Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Freitag, den 09. Januar 2015 um 00:00 Uhr

Seit mehr als vier Wochen fahren wir durch Bilderbuchlandschaften. Ich könnte in diesem Bericht immer wieder wunderschöne Landschaftsbilder zeigen, doch dafür ist die Bildergalerie. Werni hat so viele tolle Fotos gemacht, die ihr einfach anschauen müsst, um zu erleben, womit wir verwöhnt wurden. Ich beschreibe die Route, die wir gefahren sind, damit ihr sie auf unserer Homepage oder im Atlas nachvollziehen könnt und beschränke mich mehrheitlich auf Besonderheiten, die wir ausserhalb der Natur erlebten.
Zuerst ging es auf der argentinischen Seite von Zapala aus an den Lago Aluminé. Unterwegs begegneten wir vielen Schaf- und Ziegenherden, die von Gauchos oder von Hirten auf neue Weiden getrieben wurden. Die erst in der Ferne sichtbaren schneebedeckten Berge ragten aus der sonst sehr kargen Ebene empor. Die Baumgruppen, die wir sahen, schützten mehrheitlich die Häuser vor dem immer wehenden Wind. Am Lago Aluminé verbrachten wir zwei Tage bei einer Traumaussicht. Werni konnte es nicht lassen und zeigte Härte, doch dann musste er im sehr kalten Wasser ausharren, bis ich endlich Fotos gemacht hatte.

Weg Alumine 03

Weg Alumine 10

Lago Alumine 06

Bei mehrheitlich bewölktem Himmel fuhren wir die Strecke am See entlang, streiften die Seen Moquehue, Norquinco und Pulmari. Dabei durchfuhren wir Wälder mit Araukarien, Coihue- und Antarktische Buchen. Entlang des Rios Aluminé erreichten wir Junin de Los Andes.
Gegen Abend gingen wir ins sehr schöne Städtchen. Ein Strassenstück beim Platz war für Autos gesperrt und es gab Stände mit Kunsthandwerk und Esswaren. Wir setzten uns in ein Strassenrestaurant und sahen dem lebendigen Treiben zu. Plötzlich gab es ein Hagelschauer und die Ausstellenden schützen ihre Kostbarkeiten so gut es ging. Nach etwa einer halben Stunde war der Spuk vorbei und das Treiben ging munter weiter.
Am nächsten Tag besichtigten wir die Kirche „Nuestra Senora de la Neive“. Von aussen wirkt sie eher unscheinbar, aber das Innere ist hell und freundlich. Im Eingangsbereich steht in der Mitte ein rundes Podest. Darüber hängt die Skulptur eines fast durchsichtig wirkender Jesus. Um das Podest herum sind die Bänke und in den Nischen hat es wunderschöne Skulpturen. Im Hauptteil der Kirche sind die Bänke in Richtung Altar ausgerichtet. Die Wände sind mit Webbändern von verschiedenen Mapuche-Gemeinden und mit einem blauen Steinfries mit abstrakten Motiven verziert. In dieser Kirche erhalten die indianische und christliche Kultur die gleiche Wertschätzung. Wir waren begeistert von der Schönheit und Harmonie, die das Innere dieser Kirche ausstrahlt.
Wir waren gespannt auf den 2000 m langen Wanderweg, der vom Städtchen hinauf bis zum Hügelkreuz führt. Auf der „Via Christi“ kamen wir an über 22 riesige Statuen und noch viel mehr Bildhauerarbeiten vorbei, die Bibelszenen mit Jesus darstellen. Aber auch die Unterdrückung, Dezimierung und Versklavung der indigenen Bevölkerung durch die Inkas und die spanischen Konquistadoren wird eindrucksvoll thematisiert. (Bis heute kämpft die indigene Bevölkerung um die Anerkennung des Unrechts, das sie erlitten hat und um eine gleichberechtigte Stellung in der argentinischen und chilenischen Gesellschaft). In einer Darstellung inspiriert Jesus Franz von Assisi, Mutter Theresa, Mahathma Ghandi, Martin Luther King ....Tief betroffen waren wir von der Skulpturengruppe, die die Gräuel der Militärdiktaturen in Südamerika darstellt: Die Wahrheit der Lehren Jesus im Widerspruch zu historischen Realitäten (sterbende Soldaten, die anstelle des Gesichts Bilder von Opfern und Tätern haben).

