Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Argentinien – ein erster Eindruck Drucken E-Mail
Dienstag, den 11. März 2014 um 00:00 Uhr

Von Fray Bentos (Uruguay) führt die südlichste und kürzeste Landverbindung über den Rio Uruguay nach Gualeguaychu (Argentinien). Die Brücke, der Puente Libertador General San Martin, ist unter Einbeziehung der Zufahrten 5366 m lang. Wir waren beeindruckt von der Breite des Flussbetts und der Landschaft, die uns bei der Fahrt begleitete. Der Rio Uruguay ist 1790 km lang und entspringt in den südbrasilianischen Bergen. Auf seinem Weg bildet er die Staatsgrenze zwischen Brasilien und Argentinien. Er durchfliesst den Stausee Salto Grande und bildet dann auf 300 km die Staatsgrenze zu Uruguay. Vom Süden her kann er bis Paysandú mit Schiffen befahren werden. Der Rio Uruguay bildet dann zusammen mit dem Rio Paraná den Rio de la Plata der dann in den Atlantik fliesst.
Der Grenzübergang verlief wieder ganz entspannt und in kürzester Zeit hatten wir alle notwendigen Papiere beieinander.

Brücke Argentinien

Brücke Argentinien

Brücke Argentinien

Wir befanden uns nun in der Provinz Entre Rio. Sie erhielt diesen Namen, da sie zwischen den beiden Flüssen Rio Uruguay und Rio Paraná liegt. Es ist auch eine Gebiet mit unwahrscheinlich vielen Thermen. Doch bei den herrschenden Temperaturen hatten wir viel mehr Lust auf kühle Gewässer.
Die nächsten Tage fuhren wir entlang dem Rio Uruguay Richtung Norden. Der Nationalpark El Palmar liegt in der Provinz Entre Rios. Er wurde eingerichtet um die Bestände der Yatay-Palmen zu schützen. Diese Palmen bildete einst grosse Wälder im Süden Brasiliens, in Uruguay und im Nordosten Argentiniens. Auf unserer Wanderung sahen wir leider nur noch kleinere Bestände. Mehrheitlich liefen wir auf einer staubigen, baumfreien Strasse und die Sonne brannte gnadenlos auf uns herab. So waren wir froh als wir wieder auf dem Campingplatz zurück waren und unter den schattigen Bäumen ausruhen konnten. Viel Freude und Spass hatten wir am Abend als der Einmann-Zirkus „Cachivache“ mit seinem Programm nicht nur uns, sonder auch viele Kinder und andere Erwachsene unterhielt. Der Künstler bezog sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen in seinen Darbietungen mit ein und dadurch gab es viel Gelächter.

El Palmar

El Palmar

El Palmar

Salto Grande, das Wasserkraftwerk das sich nördlich der uruguayischen Stadt Salto und der argentinischen Stadt Concordia befindet staut den Rio Uruguay. Der Stausee hat einen Speicherinhalt von 5000 Millionen Kubikmeter und eine Wasseroberfläche von 783 km2. 1979 wurde das Kraftwerk in Betrieb genommen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Argentinien und Uruguay und wird von beiden Staaten zu gleichen Teilen finanziert, wobei Uruguay damit über 80% des eigenen Strombedarfs decken kann.
Als erstes besichtigten wir das kleine Museum auf der argentinischen Seite. Dort sahen wir Modelle vom Kraftwerk und von Turbinen. Mir sagte das alles nur wenig. Anschliessend konnten wir an einer Führung teilnehmen. Mit einem Bus fuhren wir zur Staumauer. Diese ist 3 km lang und maximal 65 m hoch. Sie besteht aus einem Erdschüttdamm kombiniert mit einer Mauer. Eine Strasse und eine Eisenbahnstrecke verbinden Uruguay mit Argentinien. Der Bus fuhr bis zur Mitte des Dammes. Wir konnten kurz aussteigen, dann drehte der Bus um und fuhr zum Eingang des Kraftwerks. Leider gab es auch hier nicht viel zu sehen und bald fuhren wir zum Museum zurück. Von dort konnten wir auf einen Campingplatz fahren, der direkt am Stausee liegt. Natürlich genossen wir den Blick auf den See, das Schwimmen im warmen Wasser und das eine oder andere kühle Bier, das unseren Durst stillte und die Hitze erträglich machte.

