Mittwoch, 22. November 2017

auf der zeitlosen Reise auf der zeitlosen Reise

auf der zeitlosen Reise

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Wir sind in Florida und geniessen die Sonne! Drucken E-Mail
Sonntag, den 12. Dezember 2010 um 23:00 Uhr
Der fast 1000 km lange Blue Ridge Highway führte uns durch Landschaften, die uns begeisterten. Wir genossen es auf dem Weg in den Süden von der Gebirgskette der Appalachen, die sich parallel zur Ostküste hinziehen, begleitet zu werden. Die Weissen nannten diese Bergkette „Blue Mountains", die Indianer „Shenandoah" was „Tochter der Sterne" oder „Great Smoky Mountains" was „Ort des blauen Rauches" bedeutet. Der nördliche Nationalpark (Grenze von Virginia zu West Virginia) heisst heute Shenandoah, der südliche (Grenze zwischen North Carolina und Tennesse) Great Smoky Mountains. Die Bilder sprechen für sich.
Blue Ridge Scenic
Blue Ridge Scenic
unterwegs nach ashville
 
In Ashville (North Carolina) besuchten wir den Botanischen Garten mit der eindrücklichen Bonsai Ausstellung. Was wir auf unserer Reise im „Grossen" sahen, bewunderten wir nun im „Kleinen".
arboretum ashville
Arboretum Ashville
Arboretum Ashville
 
Weiter ging's mit einem kleinen Umweg. Unter Chimeny Rock und Devil's Head konnten wir uns nichts vorstellen. Doch bei der Ankunft sah der Felsen tatsächlich wie ein Kamin aus, das direkt vom Boden aus in den Himmel ragt. Zum Glück gab es einen Lift, der uns den Aufstieg abnahm. Der Rundblick war einmalig und nachdem wir doch noch viele Treppen erklommen hatten, sahen wir des Teufels Kopf und wie er die Landschaft überwacht.
Chimney Rock
Chimney Rock
Chimney Rock
 
Die Temperaturen waren stark gesunken. Im Tal war es sonnig und windig, die Appalachen waren in den Wolken und dort stürmte es. Aufgrund dieses Wetters wurde der Blue Ridge Parkway gesperrt. So fuhren wir die Umleitung, denn wir interessierten uns für die Stadt Cherokee, die den Parkway abschliesst.
 
Als Wiedergutmachung für die Vertreibung hatten Tennessee und North Carolina den Cherokee Indianern Land zur Verfügung gestellt. Cherokee ist der Hauptort des Reservats und liegt am Eingang des Great Smoky Mountain Nationalparks. Wir waren sehr enttäuscht. Am Dorfeingang steht ein Riesenkomplex mit Casino und Hotel. Dann folgen rechts und links der Strasse Souvenirläden, Kleidergeschäfte, Hotels, Motels, Restaurants und Take-Aways. Vor allem Touristen prägten das Bild und kaum Indianer waren zu sehen. Wir vermuten, dass sich das Leben der Indianer an uns unzugänglichen Orten abspielt. Einzig das Museum, die Ausstellung und der Video sind grossartig und sehr informativ. Leider war es nicht erlaubt zu fotografieren.
 
Im Reservat gibt es nur 2 Strassen, die North Caroline mit Tennessee verbinden, wobei die eine während des Winters geschlossen ist. Wir durchquerten den Nationalpark in Richtung Tennessee. Bei der Grenze zweigt eine Strasse zum höchsten Gipfel, dem Clingmans Dome ab. Über einen Fussweg kommt man zu einem Turm auf dessen Plattform ein Rundblick von 360 Grad möglich ist. Bei den herrschenden Wetterverhältnissen zogen wir gerne unsere Winterstiefel und die warme Mäntel an.
Clingmans Dome
 
 
 