Junin de Los Andes 28

Junin de Los Andes 02

Junin de Los Andes 23

Der Weg führte uns weiter und wir fuhren entlang des Lago Huechulafquen, dem grössten See im Parque Nacional Lanin. Der 3776 m hohe Vulkan Lanin wird als schönster Berg der Welt bezeichnet. Auch wir fanden ihn sehr schön obwohl wir leider die schneebedeckte Pyramide nicht im glitzernden Wasser des Lago Huechulafquén gespiegelt sahen, denn der Wind war zu stark und das Wasser zu unruhig. Da wir keine Berggänger sind, begnügten wir uns mit Spaziergängen am See und einer Fahrt bis nach Puerto Canoa, wo die Strasse endet. So konnten wir uns am Blick auf den Vulkan und das gegenüberliegende Ufer freuen.
Jetzt wechselten wir über Junin de los Andes, den Lago Tromen auf die chilenische Seite. Der Blick auf den Vulkan blieb uns immer wieder erhalten. Doch jetzt war fast nur noch die Vulkanspitze schneebedeckt. Nach der Übernachtung am Lago Tromen fuhren wir wieder nach Chile. Es gab absolut keine Probleme mit Grenzformalitäten.
Wir erreichten Curarrehue, ein kleiner Ort, indem die Mehrheit der Einwohner Mapuche, bzw. Pehuenche sind, noch am späten Vormittag. Im Centro Cultural Aldea Indigena Trawupeyüm (in der Mapuchesprache „Wo wir uns treffen“) besichtigten wir das kleine Museum. In einem Raum des Zentrums spielte eine Schulklasse. Wir sahen zu wie 2 Spielern die Augen verbunden wurden und jeder bekam einen bestimmten Laut, mit dem er sich seinem Partner zu erkennen geben musste. Einer war der Suchende, der andere der Fliehende. Unter viel Gelächter und Anfeuerungen ging die Suche anstatten. Ein schöner und lustiger Moment das zu erleben.
Wir kamen bei der kleinen Kirche an, bevor sie geschlossen wurde und erhielten eine kurze Führung. Die Kirche ist ganz aus Holz gebaut und hat einen sehr schönen Dachstock. Zum Altar hin hat es einen Steinbogen und als Altarbild ist Jesus dargestellt, wie er aufsteigt. Das ist sehr selten, demn meistens wird der gekreuzigte Jesus dargestellt. Das Bild am Altar selber ist eine sehr einfache, aber eindrückliche in Holz geschnitzte Darstellung des letzten Abendmahls. Es war sehr spannend zuzuhören, wie auch hier die Kultur der Indigenen beim Bau der Kirche berücksichtigt wurde.

Curarrehue 13

Curarrehue 09

Curarrehue 01

Wieder erlebten wir eine absolute Bilderbuchfahrt über Pucon, entlang des Lago Villarrica nach Lican Ray und dann entlang des Lagos Calafquen nach Coñaripe zu den Thermas Geométricas. Diese liegen versteckt an der Südostflanke des Vulkans Villarrica. Sie wurden vom chilenischen Stararchitekt Germán del Sol im Cajón Negro verwirklicht. In einer üppig grünen Vegetation, flankiert von schwarzen Felsen konnten wir rote Holzstege zu einem Wasserfall hinauf gehen. Unterwegs gibt es weit auseinander liegende Naturschieferbecken mit 35 bis 39 Grad heissem Wasser. Seitlich der Stege stürzen kalte und heisse Wasserfälle an den Felsen entlang. Mit Gras bedeckte Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen sind in die Landschaft eingepasst. Es war ein riesiges Vergnügen, dass wir uns hier aufhalten konnten. Leider gibt es keinen Campingplatz und so fuhren wir wieder hinunter nach Coñaripe.
Die Traumfahrt ging weiter entlang des Lago Calafquen, Lago Pullinque, Lago Pangupulli nach Neltume, das am Rande der „Reserva Huilo Huilo“ liegt. Dort wanderten wir zu den Wasserfällen Huilo-Huilo, den wir von oben und vom Flussufer bewundern konnten und dann durch den Regenwald zum Salto del Puma. Auch hier waren wir beeindruckt, wie Wasser sich immer einen Weg sucht und mit Getöse in die Tiefe stürzt um dann ruhig und langsam weiter zu fliessen.
Was uns an diesem Ort noch viel mehr interessierte waren die beiden Hotels, die in unserem Reiseführer als die originellsten in Chile beschrieben wurden.
Die Lodge „Montaña Mágica“ sieht aus wie ein Vulkankegel. Die Aussenwände sind mit Gras bewachsen und bei Regen strömt das Wasser daran hinunter. Innen ist es sehr rustikal eingerichtet. Wir verliefen uns fast in all den verschiedenen Räumen und Stockwerken. Dann gingen wir auf die Holzstege hinaus und diese führen uns zum
Hotel „Nothofagus“. Es hat die Form eines Affenbrotbaumes und liegt direkt neben der Loge.
Beide Hotels sind umgeben von üppigem Grün und Holzstege und Wege führen durch den Wald zu einem kleinen Wasserfall. Wir beschlossen, obwohl Weihnachten schon vorbei war, ein Nachtessen in dieser Umgebung zu geniessen und wählten neben einem guten Wein auch Spezialitäten, die wir noch nicht kannten. Da wir unseren Huckepack auf dem Parkplatz abgestellt hatten, war der Heimweg kurz und wir verbrachten eine ruhige und erholsame Nacht.