Salto Grande

Salto Grande

Salto Grande

Auf unserer Weiterfahrt besuchten wir noch die Burgruine „Castillo San Carlos“ in Concordia. Das Palacio im Stil Louis XV wurde zwischen1886 und 1888 in einem wunderschönen Park im Auftrag eines französischen Industriellen gebaut. Nach nur 3 Jahren verliessen die Eigentümer die Villa und bis heute hat noch niemand eine Antwort auf die plötzliche Abreise gefunden. Später wohnten verschiedene Familien in den Gemäuern. Vier Jahrzehnte später wurde das Fort durch die sehr reiche Familie Fuchs Valon bewohnt. In dieser Zeit hatte Antoine de Saint-Exupéry (Autor des „kleinen Prinzen“) einen Unfall mit seinem Flugzeug und verbrachte einige Zeit in der Villa. Das Haus wurde dann verlassen und die Zeit trug zu Beschädigungen und Erosionen der Gebäude und des Parks bei. 1938 fügte ein Brand nochmals vielen Verwüstungen hinzu. Leider konnten wir die Ruinen nur von aussen betrachten. Doch wir waren beeindruckt von der Grösse die Anlage und konnten vom Park aus auf den Rio Uruguay hinunter sehen. Seit 1997 schmückt die Skulptur „El Principito y su Asteroide“ (Der Prinz und seine Asteroiden) der Künstlerin Amanda Mayor (1929 – 2005) den Park.

Castillo San Carlos

Castillo San Carlos

Castillo San Carlos

Wir setzten unsere Reise Richtung Westen fort um den Nationalpark Pre Delta am Rio Paraná zu besuchen.
Auch der Rio Paraná entspringt in Brasilien. Er ist 3998 km lang und wird an vielen Stellen gestaut. Deshalb ist er seiner natürlichen Form nahezu beraubt. Sein Einzugsgebiet (ohne den Rio de la Plata) umfasst 2‘582‘672 km2. Am Itaipu-Stausee bildet er die Grenze zwischen Paraguay und Brasilien und nach den Iguazú-Wasserfällen die Grenze zwischen Paraguay und Argentinien. Die letzten 500 km durchquert er Argentinien, bis er schliesslich mit dem Rio Uruguay den Rio de la Plata bildet.
Der Nationalpark liegt südlich der Stadt Paraná. Er ist nur 1458 ha gross und schützt eine sumpfige Feuchtlandschaft mit Wiesen und Wäldern im oberen Delta des Rio Paraná. Da wir in der Trockenzeit dort waren (bei Temperaturen von bis zu 40 Grad) blieben wir sowohl von Mücken als auch vom Hochwasser verschont. Wir konnten auf dem Parkplatz übernachten und genossen das Gezwitscher der Vögel, denn am Abend und in der Nacht waren wir die einzigen Besucher. Tagsüber spazierten wir zu den Lagunen und beobachteten die Tierwelt. Schwimmen und Baden war in diesem Paradies nicht erlaubt. Wir hatten aber in Zeitungen schon gelesen, dass es zurzeit sowieso zu gefährlich sei im Rio Paraná zu baden. Die Wassertemperaturen seien so hoch, dass die Piranhas Menschen angegriffen und verletzt hätten.

