte Felder mit Rebstöcken begrüssten.

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Als wir bei der alten Inkasiedlung Tambo Colorado ankamen, hatten wir die Öffnungszeiten verpasst und stellten wir unseren Huckepack vor dem Eingang ab. Es war noch schön warm und die Sonne schien und so setzten wir uns auf eine Bank und genossen die Ankunft. Etwas später kam der Hausmeister und meinte, dass es viel zu gefährlich sei über Nacht an diesem Platz zu stehen. Er lud uns ein unser Fahrzeug auf dem Platz vor seinem Haus abzustellen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an. Als wir umparkiert hatten,  lernten wir auch noch seinen 90jährigen Vater kennen und schwatzten ein wenig. Vor dem Haus liefen Hühner, Ziegen und Hunde herum und wieder einmal sahen wir wie bescheiden diese Menschen leben.

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Anlage. Sie gilt als bestes Beispiel der Architektur der Inka an der Küste. Steigt man in die Hügel hinauf, sieht man wie gross Tampo Colorado einmal war. Obwohl auch diese Anlage aus Adobeziegeln gebaut wurde, ist sie noch sehr gut erhalten. Überall sind noch Spuren der gelben und roten Farbe zu sehen.  Innerhalb der Gebäude kann man von Raum zu Raum gehen.  Von einem kleinen Aussichtsturm sieht man das grüne Band, das entlang des Flusses auf die Fruchtbarkeit der Erde hinweist, sobald Wasser vorhanden ist.

Vorbei am Haus des Hausmeisters führt ein Weg am Berghang entlang. Nach einiger Zeit kommt man zu einem alten Inkafriedhof. Ein Bergrutsch legte mehrere Gräber frei. Es ist bizarr und faszinierend in diesen mit Mauern umgebenen Gräbern all den Knochen, Schädeln, Tonscherben und Stofffetzten zu sehen.

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Jetzt sind wir seit 3 Tagen auf der Halbinsel Paracas am Strand von Lagunillas. Jeden Tag scheint die Sonne, doch es weht ein kühler Wind. Das Meer ist zu kalt um darin zu baden. Doch es ist wunderschön und die Nächte sind sternenklar.

Wir beschlossen so lange hier zu bleiben, bis ich den Bericht bis zum heutigen Tag geschrieben habe. Es war Zeit diese Reiseetappe definitiv abzuschliessen. So können wir uns auf neuen Erlebnisse freuen. Diese Ziel habe ich nun erreicht und werde morgen ausgiebig faulenzen.

Erst dann werden wir in die Ortschaft Paracas fahren und unsere Homepage aktualisieren.

NP Paracas