Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Letzte Skandinavieneindrücke Drucken E-Mail
Sonntag, den 08. November 2009 um 12:34 Uhr

Jetzt sind 6 Wochen vergangen, seit unserm letzten Bericht. Werni war fleissiger. Er hat die Fotos bearbeitet und in monatlichen Ordnern auf unserer Homepage abgelegt. Zeit für mich meinen Teil dazu beizutragen. 

Alesund vom AusichtspunktIn Alesund besuchten wir das Atlantik-Aquarium und natürlich bewunderten wir die vielen Jugentstilhäuser. Als Übernachtungsplatz erkoren wir den Aussichtsgipfel Aksla. Toll war die Aussicht auf das Meer und bei Dunkelheit auf die Lichter der Stadt, doch die starken Windböen schaukelten unseren Huckepack und die Äste peitschten an unsere Fenster, so dass wir mitten in der Nacht diesen unwirtlichen Ort kleinlaut räumten und uns an unseren ersten Übernachtungsplatz bei einer Kirche mit wunderschönen Holzschnitzereien und Deckenmalereien zurückzogen. Dieser norwegische Küstenwind hat es in sich. Nicht nur die Bäume beugen sich ihm, auch wir lernten seine Kraft kennen und kämpften mit ihm. Natürlich waren auch die Temperaturen kaum je sommerlich. 

 Die Stabkirche in KaupangerNicht desto trotz - weitere Ziele lagen vor uns und weiter ging's. Den Geirangerfjord hätten wir gerne mit der Fähre erkundet, doch als tiefe Regenwolken keine Sicht auf die mächtigen Felsen zuliessen, strichen wir diese Fahrt von unserer Liste und reisten auf dem Landweg weiter. Ziel war Bergen und unser Weg führte uns zu verschiedenen wunderschönen Stabkirchen. Unter anderen besuchten wir die abseits des Dorfes stehende Kapanger Stabkirche. Während wir die Malereien und Dachkonstruktion bewunderten kam ein aufgeregter Mann und erklärte uns, dass wir Feueralarm ausgelöst hatten. Wir entschuldigten uns. Er aber nahm sich Zeit und erzählte uns sogar auf Deutsch ausführlich weshalb die Kirche so berühmt ist. Ein grossartiges Erlebnis. 

Grieg, sein ArbeitszimmerIn Bergen spazierten wir bei relativ trockenem Wetter an den berühmten Handelshäusern vorbei, machten Abstecher in die schmalen Gassen und wärmten uns in den Restaurants wieder auf. Ein ganz besonderes Erlebnis war der Besuch des Griegmuseums in Troldhaugen. Vom zu dieser Jahreszeit fast leeren Parkplatz kommt man durch eine dicht bewachsene Buchenallee in einen weitestgehend naturbelassenen Park. Dort stehen das moderne Museum, das Wohnhaus der Griegs und die Komponistenhütte. Traumhaft ist die Aussicht auf die Fjordlandschaft. Bei der Besichtigung des Wohnhauses erhielten wir wiederum auf Deutsch eine fast zweistündige Privatführung mit vielen Anekdoten zum Leben von Grieg und seiner Frau. Eine Entschädigung für all die geschlossenen Museen und Kirchen, die wir aufgrund der Jahreszeit antrafen. 

Weg nach Oslo, Herbstpracht begleitet unsDer Wetterbericht für die Westküste verkündete weitere Regenfälle, für Oslo wurde schönes Wetter vorhergesagt. So entschlossen wir uns nicht weiter südwärts zu fahren, sondern Richtung Osten zu reisen. Damit hatten wir einige Bergstrecken vor uns und wollten wir nicht im Schnee stecken bleiben, hiess es recht zügig vorwärts zu kommen.

 

Auf der Fahrt über die Berge erlebten wir tatsächlich schon Schneeverwehungen auf den Strassen und in den Nächten wurde es auch schon mal unter 0°C. Die Heizung im Huckepack funktionierte prima und im Landrover brauchte es mehr Zeit, bis die Temperatur angenehm waren. Nun ich will nicht klagen. 