Delta Rio Parana

Delta Rio Parana

Delta Rio Parana

Wir verzichteten die Städte Paraná und Santa Fé zu besuchen und fuhren Richtung Süden. Begleitet wurden wir von Korn- und Soja-Feldern, die in dieser Ebene die Landschaft prägen. Das Wetter veränderte sich nicht und wir staunten, dass soviel bepflanzt werden kann. Von Victoria führt eine etwa 50 km lange Strasse mit vielen Brücken durch die Deltalandschaft des Rio Paranás nach Rosaria. Es war verboten auf dieser Strecke anzuhalten, doch wir wurden belohnt mit der Aussicht auf viele Wasserarme und Lagunen. Auf den Feldern sahen wir vereinzelt Rinder- und Pferdeherden, die manchmal nur kleine Pünktchen in der Landschaft waren. Somit hatten wir die Provinz Santa Fé erreicht. Wir fanden den einzigen Campingplatz in der Nähe von Rosaria, der direkt am Rio Paraná liegt, doch auch hier war es verboten zu Baden. Zum Glück gab es einen Swimmingpool, in dem wir uns erfrischen konnten.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Rosario, denn wir wollten meinen Geburtstag mit einem feinen Essen und einem guten Wein feiern. Doch das Glück war uns nicht hold.
Trotz Hitze bummelten wir durch die Fussgängerzone und gingen dann zum „Monumento de la Bandera“ (Monument der Nationalflagge). Am 26.2.1812 stellte der General Manuel Belgrano die neue Nationalflagge dem Triumvirat vor und rief am 27.2.1812 alle Soldaten zusammen, damit sie ewige Treue auf die „neue Nationalflagge“ schwören. Damit war die Nationalflagge Argentiniens geboren. Sie wurde aber erst am 20. Juli 1816 für das ganze Land anerkannt. Das Monument de la Bandera wurde am 20. Juni 1957 eingeweiht. Der riesige Gebäudekomplex mit einer Gesamtfläche von etwa 10’000 m2 steht in der Nähe des Rio Paraná und ist unübersehbar. Es besteht aus drei Teilen. Der Turm ist 70 m hoch und beherbergt die Krypta von Manuel Belgrano. Riesige Statuen schmücken die Seiten des Innenhofs. Natürlich wollten wir auf den Turm um von Oben einen Überblick über die Stadt zu haben. Doch leider gab es keinen Strom und so konnte der Lift nicht benutzt werden.
Auch der Besuch der Kathedrale war uns verwehrt, da sie geschlossen war. Und nicht zuletzt fanden wir das Wandbild von „Che“ nicht. Als wir uns nach einem guten Restaurant umsahen, waren alle bis 20 Uhr geschlossen. So lange wollten wir nicht warten, denn die Hitze setzte uns arg zu. Wenigsten fanden wir eine Bar, in welcher wir auf meinen Geburtstag anstossen und einen kleinen Happen essen konnten. Müde und verschwitzt kehrten wir auf den Campingplatz zurück und erfrischten uns im Swimmingpool.

Rosario

Rosario

Rosario 26

Die Provinz Cordoba bildet die Grenze zur Provinz Santa Fé und. Jetzt fuhren wir Richtung Westen weiter. Das Flachland mit den endlosen Feldern, Steppen und baumlosen Flächen begleitete uns. Doch dann näherten wir uns Hügeln als Vorboten der Sierra de Cordoba. Es war einfach wunderbar, endlich wieder auf und ab und um Kurven zu fahren. Kurz vor Villa General Belgrano kamen wir am Stausee „Embalse Rio Terçero“ vorbei. Auch hier wurden riesige Flächen geflutet, doch überall tauchen kleine Inseln aus dem Wasser herauf. Nur ein kleines Rinnsal gelangt ins Flussbett zurück. Mit vielen anderen Touristen genossen wir den Anblick.

Embalse

Embalse

Embalse

Im Campingplatz „La Florida“ beim Städtchen Villa General Belgrano wurden wir herzlich Willkommen geheissen von Bettina und Ralf. Die beiden Deutschen wanderten vor mehr als 30 Jahren nach Argentinien aus. Es war einer der besten Campingplätze, die wir seid langem vorfanden. Bei den Grillstationen hat es überdeckte Tische mit Sitzgelegenheiten. Auch vermieten sie hübsche Cabañas, haben einen Swimmingpool und Ralf ist berühmt für sein Asado. Auch die sanitären Anlagen waren immer sehr sauber und wir genossen die heisse Dusche mit funktionierendem Duschkopf. Ausser drei Hunden, mehreren Ziegen und Schafen bewohnten auch ein Ponny und ein Pferd das Gelände. Deutscher Standard wurde geboten und wir blieben fast eine Woche auf diesem Platz hängen. Ralf wusste viele Geschichten zu erzählen und gab uns viele Tipps wo wir in Argentinien weitere wunderschöne Orte besuchen könnten. Wir lernten auch Fridolin aus dem Thurgau kennen, der mit seinem Motorrad durch Argentinien und Chile braust. Werni war ein bisschen neidisch, als der die BMW sah und hatte Lust auch wieder einmal auf so einer Maschine zu sitzen.

