Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

German English French Italian Portuguese Spanish Swedish
Wir haben 99 Gäste online
Home Berichte Indian Summer und Herbst in Nordamerika - einfach einmalig!
Indian Summer und Herbst in Nordamerika - einfach einmalig! Drucken E-Mail
Mittwoch, den 03. November 2010 um 23:00 Uhr
Den zu erleben war ja der Grund, dass wir uns kurzfristig entschieden noch dieses Jahr den Atlantik zu überqueren - und es lohnte sich.
 
Doch der Reihe nach.
Schon in Kanada freuten wir uns über all die Farben der Wälder die wir durchfuhren und in denen wir übernachteten. Wir spürten aber, dass der Herbst nur eine kurze Zeit dauern würde und die Bäume sehr schnell kahl sein würden. So trieb es uns gegen Süden.
 
NiagaraDas letzte Highlight unseres Kanada Aufenthaltes waren die Niagara Fälle. Wir waren sprachlos von der Schönheit, der Intensität und der Mächtigkeit dieser Wassermassen, die sowohl auf der kanadischen als auch auf der amerikanischen Seite tosend in die Tiefe stürzen. Ja, wir waren begeistert und tief beeindruckt. Unglaublich dieses Schauspiel bei dem die Sonne und der Wind wichtige Rollen übernehmen und wir haben den Regenbogen gesehen.
 
 
 
 
 
 
 
Wir wussten für den Grenzübertritt zur USA gibt es viele Einschränkungen: keine Früchte, kein Gemüse, kein Fleisch, keine Feuerwaffen und überhaupt keine....!!!! Kaum hatten wir den Campingplatz verlassen, überprüften wir ob alle Dokumente griffbereit seien. Dabei stellten wir fest, dass wir die Unterlagen der Autoversicherung nicht in gedruckter Form hatten. Also Zurück und im Büro des Campingplatzes und um einen Ausdruck bitten. Problemlos erhielten wir das siebenseitige Dokument.
 
Befangen und voreingenommen näherten wir uns der Grenze zur USA. Die Grenzwächter unterhielten sich mit uns, stellten Fragen und fanden das Auto vor allem interessant. Dann wurden wir von einem „Beamten" angewiesen auf einen Platz zu fahren, auszusteigen und in einen Raum zugehen, wo schon viele andere Menschen warteten. Wie lange wird es wohl dauern und was fragen sie uns und was ist mit dem Apfel, der sich noch in unserem Auto befindet? Werni hatte keine Chance nochmals zu unserem Auto zu kommen. Nur, mit einem Ticket könne der Raum verlassen werden. Also warteten wir geduldig und nachdem etwa 2 Stunden verflossen waren, wurden wir aufgeboten. Fingerabdrücke abgeben und dank unserem Visum mussten wir keine Fragen beantworten, nur 12 Dollar bezahlen und schon durften wir zu unserem Huckepack zurück und waren in den USA.
 
Keine Städte wollten wir besuchen, sondern die Farben des Herbstes erleben und geniessen. So fuhren wir Richtung Osten durch die Staaten New York, Vermont und New Hampshire. Wir durchquerten die White und Green Mountains und freuten uns über die farbigen Blätter der Ahornbäume. Schien die Sonne aus dem blauen und oft wolkenlosen Himmel in die Wälder hinein, sah es tatsächlich so aus, als würde es brennen. Die sternenklaren Nächte liessen es entsprechend kalt. werden und wir waren froh am Morgen die Heizung anstellen zu können.
 
Mount WashingtonWir liessen uns von der Cop Railway, der ältesten Zahnradbahn der Welt, bei Sonnenschein auf den Gipfel des Mount Washington (1917 m) bringen und froren dann entsetzlich. Wir nahmen es als Zeichen so schnell wie möglich weiter südwärts zu ziehen.
 
 
 
  
Boston anzusehen hätte uns gereizt, aber der Campingplatz liegt weit ausserhalb der Stadt. So fuhren wir auf den Parkplatz einer Filiale der Kaufhauskette Walmart, um am nächsten Tag mit ÖV in die Stadt fahren zu können. Normalerweise ist es erlaubt dort zu übernachten und schon oft nutzten wir diese Möglichkeit bei Stadtbesuchen. Zum ersten Mal wurden wir weggewiesen, nicht weil Walmart es nicht erlaubt, sondern die Stadt es verbiete. Das war unangenehm, so bei Dunkelheit eine fremde Stadt zu durchqueren und einen neuen Ort zu suchen. Schlussendlich fanden wir ein Plätzchen. wo wir schlafen konnten. Auch das gehört zum Reisen.
 
Der Wetterbericht versprach in dieser Region Regen und wir entschlossen uns einige hundert Kilometer hinter uns zu bringen. So fuhren wir auf dem Highway an New York vorbei, ein Stück durch New Jersy bis nach Pensylvania. Ja, das war eine lange Fahrt und wir fahren mit unserem Huckepack selten auf Autobahnen, wo wir rechts und links überholt werden.
 
Unser nächstes Ziel war der 170 km lange Skyline Drive von Front Royal durch den Shenandoah Nationalpark bis nach Waynesboro. Diese Panoramastrasse verläuft ganz oben auf den Bergkämmen und gibt weite Blicke frei auf sanfte Landschaften, grüne Täler und die Blue Ridge Mountains, die sich in der Ferne im Blau verlieren.
 