Nobel Friedenszentrum, alle FriedensnobelpreisträgerOslo empfing uns mit Sonnenschein und wir fanden einen Stellplatz auf der Museumsinsel. Wir waren beeindruckt von dieser Stadt und genossen den Bummel durch die Fussgängerzone, fuhren per Bus und Tram kreuz und quer durch die Stadt. Weitere Highlights waren die verschiedensten Museen, die Skischanze Holmenkollen (wird neu gebaut) und der Vigelandpark mit diesen eindrücklichen Skulpturen. Ganz besonders fasziniert waren wie vom Nobel Friedenscenter mit der Sonderausstellung „von M.L. King bis Obama". 

Das schon vorwinterliche Wetter begleitete uns auf der Weiterfahrt. Die Bäume verloren die Blätter und wenn die Sonne schien verwandelte sich die Landschaft in ein Meer von herbstlichen Farben. Immer wieder fuhren wir an riesigen Seen vorbei und ausserhalb der Städte gab es nur wenige Häuser. Wir sahen kaum Menschen, dafür überall Schafherden, Kühe und Pferde und manchmal sogar Rehe in der Nähe der Wälder. Wir konnten Vogelschwärme beobachten, die sich für den Flug in den Süden bereit machten.  

Kunstmuseum in NivaÜber Göteborg fuhren wir nach Helsingborg und mit der Fähre erreichten wir Dänemark. Das bedeutende Kunstmuseum Louisiana an der Küstenstrasse erwartete uns. Wir bestaunten abstrakte Fotos und Skulpturen, die Sonderausstellung „Green Architektur" mit ihren Beispielen zu Recycling von Gegenständen und dem wunderschönen Park mit den vielen Skulpturen u.a. von Henry Moore, Picasso, Giagometti. Im Park gab es auch viele Picknickplätze und den direkten Zugang zum Meer. Und immer, wenn wir dachten, dass wir alles gesehen hätten, entdeckten wir weitere Kunstgegenstände.  

Botanischer Garten KopenhagenKopenhagen empfing uns bei Sonnenschein und wir stellten unseren Huckepack auf einem Camping 8 km ausserhalb des Stadtzentrums ab. Velofahren war angesagt und nach ein paar unfreundlichen Bemerkungen lernten wir ganz schnell die Verkehrsregeln. Neben allen Sehenswürdigkeiten wollten wir auf keinen Fall die Freistadt Christiania verpassen und so bummelten wir an Werkstätten vorbei die u.a. die berühmten Christianiabikes herstellen, verpflegten uns an Gartentischen und genossen es dem Treiben zuzuschauen. Vom Turm der Erlöserkirche (400 Stufen zu erklettern) sahen wir, wie grün dieser Stadtteil ist. Der Botanische Garten mitten in der Stadt ist mit seinem Palmenhaus ein Ort der Ruhe und Erholung. 

 bröckelnde Klippen in KlintholmEine weitere Sehenswürdigkeit der besonderen Art war Klintholm mit seinen Kalkklippen. So am Klippenrand zu stehen und hinunterzusehen ist ein besonderer Moment und dann zu wissen, dass immer wieder der Fels einfach so abbricht macht kaum Mut näher an die Abbruchstellen zu gehen. Also schön brav auf dem vorgeschriebenen Weg bleiben, war die Erkenntnis.

 

 Mit der Überfahrt von Gedser nach Rostock endete unsere Skandinavienreise. Es war eine einmalige Erfahrung und wir werden noch viele Eindrücke verarbeiten. 

Nur kurze Zeit waren wir in der Schweiz, denn wir möchten den Winter in Südfrankreich, Spanien und vielleicht auch Portugal verbringen. Ein Wellness-Gutschein ermöglicht uns ein paar Tage im Südtirol zu verbringen und am Montag geht unsere Reise weiter Richtung Genua.