Villa General Belgrano

Villa General Belgrano

Villa General Belgrano

Das Städtchen Villa General Belgrano ist vollkommen auf Tourismus ausgerichtet. 1932 kauften die Deutschen Georg Kaphuhn und Paul Heintze ein riesiges Gebiet, parzellierten und verkauften Grundstücke vorwiegend an Europäer. Und so begegneten wir beim Flanieren auch überall, manchmal seltsame deutschen Namen wie Isenbeck, Freunde, Interlaken, Essenhaus und Brunnen Bier. Auch schmücken Wikinger, Ritter, geschnitzte Figuren und Keramiken Eingänge und Schaufenster. Fast jedes Restaurant bietet sein eigenes Bier an und auf der Speisekarte fanden wir Wiederschnitzel, Eisbein oder Würstchen mit Sauerkraut und wunderbare Kuchen. Bei so viel Gemütlichkeit waren wir nicht traurig, dass wir das Oktoberfest verpassten.

Villa General Belgrano

Villa General Belgrano

Villa General Belgrano

Man könnte fast meinen, dass wir Heimweh hätten, denn auch unser nächstes Ziel führte uns in ein Dorf wo wir uns in die Alpen versetzt fühlten. La Cumbrecita liegt auf 1450 m Höhe und die Strasse führt steil hinauf. Wunderschön waren die Blicke ins Calamuchita-Tal hinunter. Auch hier haben europäische Auswanderer das Dorfbild geprägt. Wir genossen aber den Wanderweg durch einen dichten Fichtenwald bis wir zu einem Wasserfall kamen. Über Nacht durften wir auf dem Parkplatz stehen. Als die meisten Fahrzeuge weg waren kamen Jugendliche, die ein Netz auf dem Platz aufstellten und Volleyball spielten. Es war lustig ihnen zuzusehen und an ihrer Begeisterung beim Spiel teilzunehmen. Doch als es Nacht wurde, packten sie das Netz wieder zusammen und verliessen den Platz. Wir erlebten eine absolut ruhige und ungestörte Nacht.

Villa Berna

El Cumbercita

El Cumbercita

Cordoba ist eine der grössten und ältesten Städte Argentiniens. Sie hat etwa 1,3 Mio Einwohner und schon von weitem sahen wir die Hochhäuser in den Himmel ragen. Auch beherbergt sie eine der bedeutendsten Universitäten des Landes und viele Bauten stammen aus der Kolonialzeit.
Wir waren froh, dass wir mit dem Bus in die Stadt hineinfuhren und uns weder um den chaotischen Verkehr noch Parkplatzsuche kümmern mussten. Zum Glück sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuss erreichbar, denn nach wie vor herrschten Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Von der Plaza San Martin laden verschiedene Fussgängerzonen zum Bummeln ein und es herrschte ein geschäftiges Treiben. Wir besichtigten die Kathedrale, die Kirche und den Konvent Santa Teresa und die Jesuitenkirche Iglesia de la Compañia. Der Innenraum dieser Kirche ist verziert und geschmückt und bildet einen schönen Kontrast zur schlichten Fassade. Unseren Durst stillten wir in schattigen Innenhöfen. Doch nach einem halben Tag flüchteten wir zurück auf den Campingplatz wo wir uns im Swimmingpool erfrischten.

Cordoba

Cordoba

Cordoba

Jetzt hatten wir wieder genug von der Grossstadt und freuten uns auf die Nationalparks, die auf unserem Programm standen. Doch zuerst besuchten wir noch Villa Carlos Paz. In diesem Ort steht die grosse freistehende Kuckucksuhr „El Reloj CuCú“. Ja, wir wären fast daran vorbei gelaufen, denn wir hielten nach etwas „Grossem“ Ausschau. Da der Kuckuck nur jede Stunde sich zeigt, setzten wir uns mit einem Eis in den Schatten und warteten. Werni hatte die Kamera bereit und wir schauten immer wieder auf die Uhr. Eine Minute vor vier Uhr öffnete sich das Tor und der Kuckuck liess nur 3 mal seinen Ruf erklingen. Auch das schnelle Reagieren von Werni nutzte nichts – er war zu spät für ein Foto, das Tor war schon wieder geschlossen. Nach diesem Erlebnis setzten wir unseren Weg zum Nationalpark Quebrada del Condorito fort.