Die Strasse wurde während der Weltwirtschaftskrise geplant und mit dem Bau 1931 begonnen. So wurden Arbeitsplätze geschaffen. Ein Ziel war, dass Menschen auch ohne im Flugzeug zu sitzen auf die Erde hinab sehen können. Das ist gelungen und  auch wir fühlten uns fast wie im Himmel.
 
Jetzt fahren wir auf deren Fortsetzung, dem Blue Ridge Highway. Dies ist eine fast 1000 km lange Panoramastrasse, die im Reservat der Cherokee Indianer enden wird.
 
Nach den „brennenden" begleiten uns die „goldenen" und die „okerfarbenen" Wälder. Der Herbst schreitet schnell voran. Bei Windstössen wirbeln die trockenen Blätter nur so zu Boden.
 
Bis jetzt fuhren wir meistens bei Sonnenschein und konnten tagsüber die warmen Sonnenstrahlen geniessen. Auf's Wochenende ist Schnee angesagt, dann soll die Sonne wieder scheinen. Wir bleiben deshalb auf den Campingplatz, denn wir möchten die Weiterfahrt geniessen.
 
Übernachten konnten wir bis Ende Oktober in den staatlichen Campingplätzen, die sich in den Wäldern, an landschaftlich wunderschönen Orten befinden und sehr einfach eingerichtet sind. Schön ist, dass es viel Platz ums Womo hat, immer Tisch, Bänke und eine Feuerstelle gibt und sie absolut ruhig liegen. Jetzt sind sie geschlossen und wir müssen auf private Plätze ausweichen, denn wild campieren ist in den ganzen USA verboten.
 
Überall sehen wir Eichhörnchen, Vögel, oft Rehe und Hirsche aber leider bis jetzt noch keine Bären.
 
Doch nicht nur Landschaften bewunderten wir, sondern besuchten auch Museen und Sehenswürdigkeiten.
 
GranitvilleIn Granitville (Staat Vermont) nahmen wir an einer Führung in einem riesigen Steinbruch teil und durften die Fabrik besichtigen.
 
ProctorIn Proctor (auch in Vermont) besuchten wir das Marmor Museum, sahen einen Film und konnten bei der Bearbeitung von Marmor zu Skulpturen zusehen.
 
 
 
 
 
 
 
Bretton WoodsIn Breton Woods (New Hampshire) besichtigen wir das berühmte Hotel Mt. Washington. 1944 wurde dort Geschichte geschrieben, als man die Weltwährungsordnung der Nachkriegszeit bestimmte.
 
 
CanterburryIn Canterbury (New Hampshire) besuchten wir das Freilichtmuseum Shaker Village. Die Shaker waren eine der grössten religiösen Gemeinschaften. Sie wurde von der aus England eingewanderten Mother Anne Lee 1774 gegründet. Prinzipien der Shaker waren, so habe ich gelesen, die strikte Geschlechtertrennung bei absoluter Gleichstellung und kein Besitz an Privateigentum.Sie bekannten sich zum Pazifismus und öffentlich zu ihren Sünden. In ihren Gottesdiensten verfielen sie in eine Art von Trance und zitterten und stiessen merkwürdige Laute aus, dies führte zur Bezeichnung Shaker. Sie wurden für ihre effektive Landwirtschaft, ihre aus Kräutern gewonnene Medizin und vor allem wegen ihrer Architektur und den zweckmässigen Erfindungen bewundert. Die Einrichtung ihrer Wohnhäuser ist praktisch, funktional, kreativ, einfach, schön und besticht durch Eleganz. Da sie keine eigenen Kinder hatten, nahmen sie Kinder in ihre Gemeinschaft auf und unterrichteten sie in allen Schulfächern. Daneben spielte jedes Kind mindestens ein Instrument und konnte einen handwerkliche Beruf erlernen oder Studieren. Mit 21 Jahren konnten sie entscheiden in der Gemeinschaft zu bleiben, oder sie zu verlassen. Auch wir waren beeindruckt von der Schönheit der Gegenstände und dem Erfindergeist dieser Menschen. 
 
WashingtonWashington hat unzählige Museen, Denkmäler und riesige Parks. Leider war Obama mit den Wahlen beschäftigt und wir standen wie viele anderen auch vor den geschlossenen Toren des Weissen Hauses.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Pech hatten wir natürlich auch einmal. Als wir auf einer stark befahrenen Strasse bergauf fuhren, setzte der Motor aus und wir konnten zum Glück noch auf einen Pannenstreifen rollen. Ziemlich hilflos standen wir dort. Unsere Mobils hatten keinen Empfang und so konnten wir nicht telefonieren. Zum Glück hielt ein Amerikaner. Er wollte eigentlich nur unser Auto fotografieren. Wir baten ihn um Hilfe und er organisierte mit seinem Handy für uns den Abschleppdienst. Bis dieser kam (ca. 2 Stunden) erzählte er uns sehr unterhaltsam von seinen Erlebnissen mit Autos. Das war eine ganz tolle Erfahrung.
 
Unser Huckepack wurde dann in die Reparaturwerkstatt abgeschleppt. Die Benzinpumpe war kaputt und musste ersetzt werden. Nach 2 Tagen war alles wieder o.k. und wir konnten weiter fahren.