Weg Neltume 18

Weg Neltume 19

Weg Neltume 23

Am nächsten Morgen unternahm ich einen Spaziergang zum „Museo de los Volcanes“. Unterwegs traf ich noch einen Fuchs und wir schauten uns gegenseitig an. Doch bis ich bereit war mit der Kamera, verschwand er im Dickicht. Das Museum hat auch die Form eines Vulkans und steht mitten im Regenwald, aber am Fuss eines Berges. Leider war das Museum noch geschlossen und so konnte ich nur herum laufen. Was mich besonders beeindruckte, waren die Stein-Skulpturen, die den Eingang zum Museum und die Umgebung schmücken.
Gleich neben dem Museum wird eine Seilbahn gebaut, die zukünftig einen Überblick über dieses Gebiet geben wird. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr eindrücklich sein wir. Was mich aber faszinierte waren die Bäume, die mitsamt ihren Wurzeln als tragende Elemente für die Dachstock dienen.

Neltume 14

Neltume 16

Neltume 17

Wieder stand ein Grenzübergang bevor. Diesmal durften wir mit unserem Huckepack die Fähre „Hua Hum“ über den Lago Pirehueico nehmen, die Puerto Fuy mit Puerto Pirehueico verbindet. Dieser See ist sehr schmal und die Überfahrt dauert 1 ½ Stunden. Es ist die einzige Möglichkeit um wieder nach Argentinien zu gelangen und wir freuten uns auf die Schifffahrt. Wieder hatten wir Glück und konnten bei Sonnenschein und bei windstillem Wetter den See überqueren. Es war eine herrliche Fahrt. Irgendwann machte die Fähre einen Bogen, obwohl keine Bucht in Sicht war. Der Kapitän macht uns aufmerksam, dass wir bald die Figur eines Esels sehen werden, die durch Erosion im Fels entstanden sei. Und tatsächlich begleitete uns „der Esel“ noch lange auf unserer Fahrt.
Die Formalitäten an der chilenischen Grenze waren mühsam, denn der Computer funktioniert nicht richtig. Dafür ging es an der argentinischen Grenze „ruck-zuck“. Wir wurden nur gefragt, ob wir etwas mitführen, das nicht erlaubt sei und als ich antworte, dass es unser Heim sei und sie nachsehen können, winkt die Beamtin ab und liess uns weiterfahren.
Auch die Fahrt am Lago Lacar wieder im „Parque National Lanin“ bis nach San Martin de los Andes verwöhnt unsere Augen mit wunderschöner Sicht auf den See und das gegenüberliegende Ufer. Häufig fuhren wir aber durch dichte Wälder. Wir erkundeten das Gebirgsstädtchen zu Fuss, doch es wehte ein so kalter Wind, dass wir uns gerne wieder in unseren Huckepack zurück zogen.
Bei der Weiterfahrt nach San Carlos de Bariloche wählten wir die Strecke entlang des Lago Traful und waren begeistert, als wir die bizarren Felsformationen im Tal des Rios Traful sahen. Dann erreichten wir Nahuel Huapi und fuhren am See entlang nach San Carlos de Bariloche. Als wir ankamen war es kalt und windig und die Sonne hatte sich versteckt.
Deshalb besuchten wir als erstes die Stadt. Bariloche und seine Umgebung wird auch „die Schweiz Argentiniens“ genannt. Und so gibt es auch Hotels und Restaurants mit Namen wie Edelweiss, Gstaad, Casita Suiza usw. Auf den Speisekarten wird Käse- und Schokolandenfondue angeboten und in den Strassen riecht es nach Schokolade. Mit glänzenden Augen sahen wir die Auslagen an und bei einer besonders schönen Confiserie konnten wir nicht wiederstehen und kauften Pralinen. Schwierig war die Auswahl zu treffen und kaum waren wir auf der Strasse vertilgten wir die Ersten mit Hochgenuss.
Es blieb düster und kalt und so blieben wir für 3 Nächte auf dem Campingplatz. Wir lernten Birgit, Rolf, Martina und Heinrich aus Deutschland kennen, die mit einem gemieteten Womo unterwegs waren. Gemeinsam machten wir einen Grillabend. Zum Glück gab es beim Campingplatz einen geschlossenen Raum mit Grillstelle und so waren wir vom Wind und der Kälte geschützt. Wir verbrachten einen tollen Abend zusammen und konnten viele Erfahrungen austauschen. Leider mussten sie am nächsten Tag ihre Reise fortsetzen.