Villa Carlos Paz

Weg NP El Condorito

Weg NP El Condorito

In diesem Nationalpark wird der Andenkondor geschützt und es gibt gute Wandermöglichkeiten. Als erstes genossen wir die Ruhe und Abgeschiedenheit. Am nächsten Tag unternahmen wir eine erste Wanderung. Auch hier war es heiss und obwohl ich dachte, dass wir uns tagsüber immer draussen aufhielten, holte mich mir einen kleinen Sonnenbrand. Am folgenden Tag wanderten wir bis zum Aussichtspunkt, von welchem wir den Flug der Kondore beobachten konnten. Stundenlang sahen wir diesen Vögeln zu, wie sie kreisten, sich von der Thermik leiten liessen, klar am blauen Himmel zu sehen waren und dann wieder in der Schlucht verschwanden.
In der folgenden Nacht kam ein starker Wind auf und wir sahen rund um uns herum Wetterleuchten. Am Morgen war die ganze Umgebung in Nebel gehüllt und wir blieben in unserer Kabine, beschäftigt mit dem Bearbeiten von Fotos und dem Berichtschreiben. Am Nachmittag brach ein heftiges Gewitter los mit viel Regen und einigen Hagelkörnern. Auch in der Nacht hielten mich Windböen, Regenschauer, Blitze und Donner oft wach. Am nächsten Morgen teilte uns der Ranger mit, dass es 70 cm geregnet hätte. Einmal mehr waren wir dankbar nicht mit einem Zelt unterwegs zu sein. Der Himmel war immer noch sehr verhangen und so entschlossen wir uns weiter zu fahren.

NP El Condorito

NP El Condorito

NP El Condorito

Den ganzen Tag über blieb der Himmel verhangen und so sahen wir wenig von unserer Umgebung. Wir fuhren weiter bis Villa Dolores und fanden einen schönen Campingplatz direkt an einem Fluss. Die Besitzerin beklagte sich, dass es hier schon während langer Zeit regenfrei sei. Das kümmerte uns wenig, denn wir genossen mit vielen anderen Gästen das Bad im Fluss. In der Nacht setzte auch hier ein heftiges Gewitter ein und am Morgen war aus dem trägen, ein reissender Fluss geworden. Die Zeltbewohner hatten sich in der Nacht in ihre Autos geflüchtet, denn auch der Boden des Campingplatzes stand unter Wasser. Doch die Temperaturen lagen beim Aufstehen bereits wieder bei über 26 Grad.
Bevor wir den Nationalpark Sierra de las Quijadas erreichten, durchfuhren wir nochmals eine weite Ebene. Wir begegneten nur einigen Rinderherden, sahen ein paar Felder und fuhren an einigen Zufahrtswegen zu Estanzia vorbei.
Im Nationalpark parkierten wir beim Campingplatz. Auch in dieser Nacht sahen wir wieder Wetterleuchten, Blitze und hörten es in der Ferne donnern. Eindrücklich prägten sich die verwitterten Felsen bei unserer Wanderung ein. Immer wieder staunen wir, wie vielfältig die Landschaft wird durch das Einwirken von Wasser, Wind, Hitze und Käte. Auch die Tier- und Pflanzen passen sich der Umgebung an. In der Nähe von Picknick- und Campingplätzen nähern sich Vögel und andere Tier fast auf Tastkontakt.
Es gefiel uns ausgezeichnet und wir verbrachten noch einen weiteren Tag in dieser schönen Umgebung. Eine argentinische Familie sprach uns an, denn sie waren auch mit einem Landrover unterwegs. Sie schenkten uns eine Liste mit den Adressen von „unabhängigen“ Landrover-Werkstätten in ganz Argentinien. Bei Probleme sollen wir uns an das Forum wenden um Hilfe zu erhalten. Auch hier wieder erhielten wir Informationen, die uns Sicherheit bei Problemen mit dem Fahrzeug für die Weiterreise gab.