Wieder einmal gab es Probleme mit unserem Landrover. Nur noch 4 anstelle der 5 Zylinder funktionierten. Dadurch ging dass die Leistung massiv zurück und vor allem bergauf kamen wir nur noch langsam voran. Über's Internet suchten und fanden wir eine Landrover Reparaturwerkstätte in Atlanta. Als wir mit unserem Gefährt in der Werkstatt ankamen, wurden wir (oder vielleicht doch nur unser Landi) ganz begeistert empfangen. Seit einigen Jahren dürfen keine Landrover mehr in die USA eingeführt werden. Ausserdem erfuhren wir, dass in Amerika nur selten Dieselmotoren in Autos eingebaut werden und deshalb nicht viel Erfahrung gesammelt werden kann. Zum Glück war der Mechaniker ein Crack und sehr interessiert uns zu helfen. Schliesslich fand er übers Internet die mögliche Ursache. Provisorisch konnte er das Auto reparieren, doch es wurde empfohlen das defekte Teil zu ersetzen. Doch es musste in England bestellt werden. Wir entschlossen uns zu warten und Atlanta und die Umgebung zu erkunden.
 
Traumhaft war der Blick über die Stadt vom Drehrestaurant im 72. Stock des WestIn Hotels. Als wir von oben diese Blechlawine sahe, konnten uns kaum vorstellen, dass auch wir uns in ihr vorwärts bewegten hatten.
Atlanta
Atlanta
Atlanta
 
Auf Grund der Pannen mit dem Landrover überlegten wir uns, ob wir unsere Weiterreise mit einem anderen Fahrzeug fortsetzen sollten. Die Diskussionen führten zu nichts, denn wir fanden keine Einigung.
Atlanta
Atlanta
Atlanta
 
Natürlich nahmen wir auch an einer Führung durch das CNN-Gebäude (fotografieren verboten) teil. Es war sehr interessant einmal ein wenig hinter die Kulissen dieses Senders zu blicken. Und in Atlanta ist es fast Pflicht die World of Coca-Cola zu besuchen. Ausgezeichnet vermarktet sich Coca-Cola, ein riesiger Aufwand wird betrieben: ein 4-D-Film wird gezeigt, Abfüllanlagen können besichtigt werden, Werbematerial aus allen Zeiten ist ausgestellt und nicht zuletzt können die verschiedensten Colas getestet werden. Auch wir stürzten uns in den Trubel wie die vielen Fotos in unserer Bildergallerie zeigen.
 
Besonders beeindruckt waren wir von der Martin Luther King Historic Site. Zu Besichtigen gibt es das Geburtshaus, das Visitor Center und die Kirche in der er predigte (zur Zeit in Renovation). Mitten im Teich des Freedom Hall Komplexes steht sein Grab und das seiner Frau. Im Visitor Center wird umfassend das über die Geschichte der Schwarzen, deren Befreiung von der Sklaverei und dem Kampf um politische und soziale Rechte informiert. Ein riesiges Murales zeigt Stationen seines Lebenswegs.
Atlanta
Atlanta
Atlanta
 
Bei der Besichtigung der Kingsley Plantation auf Fort George Island wurden wir erstmals mit dem Leben der Sklaven auf einer Plantage konfrontiert. Einerseits die Herrenhäuser mit grossen Veranden direkt am Wasser stehend und mit traumhafter Aussicht, andererseits abseits im Halbkreis die kleinen Hütten der Sklaven, die aus nur einem Raum bestehen. In Museum sahen wir Bilder wie die Sklaven in Schiffen transportiert wurden, wie sie bestraft wurden, wie sie wohnten und unter welchen Bedingungen sie arbeiteten. Schrecklich und wir sind dankbar, nicht in diese Zeit hineingeboren worden zu sein.
 