Bariloche 3

Bariloche 1

Bariloche 2

Nach 2 Tagen war der blaue Himmel zurück und wir machten die kleine, ca. 60 km lange Rundfahrt am See entlang bis nach Llao-Llao, dann ging es entlang der Bahia Lopez zum Lago Nahuel Huapi und dem Lago Moreno zur Colonia Suiza. Dort spazierten wir durch das von Schweizern, die zuerst nach Chile ausgewandert waren und dann hier sesshaft wurden, gegründete Dorf und stellten uns vor, wie es vor etwa 100 Jahren hier wohl ausgesehen hat. Heute werden die Häuser mehrheitlich als Restaurants, Souvenirläden und Hostals genutzt. An einem „Chalet“ sind alle Schweizerwappen vertreten und es stehen auch einige Holzfiguren umher. Werni hätte gerne ein Käsefondue gegessen, doch das gab es nur ab 2 Personen.
Natürlich fuhren wir auch hoch zum Cerro Catedral, einem berühmten Skigebiet. Dort sah es aus wie im Sommer in schweizerischen Skigebieten nur liefen keine Sesselbahnen und wir konnten anhand der vielen Unterkünfte uns vorstellen, wie es im Winter sein wird.
Ganz eindrücklich war aber die Aussicht vom Cerro Campanario. Diese Aussicht ist einfach fantastisch. Wir konnten uns kaum sattsehen am tiefblauen Wasser der Seen, den bewaldeten Inseln und den Bergen im Hintergrund, von denen viele eine weisse Spitzen haben. Mit wenigen Schritten konnten wir die Perspektive wechseln und hatten so eine 360 Grad Aussicht.