NP Las Quijabas

NP Las Quijabas

NP Las Quijabas

Je näher wir Mendoza kamen, sahen wir Berge, Rebberge und viele Felder. Wieder fanden wir einen Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt. Dort lernten wir die Deutschen Manfred und Marie-Louise kennen. Mit ihnen fuhren wir per Taxi am Abend in die Stadt hinein und liessen uns im Strom treiben. Strassenkünstler zeigten ihr Können einem interessierten Publikum. Doch nach wie vor waren wir nicht auf das Stadtleben eingestellt und nach einem ausgezeichneten Nachtessen fuhren wir auf den Campingplatz zurück.

Mendoza

Mendoza

Mendoza

Jetzt näherten wir uns immer mehr der chilenischen Grenze. Während längerer Zeit begleiteten uns die riesigen Felder der Weintrauben. Dann sahen wir in der Ferne die ersten schnee- und eisbedeckten Gipfel der Anden. In Uspallata , auf 1700 m Höhe, konnten wir auf dem, mit Bäumen bewachsenen Campingplatz stehen. Wir machten einige ausgedehnte Wanderungen und besichtigten die alten Schmelzöfen.

Uspallata

Uspallata

Uspallata

Auf dem Weg zum Nationalpark Aconcuaga kamen wir an einem von der Natur geschaffenen Wunder vorbei, dem Puente del Inca. Diese Brücke, die auf 2700 m Höhe liegt ist kein Bauwerk der Inkas, sondern sie hat ihren Namen erhalten von der Annahme, dass die Inkas bis hierher vorgedrungen seien. Ein Bogen wurde durch die Erosion gebildet und spannt sich 47 m hoch und 28 m breit über den Rio Mendoza. Eine stark schwefelhaltige, heisse Quelle, die dort entspringt färbt den Stein rötlich-gelb. Früher gab es hier ein Thermalbad, doch ein Erdrutsch liess das Badehaus einstürzen und dadurch gibt es auch keinen Rundgang mehr.
Das Farbenspiel entlang der Felsen faszinierte uns und wir bedauerten, dass wir nicht über die Brücke zum Badehaus gehen durften. Es muss einmalig gewesen sein sich in den Bädern mit diesem schwefelhaltigen Wasser aufhalten zu können. Vielleicht wäre uns ja der Geruch doch zu stark in die Nase gestiegen. Als ich ein Foto von Werni machen wollte, blickte er nicht zu der Ruine des Badehauses hinüber, sondern verfolgte interessiert den Helikopter, der über unsere Köpfe hinweg flog.

Puente del Inca

Puente del Inca

Puente del Inca

Der Parque Provincial Aconcagua umfasst eine Fläche von etwa 71‘000 ha. Der Parkeingang liegt auf 2800 m Höhe und wir konnten auf dem Parkplatz übernachten. Wir hatten unwahrscheinliches Glück, dass wir den höchsten Gipfel Argentiniens, den höchsten der Anden, den höchsten Amerikas, den höchsten der südlichen Hemisphäre und den höchsten ausserhalb Asiens bei blauem und wolkenfreiem Himmel sehen durften. Der 6962 m hohe Aconcagua ist jedes Jahr Ziel von etwa 4000 Bergsteigern. Zum ersten Mal wurde er vom Schweizer Matthias Zurbriggen am 18. Januar 1897 bestiegen.
Wir waren nicht so ambitiös und genügten uns mit einem einfachen Wanderweg. Doch das Gehen fiel uns bei dieser Höhe merklich schwer. Wir freuten uns, dass der Feldstecher uns die Bergspitzen und Gletscher etwas näher sehen lies. Wir schauten in die vom Wasser und Wind geformten Täler hinunter und stellten uns die Lagunen vor, wie sie nach der Schneeschmelze ein viel grösseres Gebiet überfluten.
Unterwegs trafen wir eine Gruppe von Bergsteigern die den Gipfel erklimmen wollten. Sie hofften, dass es ihnen in 3 Wochen gelingen würde und nachdem wir zu ihrer Erinnerung Fotos gemacht hatten, wünschten wir ihnen viel Glück und Erfolg.

NP Aconcuaga

NP Aconcuaga

NP Aconcuaga

Jetzt war die Grenz zu Chile nicht mehr weit entfernt, doch davon wird der nächste Bericht handeln.

Weitere Fotos zu diesem Bericht findet ihr in den Bilderordnern Januar und Februar 2014