Savannah an der Grenze von Georgia zu Florida hat einen eigenen Reiz. Die Stadt ist schachbrettartig angelegt und schon auf dem Plan fallen die vielen planvoll angelegten Plätze auf. Die Innenstadt zieren viele historische Wohnhäuser mit schmiedeeisernen Gittern, einladenden Veranden und Erkern. Sie stehen im Gegensatz zu der langweiligen Einheitsarchitektur von vielen Städten und Dörfern, die wir in der USA bis jetzt sahen. Entlang des Savannah Rivers dominieren die früheren Baumwollhandelshäuser, die heute zu Läden, Restaurants und Wohnungen umgebaut sind. Durchgänge und Treppen führen auf die Hinterseite der Gebäude. Dort erfolgt der Zugang zu den oberen Stockwerken über Brücken. Ausserdem sind viele Strassen beidseitig gesäumt von Live Oaks von denen Spanish Moss wie Feenhaare herunterhängen und im Sommer viel Schatten spenden. Wir bewegten uns lieber an der Sonne.
Savannah
Savannah
Savannah
 
Mit St. Augustine (Florida) lernten wir älteste von Europäern gegründete Stadt der USA kennen. Die erste Siedlung wurde 1565 auf Geheiss des spanischen König Phillip II gegründet und nach dem heiligen Augustinus benannt. Viele Strassen tragen auch heute noch spanische Namen.
 
In einem Komplex stehen rekonstruierte Wohnhäuser, eine Taverne, Schmiede, Glasbläserei und andere Gebäude wie zur spanischen Kolonialzeit. Zeitgenössisch kostümiertes Personal spielt die Rolle der damaligen Einwohner und beantwortet Fragen der Besucher. Die Bewohner der Stadt sind stolz, dass es ausserdem noch einige historische Gebäude gibt und beim Spazieren durch die Gassen fühlten wir uns ein wenig in Spanien.
 
Wichtig in der Stadt ist der Eisenbahnkönig Henry Flagler. Er liess den Schienenstrang der Eisenbahn bis nach Key West verlegen. Um den Tourismus weiter zu fördern, liess er um 1880 herum auch drei Hotels der Luxusklasse bauen. Uns interessierten vor allem diese 3 Gebäudekomplexe. Und wir staunten nicht schlecht: Alles nur vom Feinsten. Was wie Gold aussieht ist auch Gold, überall Kristallleuchter und die Elektrifizierung erfolgte durch niemand geringeren als Edison persönlich.
 
Wir nahmen an einer Führung durch das ehemalige Hotel Ponce de Leon teil, das heute das Flagler College beherbergt. Wir sahen einige Räume mit all den Kostbarkeiten, den Gemälden, Möbel, Wand- und Deckenmalereien. Nicht mehr Hotelgäste tafeln im Speisesaal und wandeln durch die Gänge, sondern StudentInnen, deren Eltern bereit sind sehr viel Geld für die Ausbildung auszugeben.
St. Augustine
St. Augustine
St. Augustine
 
Der 2. ehemalige Hotelkomplex Alcazar beherbergt heute die Stadtverwaltung und das Lightner Museum. Im Museum stehen Stilmöbel, die früher Hotelräume zierten. Man sieht wie das türkische Bad damals eingerichtet war. Vom riesigen Ballsaal, der als Galerie gebaut ist, sieht man auf das ehemalige Schwimmbad herunter. Viele der wunderbaren Räume sind vollgestopft mit Bildern und Gegenständen aus den verschiedensten Ländern und den unterschiedlichsten Themen.
St. Augustine
St. Augustine
St. Augustine
 
Der 3. Hotelkomplex wurde renoviert und kürzlich unter dem Namen Casa Monika als Luxushotel wieder eröffnet.
 
 
 
St. Augustine
 
 
 
Unsere Reise geht weiter Richtung Key West und wir hoffen, dass die Temperaturen steigen und wir dann endlich im Meer schwimmen können. Schöne Aussichten, wenn ich an die Schweiz denke ;-)!
 
 
Wir wünschen euch allen eine schöne, ruhige Vorweihnachtszeit, Sonne und viele gemütliche Stunden.