Bariloche 4

Bariloche 5

Bariloche 6

Und dann war es an der Zeit wieder nach Chile zu reisen. Entlang des Lago Nuhuelpuapi fuhren wir Richtung Villa La Angostura. Diese Stadt war wie Bariloche vom Aschregen des 2011 ausgebrochenen Vulkan Puyehue stark betroffen. Heute ist es eine gut besuchte Touristenstadt. Nach einem kurzen Bummel am See, fuhren wir weiter zum sehr schönen Lago Espejo, wo wir auch einen Campingplatz fanden. Die Ferienzeit hat inzwischen angefangen, doch bis jetzt fanden wir noch immer einen Platz. Nur hat es viel mehr Autos und in den Orten hat es viel mehr Touristen.
Am Zoll von Argentinien erhielten wir sofort die Ausreisestempel, doch am chilenischen Zoll gab es eine lange Warteschlange. Zum ersten Mal mussten wir die Autopapiere selber ausfüllen. Die Beamtin und der Zöllner, die unseren Huckepack auf verbotene Gegenstände untersuchten, waren sehr freundlich. Wieder einmal interessierten sie sich nicht nur für den Kühlschrank und die Schränke, sondern wir mussten auch beide Seitenklappen öffnen. Ich hatte so das Gefühl, dass sie eher sehen wollten, was in so einer Kabine alles Platz findet. Doch ausser einer Mandarine nahmen sie nichts mit, obwohl wir noch Butter und sogar ein Jogurt im Kühlschrank hatten.
In „Aguas Calientes“ besuchten wir noch das Thermalbad, doch es gab nur ein Becken. Nachdem wir uns gründlich aufgewärmt hatten, machten wir die Wanderung „El Pionier“. Steil führte der Weg bergan, doch der Ausblick vom Mirador hinunter auf die Thermen, ins Tal des Rio Golgon, die umliegenden Berge und den Vulkan war die Mühe wert.
Weiter ging es am Lago Puyehue vorbei und wir beschlossen die Strecke an den Lago Rupanco zu wählen um an den Lago Llanquihue zu kommen. Auch das wieder einen Bilderbuchstrecke. Da es kaum Verkehr hatte, konnten wir die Umgebung geniessen. Wir sahen den mächtigen Vulkan Osorno in seiner vollen Pracht. Auf den nächsten Tag war Nebel und Nieselregen angesagt und so beschlossen wir nicht am Lago Llanquihue zu übernachten, sondern ins Refugio des Vulkan Osorno hinauf zu fahren. Die Fahrt entlang von diesem See konnten wir bei strahlend blauem Himmel geniessen.
Im Refugio angekommen lösten wir die Tickets um mit den beiden Sesselbahnen bis zum Gletscher hinauf zu fahren. Auch andere genossen diese Umgebung und es war einiges wärmer hier oben als bei der Talstation der Seilbahn. Wir waren also wieder einmal direkt im Schnee und sahen die Eismassen dieses pyramidenförmigen Vulkans. Es war einfach herrlich. Unter uns breitete sich die Ebene aus und wir überblickten den ganzen Lago Llanquihue.
Wir übernachteten bei dem Refugio und am nächsten Morgen waren wir in dichten Nebel eingehüllt. Es hatte sich gelohnt noch am Vorabend hinauf zu fahren. Wir setzten unsere Reise fort und die Strasse führte mehr oder weniger am See entlang. Von der Bergwelt sahen wir nichts mehr und auch die Farbe des Sees hatte von tiefblau zu grau gewechselt.
In Puerto Varas fanden wir ein freundliches Hostal und konnten zu Fuss in der Stadt bummeln. Als erstes gingen wir zur Kirche, doch die war geschlossen und es hingen so viele Drähte vor der Fassade, dass Werni kein Foto machte. Dann gingen wir zum Strand hinunter und besuchten das Museum „Pablo Fierro“. Der Maler und Restaurator Pablo Fierro malt und zeichnet die schönen Häuser, die die deutschen Einwanderer in der ganzen Umgebung bauten. Ein Geschenk seines Vaters machte ihn zum Sammler. Von der Stadt erhielt er das ehemalige Pumphaus und machte daraus ein fantastisches Museum. Einerseits sind seine Bilder ausgestellt, andererseits alles was er gesammelt hat und auch weiterhin sammelt. Es sind auch viele skurrile Gegenstände dabei. Auch gibt es einen Tisch, Farbstifte und Papier. Nicht nur Erwachsene, sonder viele Kinder haben die Gelegenheit genutzt und ihre Meinung zum Museum zu Papier gebracht. Das kleine Haus hat 4 Etagen und alles, auch die Decken sind mit Obiekten und Bilder bestückt. Eine Zeit hörten wir zu wie Pablo Fierro anderen Besuchern das Museum zeigte. Wir waren total begeister von diesem Haus mit seiner neuen Nutzung.

Pablo Fierro 1

Pablo Fierro 2

Pablo Fierro 3

Über Puerto Montt fuhren wir zum „Parque National Alerce Andino“. Hier werden die letzten Bestände von Alercen (Andenlärchen) in dieser Region geschützt. Diese Bäume können uralt und riesengross werden. Die grössten sind 40 bis 50 m hoch und haben einen Durchmesser von bis zu 4 m. Sie können bis zu 4‘000 Jahre alt werden. Wir machten die Wanderung „Rodal de Alerces“. Im dichten Regenwald geht es steil bergan und immer wieder sahen wir diese Riesen. Dann machte ich noch die Wanderung zur „Lagune Sargoza“. Auch hier ging es tief in den Regenwald hinein, dann kam eine Hängebrücke und wieder stieg der Weg steil bergan. Nun wusste ich, dass wenn ich die Lagune sehen wollte, irgendwann genau so steil wieder hinunter steigen musste. Doch auch hier entschädigte mich der Blick auf den tiefblauen See, eingebettet in den Wald, für die Mühe. Leider gibt es zu dieser Jahreszeit viele Pferdefliegen (Colihuachos), die sehr lästig sind, vor allem wenn man stehen bleibt.
Jetzt sind wir in Calbuco, einem Ort der hauptsächlich von der Fisch- und Muschelzucht lebt. Wir müssen unsere Propanflaschen wieder füllen lassen und auch der Ölwechsel ist fällig. Dann werden wir über Pargua mit der Fähre auf die Insel Chiloe übersetzen. Auf den 15. Januar haben wir die Fähre von Quellon nach Chaiten gebucht, wo unsere Weiterreise auf der berühmten „Carretera Austral“ beginnt.

Zum Abschluss dieses Berichts noch ein Panorama-Foto. Für Werni war es nicht einfach diese grossartige Landschaft festzuhalten und es lohnt sich die Fotogalerie zu besuchen.

Bariloche 7

 

An dieser Stelle danken wir allen, die uns Feedback zu den Bildern und Berichten gaben. Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber auch auf all die E-Mails, die wir erhalten und die uns von den Abenteuern erzählen, die ihr erlebt.